09. November 2020 / 08:10 Uhr

Aufgedreht im dritten Viertel: TK Hannover mit Derbysieg - und leisem Jubel

Aufgedreht im dritten Viertel: TK Hannover mit Derbysieg - und leisem Jubel

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse

Ab durch die Mitte: Finja Schaake vom TK Hannover.
Ab durch die Mitte: Finja Schaake vom TK Hannover. © Florian Petrow
Anzeige

Lange verlief das Derby ausgeglichen, ehe die Basketballerinnen des TKH im dritten Viertel gegen die Panthers Osnabrück davonzogen und sich am Ende mit 92:79 durchsetzten. Trainerin Juliane Höhne lobte "eine echte Teamleistung", gefeiert wurde angesichts der leeren Halle aber nur verhalten.

Aus den Bo­xen in der Basketballhalle an der Birkenstraße tönte Scooters „I Like it Loud“. Doch die Bundesliga-Damen des TK Hannover genossen ihren Triumph bei der Zu­sam­men­kunft im Mittelkreis eher still. „Natürlich haben wir uns gefreut. Aber der Sieg stand schon in den letzten Spielminuten so gut wie fest. Spontaner Jubel kann ja nur bei engen Spielen aufkommen“, erklärte Trainerin Juliane Höhne nach dem 92:79-Derbyerfolg gegen die Panthers Osnabrück, dem ersten Saisonsieg.

Anzeige

Und vor fast menschenleeren Rängen feiert es sich eben auch nicht so gut. Einzig TKH-Team­ma­na­ge­rin Janne Bartsch und der Fahrer der Osnabrückerinnen saßen auf der Tribüne.

Bilder vom Spiel der Damen-Basketball-Bundesliga zwischen dem TK Hannover und den Panthers Osnabrück

Abklatschen vor dem Spiel zwischen den Damen des TKH und den Gästen aus Osnabrück. Zur Galerie
Abklatschen vor dem Spiel zwischen den Damen des TKH und den Gästen aus Osnabrück. ©

Den Sieg musste sich Hannover zunächst erarbeiten. Ende des ersten Viertels lag der TKH mit 18:14 vorn, doch zu Beginn des zweiten Abschnitts kam der Einbruch. Schnelle Gegenstöße bei Osnabrück, zu viele Fehlwürfe beim TKH – da wurde aus der Führung schnell ein 21:26-Rückstand.

„Das lag daran, dass Osnabrück auf Zonenverteidigung umgestellt hatte. Da kann man nur mit Tempogegenstößen oder Dreiern gegen ankommen“, sagte Höhne. Ihre Frauen brauchten etwas, besannen sich dann aber auf die zweite Möglichkeit. Das erste Dutzend Punkte in diesem Viertel erzielten die Gastgeberinnen ausnahmslos per Dreier. Das war der Grund, warum der TKH zur Pause nur mit 36:39 zurücklag.

Höhne sieht keinen Grund dazu, laut zu werden

„Da musste ich bei der Besprechung auch gar nicht laut werden. Es gab keinen Grund dazu“, sagte Höhne. Im Gegenteil: Bei Neuzugang Mia Masic fand sie genau die richtigen leisen Worte. „Sie war am Anfang noch zu nervös, nur bedacht darauf, keine Fehler zu machen. Doch ich habe sie bestärkt, das zu tun, wofür wir sie geholt ha­ben. Das hat ihr wohl Selbstvertrauen gegeben“, so die Trainerin. Mit wichtigen Körben, Pässen und anderen Ak­tio­nen zeigte Ma­sic, dass sie den TKH noch viel helfen kann.

Nummer eins im Team war an diesem Tag Hannah Brown. Von Beginn an gelang ihr fast alles. Bei ihren insgesamt 21 Punkten waren auch viele wichtige dabei, mit drei Dreiern war sie die beste Distanzschützin des Tages. Auch an der Freiwurflinie zeigte sie eine 100-Prozent-Quote.


Mehr Berichte aus der Region

Dass die TKH-Frauen im dritten Abschnitt wieder die Regie übernahmen, lag an Aliaksandra Tarasava. Vor der Pause hatte sie noch unglücklich agiert und kein einziges Mal getroffen. Doch im dritten Viertel gingen allein elf Punkte auf ihr Konto. Auch die Punkte zum 59:57 per Zweier plus zusätzlichem Freiwurf erzielte sie. Der Startschuss für den TKH-Lauf. Beim 84:68 fünf Minuten vor dem Ende hatte Hannover die höchste Führung erreicht.

Länderspiele bereiten Unbehagen

„Wenn es etwas zu be­män­geln gab, dann waren es die letzten Minuten. Da ha­ben wir nur noch die Zeit heruntergespielt, statt unserer eigenes Spiel zu ma­chen“, so Höhne. Über den Sieg freute sie sich aber auch so: „Wieder eine echte Teamleistung. Sechs Spielerinnen haben zweistellig getroffen.“

Nach dem Sieg kam etwas Unbehagen auf. Die Bundesliga geht in eine einwöchige Länderspielpause. Im Einsatz sind Finja Schaake mit dem deutschen, Mia Masic mit dem kroatischen und Teja Gorsic mit dem slowenischen Nationalteam. „Ich hoffe nur, dass sie alle verletzungsfrei und ohne Virus zurückkommen“, sagte Höhne. Tarasava muss nicht fahren. Ihr weißrussischer Verband hat die Spiele abgesagt. „Für die Mädels freue ich mich natürlich, aber die Fiba hätte diese Spiele meiner Meinung nach besser alle abgesagt“, sagte Höhne.