25. März 2020 / 16:01 Uhr

"Mannschaft passt richtig gut zusammen": TKH-Chef Rodger Battersby bleibt guter Dinge

"Mannschaft passt richtig gut zusammen": TKH-Chef Rodger Battersby bleibt guter Dinge

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Rodger Battersby sieht der Zukunft der Basketballerinnen des TK Hannover optimistisch entgegen - gleichwohl zuletzt mitnichten alles wie am Schnürchen gelaufen ist.
Rodger Battersby sieht der Zukunft der Basketballerinnen des TK Hannover optimistisch entgegen - gleichwohl zuletzt mitnichten alles wie am Schnürchen gelaufen ist. © Debbie Jayne Kinsey
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Viele Niederlagen, die Trennung von Trainerin Tatiana Gallova und jetzt auch noch der Zwangsstopp wegen der Corona-Pandemie: Zuletzt lief es bei den Basketballerinnen des TK Hannover alles andere als rund. Chef Rodger Battersby bleibt allerdings positiv - gerade mit Blick auf die Mannschaft.

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Es sollte das Jahr des großen Neustarts bei den Basketballerinnen des TK Hannover werden. Neue Trainerin, neues, junges Team mit Perspektive. Keine Spielerinnen mehr, de­nen es mehr um das kurzfristige Geld als um den sportlichen Erfolg geht. Allerdings wurde wegen der Corona-Pandemie die Bundesliga-Saison vorzeitig abgebrochen, mit der mittlerweile ehemaligen Trainerin geht es in dieser Woche vor das Arbeitsgericht, und vor dem Zwangsstopp setzte es Niederlagen in Serie. Klingt, als wäre das Projekt gescheitert – doch Rodger Battersby bewertet die Lage komplett anders.

Richtige Mischung gefunden

Es liegt in der Natur seines Jobs, die abgelaufene Saison nicht zu vernichten. Natürlich findet Battersby auch kritische Ansätze. Vom Team allerdings bleibt der erfahrene Unternehmer, der seit über 40 Jahren im Basketball-Business aktiv ist, komplett überzeugt. Aus klaren Gründen.

Dem TK Hannover ist es gelungen, die richtige Mischung zu finden. Hier junge, hochtalentierte Spielerinnen mit Perspektive, dort erfahrene Führungsspielerinnen mit Charakter. Zwischenzeitlich stand der TKH nach einem furiosen Saisonstart auf Platz zwei der Liga. „Der Kader passt zusammen, wir haben kein Theater, die Mannschaft hat sich gut präsentiert“, sagt Battersby.

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Sein Tagesplan gewährt aktuell wenig Spielraum, sich großartig mit Basketball zu beschäftigen. Der Geschäftsführer der EBRC Consulting in Hannover, ei­n Unternehmen für um­welt­wis­sen­schaft­li­che Dienstleistungen, ist es ge­wohnt, durch die Welt zu fliegen. New York, Brüssel, London – jetzt muss er alles aus dem Homeoffice in der List erledigen.

US-Amerikanerinnen sind gesund und zu Hause

Zwischen den Telefonkonferenzen findet der TKH-Chef dann doch Zeit, sich um den Sport zu kümmern. „Die Mädels sind alle sicher nach Hause ge­kom­men“, sagt er. Die US-Amerikanerinnen Stephanie Gardner und Morgan Pullins sind sicher in die Staaten zurück – ohne Virus. Ebenso die Spielerinnen aus den europäischen Nachbarstaaten.

„Allen geht’s gut, alle sind gesund“, berichtet Battersby und betont im gleichen Atemzug, von allen Spielerinnen bereits die Zu­sa­ge für die neue Saison zu haben. Mündlich. Mal abwarten, ob das zum Start der neuen Spielzeit noch immer gilt. Genau hier liegt nämlich das Problem: Wie in allen anderen Sportarten lässt sich nach derzeitiger Corona-Lage nicht ansatzweise eine seriöse Planung anstellen.

Bilder zum Spiel der Basketball-Bundesliga zwischen dem TK Hannover und den GiroLive-Panthers Osnabrück:

TKH-Trainer Alexander Meine im Gespräch mit seinen Spielerinnen.  Zur Galerie
TKH-Trainer Alexander Meine im Gespräch mit seinen Spielerinnen.  ©

Daher bleibt der Basketball-Boss auch in der Trainerfrage entspannt. In dieser Woche will er zunächst das Kapitel Tatiana Gallova ab­schlie­ßen. Die Slowakin hat gegen ihrer fristlose Kündigung geklagt, vor dem Ar­beits­ge­richt – sollte der Termin diese Woche überhaupt stattfinden – werden sich die Anwälte über die Regularien einigen. Sollte das Gericht keine ausreichenden Gründe für eine fristlose Kündigung ausmachen, stehen Gallova wohl bis zu drei Monatsgehälter zu.

Der Name Patrick Unger fällt häufiger

Nebengeräusche für Battersby. „Momentan macht es schlicht keinen Sinn, mit einem neuen Trainer zu verhandeln, weil wir nicht wissen, was wir anbieten können“, sagt er. Ein Name, der beim TKH in der Vergangenheit häufiger ge­fal­len ist: Patrick Unger, aktueller Trainer beim Ligarivalen BC Marburg und Nationalcoach Deutschlands. Battersby verweist einmal mehr auf die unklare Corona-Lage: „Die Mannschaft passt so richtig gut zusammen, das ist das Wichtigste.“ Der Rest werde sich beizeiten klären.

Trainiert wird aktuell oh­ne­hin nicht, auch ein spezielles Programm für zu Hause gab es von Battersby nicht: „Es sind alle Profis, da darf man erwarten, dass sie sich fit halten.“