01. November 2021 / 11:50 Uhr

Mit Blitztransfer McCray: TKH Luchse überrennen im Topspiel den Herner TC

Mit Blitztransfer McCray: TKH Luchse überrennen im Topspiel den Herner TC

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die TK Hannover Luchse haben allen Grund zur Freude.
Die TK Hannover Luchse haben allen Grund zur Freude. © IMAGO/Oliver Vogler
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Es läuft bei den Luchsen des TK Hannover - auf und abseits der Platte. Coach Sidney Parsons sprach "ein Riesenlob an unser Management" für den Blitztransfer von Danielle McCray aus. Beim souveränen 72:48 beim Herner TC trug der Neuzugang gleich seinen Teil zum Auswärtssieg im Topspiel bei.

Die sehr gute Patricia Brossmann hat sich den Ball geschnappt, den ihre Gegnerin schon in den Händen zu haben schien. Und dann lief sie förmlich über die Hernerin hinweg, die am Boden liegen blieb und es nicht recht glauben konnte.

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Die Szene unmittelbar kurz nach der Pause hatte Symbolcharakter. Die Luchse des TK Hannover überrannten die Gastgeberinnen, es war mit 14:0 ein unglaublicher Lauf, und der entscheidende war es obendrein. Mit 72:48 gewann das Team von Sidney Parsons das Topspiel beim Herner TC. „Wir sind überglücklich, in der zweiten Hälfte haben wir super verteidigt“, sagte die Trainerin.

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Der TKH hatte kurzfristig auf den Ausfall von Center Samantha Roscoe reagiert und mit Danielle McCray noch Ersatz verpflichtet. „Ich wusste, dass sie frei ist, dann ging alles ganz schnell“, so Parsons, „ein Riesenlob an unser Management.“ Die 28-Jährige kam am Donnerstag aus West Palm Beach (Florida) an, trainierte zweimal mit dem Team, erhielt die Nummer 22. Fertig. Und dann lieferte sie gegen Herne, markierte elf Punkte. „Das war genau das, was wir uns von Danielle erhofft hatten, echt fantastisch“, lobte Parsons. Bis zum Jahresende wird McCray wohl bleiben, in der Zwischenzeit soll sich die bisher so starke Roscoe (Riss auf der Patellasehne) erholt haben.

Luchse haben bis zu 28 Punkte Vorsprung

Die Hernerinnen ihrerseits erholten sich von dem Zwischenspurt des TKH nicht, ganz im Gegenteil. Bei ihnen ging nichts mehr, auf 28 Zähler setzten sich die Luchse ab. „Ich habe gesagt, wenn wir einen Rebound bekommen, loslaufen und es einfach spielen“, sagte Parsons. Das klappte ganz famos, der vorherige Tabellenzweite zeigte Nerven und wirkte platt. Ihm gelang fast nichts mehr. Großen Anteil daran hatte Tessa Stammberger, die Deutsch-Kanadierin verteidigte gegen Hernes Gefährlichste „wirklich überragend“, wie die Trainerin feststellte.

Nach der ersten Halbzeit hatte es nach 13:18 im ersten und 15:10 im zweiten Viertel noch unentschieden gestanden. „Es war ausgeglichen, wir haben gekämpft und gearbeitet“, sagte Parsons, „wir wussten aber auch, dass Herne jetzt müde ist und dass sie die Leistung nicht halten können.“ Im Pokal hatte Herne erst am Donnerstag gespielt, die Luchse schon am Mittwoch. Beide setzten sich gegen Zweitligisten durch.

Nach dem sechsten Sieg im siebten Spiel ließ sich Kapitänin Aliaksandra Tarasava von Karolin Tzokov huckepack zum Jubeln tragen. Die Luchse sind zum Spitzenteam geworden, am Samstag erwarten sie um 18 Uhr die Panthers Osnabrück zum nächsten Topspiel.