11. Januar 2021 / 08:23 Uhr

"Ist Enttäuschung pur": TKH kassiert gegen Freiburg siebte Niederlage am Stück  

"Ist Enttäuschung pur": TKH kassiert gegen Freiburg siebte Niederlage am Stück  

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Frust pur bei Hannah Brown (von links), Tessa Stammberger und Aliaksandra Tarasava.
Frust pur bei Hannah Brown (von links), Tessa Stammberger und Aliaksandra Tarasava. © Debbie Jayne Kinsey
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Viele kleine, zum Teil aber auch haarsträubende Fehler haben den Basketballerinnen des TK Hannover die siebte Niederlage hintereinander beschert. In eigener Halle unterlag die Mannschaft von Juliane Höhne den Eisvögeln USC Freiburg mit 72:75. "Das ist jetzt Enttäuschung pur", konstatierte Spielerin Finja Schaake.

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Im zweiten Viertel streckte die starke Stephanie Gardner ihr Double zu Boden. Nach einem erfolgreichen Gegenstoß rannte sie auf den Pappaufsteller zu und kippte ihn übermütig um. Diese umwerfende Aktion sollte ein Zeichen sein. Dass es eben doch geht. Der TK Hannover hatte in dieser Phase nach schwachem Start einen Lauf gegen die Eisvögel USC Freiburg und kam zum Ausgleich.

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Viele kleine, aber zum Teil auch haarsträubende Fehler standen den Basketballerinnen jedoch im Weg, sie konnten ihre Negativserie in der Bundesliga nicht stoppen und verloren daheim mit 72:75. Es war die siebte Pleite am Stück. „Wir hatten das Momentum in dieser Partie oft auf unserer Seite, aber insgesamt waren es einfach zu viele Fehler“, sagte Gardner.

Bilder vom DBBL-Spiel zwischen dem TK Hannover und den Eisvögeln USC Freiburg

Stephanie Gardner bekommt Anweisungen von Trainerin Juliane Höhne. Zur Galerie
Stephanie Gardner bekommt Anweisungen von Trainerin Juliane Höhne. ©

Die Amerikanerin saß wie ihre Teamkolleginnen noch minutenlang stumm am Spielfeldrand. „Wir hätten beide Spiele gegen die Eisvögel nicht verlieren müssen, das tut uns richtig weh“, sagte Nationalspielerin Finja Schaake, die in der Schlussphase noch zur tragischen Figur werden sollte.

Teja Gorsic gibt ihr Comeback

Kurz vor dem Anpfiff spielten sie in der Halle der Otfried-Preußler-Schule einen Schlager aus den Achtzigern von Stephan Remmler. „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“, wummerte es aus den Boxen. Warum die Serie nicht endete und es schließlich wieder das alte Lied war bei den TKH-Frauen, deutete sich schnell an. Sie ließen zahlreiche leichte Würfe aus und hatten arge Pro­bleme bei den Rebounds.

„Uns fehlt die Größe unter dem Korb, das macht viel aus“, sagte Co-Trainer Alexander Meine und machte eine kurze Rechnung auf. „Wir verpassen etwa zehn Rebounds und verlieren mit drei Punkten.“ Soll heißen: Mit einem weiteren Center hätte es wohl gereicht. Dabei gab Teja Gorsic sogar ihr Comeback nach Bänderverletzung, die 1,88 Meter große Slowenin spielte mit bandagiertem Knöchel und war mit elf Zählern drittbeste Werferin.

Weniger gut lief es bei Aliaksandra Tarasava, die nur zwei von 13 Würfen nutzte. Die Kapitänin war gewohnt fleißig, dennoch gelang ihr wenig. Zur Halbzeit hatte der TKH zum 37:37 ausgeglichen, fiel dann aber auf sieben Punkte zurück (55:62). Kämpfte sich Hannover mühevoll heran, warfen die Profis es im nächsten Moment wieder über den Haufen.

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Im Schlussviertel war Cheftrainerin Juliane Höhne, die keinen Kommentar zum Spiel abgeben wollte, sichtlich genervt. „Die steht zehn Sekunden in der Zone“, monierte sie eine Entscheidung der Schiedsrichter, worauf die ein technisches Foul gegen sie verhängten.

Am Ende wird es noch einmal knapp

Weil der TKH nicht aufgab und sich bei den Eisvögeln gegen Ende die Fehler ebenfalls häuften, wurde es noch einmal knapp. Beim Stand von 71:72 versuchte Schaake einen Korbleger, der Ball drehte jedoch nur eine halbe Runde im Ring und sprang zurück, die verbleibenden 27 Sekunden spielte der Gast herunter.

„Die kleinen und individuellen Fehler summieren sich eben auf“, stellte Meine fest. Schaake schimpfte auf ihre letzte Aktion und räumte achselzuckend ein: „Das ist jetzt Enttäuschung pur. Es ist nicht einfach, dafür Worte zu finden.“ Nächsten Samstag (18 Uhr) muss der TKH zum Tabellendritten nach Herne. Dass Hannover dort die Serie im Abstiegskampf stoppen kann, ist mehr als unwahrscheinlich.