28. Januar 2021 / 21:41 Uhr

Wieder nichts zu holen im Derby: TKH verlieren in Göttingen mit 77:104

Wieder nichts zu holen im Derby: TKH verlieren in Göttingen mit 77:104

Helmut Anschütz
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Alle Anfeuerungen von außen haben nicht geholfen - die TKH-Frauen zogen im Derby in Göttingen den Kürzeren.
Alle Anfeuerungen von außen haben nicht geholfen - die TKH-Frauen zogen im Derby in Göttingen den Kürzeren. © Hubert Jelinek
Anzeige

Nach zwei Siegen in Folgen strotzten sie vor Selbstvertrauen, am Ende setzte es für die Basketball-Frauen des TK Hannover im Bundesliga-Derby bei den flippo Baskets Göttingen eine 77:104-Niederlage. Ein kleiner Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt.

Anzeige

Die kürzeste Auswärtstour in der Bundesliga der Frauen nach Südniedersachsen hat sich für den TK Hannover nicht gelohnt. Bei den flippo Baskets BG 74 Göttingen kassierte das Team von Trainerin Juliane Höhne eine derbe 77:104 (32:51)-Pleite.

Anzeige

Von dem Rückenwind nach zuletzt zwei Siegen, von dem Hannovers Finja Schaake gesprochen hatte, war nichts zu sehen. In Göttingen gab’s heftigen Gegenwind und der TKH war eher ein laues Lüftchen wie bei den acht Niederlagen vor den letzten beiden Siegen.

Bilder vom Basketball-Spiel der DBBL zwischen dem TK Hannover und den XCYDE Angels Nördlingen

Tessa Stammberger  versucht, den Ball an ihrer Gegenspieler vorbei in den Korb zu befördern. Zur Galerie
Tessa Stammberger versucht, den Ball an ihrer Gegenspieler vorbei in den Korb zu befördern. ©

Höhne erkennt den Sieg an

„Glückwunsch an die Göttingerinnen. Die sind ein super eingestelltes und eingespieltes Team“, erkannte TKH-Trainerin Juliane Höhne den Sieg der Baskets an.

Eine gute und eine schlechte Nachricht gab es für die TKH-Frauen vorab: Während Marleen Peek ihr erstes Saisonspiel nach langer Verletzungspause absolvierte, waren die beiden Neuzugänge Lisa Koop und Mante Kvederaviciute (zuletzt beim englischen Zweitligisten Newcastle) noch nicht dabei, weil sie sich noch in Quarantäne befinden.

Lupfer spielt stark auf

Auch Aliaksandra Tarasava fehlte noch verletzungsbedingt. Daran lag es jedoch sicher nicht, dass die Hannoveranerinnen ebenso wie Gastgeber Göttingen nahezu vogelwild begannen und sich in den ersten Minuten ein Fahrkarten-Festival lieferten.

Den besseren Weg aus der nervösen Startphase erwischten in der Folge die flippo Baskets, die sich alsbald auf ihre Stärke von jenseits des Perimeters verlassen konnten. Vor allem Göttingens US-amerikanische „Dreier-Königin“ Riley Lupfer fand wieder das rechte Maß und netzte bis zur Pause schon vier Dreier ein.

Mehr aus der Region

Dreier machen den Unterschied

„Das war ja wie ein kleiner Rausch“, beschrieb Baskets-Geschäftsführer Richard Crowder, wie aufgedreht sein Team mit seiner Tochter und Spielmacherin Jennifer Crowder an der Spitze in den ersten 20 Minuten auftrumpften.

Der Unterschied im Derby stand in der Spalte, wo auf dem Spielbericht die Dreier stehen: Die Göttingerinnen mit acht zur Pause, Hannover mit nur zwei durch Mia Masic und Schaake. Bis zu 23 Punkte betrug der Rückstand der Gäste, die sich der Spielfreude der Baskets beugen mussten. Drei Spielerinnen der BG 74 hatten nach 20 Minuten bereits zweistellig gepunktet. Die Aussichten für den TKH für die zweite Halbzeit? Eher bescheiden.

Flippos treffen konstant weiter

Und der Eindruck täuschte nicht. Die Göttingerinnen machten kurzerhand so weiter, wie sie im ersten Durchgang aufgehört hatten – einfach weiter konstant treffen. In ihrem Eifer und in ihrer Trefferlaune waren die Baskets einfach nicht zu stoppen, die TKH-Frauen waren hoffnungslos unterlegen und kehrten nach den beiden Erfolgen auf den harten Boden der Tatsachen zurück.

Dass im letzten Viertel nichts mehr auszurichten war, hatte dann auch Coach Höhne eingesehen und gab den Nachwuchskräften Lara Rohkohl und Maya Girmann Einsatzzeiten.

"Ein Rückschlag war's nicht"

Und auch die letzte Schmach blieb Hannover nicht erspart. Göttingens Australo-Britin Samantha Roscoe (insgesamt 30 Punkte) sorgte für das dreistellige Ergebnis – per Dreier zum 101:77 natürlich, ehe sie den 15.(!) Göttinger Dreier selbst zum 104:77-Endstand nachlegte.

Entsprechend klar war hinterher Höhnes Ansage: „Ein Rückschlag war’s nicht. Wir wussten doch, dass Frau Lupfer Dreier werfen kann. Und Frau Roscoe hat schon im Hinspiel 24 Punkte gegen uns erzielt. Wir konnten die Geschwindigkeit von Göttingen nicht rausnehmen.“