05. August 2021 / 17:36 Uhr

Trainingsauftakt beim TKH: Bei den Luchsen gibt jetzt Sidney Parsons den Ton an

Trainingsauftakt beim TKH: Bei den Luchsen gibt jetzt Sidney Parsons den Ton an

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sidney Parsons will eine neue Form der Kommunikation beim TK etablieren.
Sidney Parsons will eine neue Form der Kommunikation beim TK etablieren. © Florian Petrow
Anzeige

Sidney Parsons ist die neue Trainerin der TK Hannover Luchse - und sie "will eine andere Kultur" bei den Bundesliga-Basketballerinnen einführen. "Wir brauchen viel mehr Kommunikation", sagte sie beim Trainingsauftakt. Ihr Team solle "nächste Saison das Team sein, das alle fürchten".

Eines steht jetzt schon fest. Die Bundesliga-Basketballerinnen des TK Hannover spielen künftig laut. Die neue Trainerin der „Luchse“, wie sich die Mannschaft nun nennt, schlägt ganz neue Töne an. „Ich will eine andere Kultur, ich will etwas verändern. Wir brauchen viel mehr Kommunikation“, sagt Sidney Parsons. Die EBRC TK Hannover Luchse wollen in der kommenden Saison in die Play-offs. Um das zu schaffen, sind sie bereits in die Vorbereitung gestartet. Mit Energiebündel Parsons vorneweg.

Anzeige

„Es ist mir zu leise hier. Sprecht miteinander, unterstützt euch, helft euch!“ Parsons kann natürlich auch Deutsch, die klaren Ansagen macht sie aber auf Englisch. Und so läuft das gesamte Training. Es ist laut in der Halle der IGS Linden, es wird permanent geklatscht und angefeuert. Und die 33-jährige Parsons ist mittendrin. Sie dirigiert, sie macht unermüdlich mit und sie macht vor, wie es geht.

Bilder vom Trainingsauftakt der Basketballerinnen der EBRC TK Hannover Luchse

Neue Gesichter beim TKH: Aldona Morawiec (von links), Anne Zipser, Helena Eckerle, Sidney Parsons, Flavia Behrendt und Patricia Brossmann. Zur Galerie
Neue Gesichter beim TKH: Aldona Morawiec (von links), Anne Zipser, Helena Eckerle, Sidney Parsons, Flavia Behrendt und Patricia Brossmann. © Florian Petrow

„Ich brauche das einfach. So halte ich mich fit“, sagt Parsons, die mit „viel Spaß hart arbeiten will“. Sie könnte locker noch selbst spielen und hat das auch ab 2010 bis 2018 als Profi in Deutschland und Australien getan, bevor sie ein Meniskusriss stoppte. Zuletzt stand oder besser gesagt wirbelte sie beim TSV Wasserburg an der Linie. Dann trat sie die Nachfolge von Julia Höhne beim TKH an.

Parsons hat zunächst die Defensive im Blick

„Wenn Sid da ist, brennt immer die Halle“, sagt Finja Schaake, die zum erweiterten Kreis des Nationalteams gehört. „Die Frau ist wirklich auf Draht, das war eine coole Sache und ein sehr guter Start“, so Schaake.

Nach rund einer halben Stunde kommen die Spielerinnen in dieser zweiten Einheit am Tag schon reichlich ins Schnaufen. Dann unterbricht Parsons kurz. „Ich spreche gern. Und ich spreche gern schnell. Fragt nach, wenn etwas unklar ist“, ruft sie dem Team zu. Und sofort geht es weiter.

Parsons legt großen Wert selbst auf Kleinigkeiten („Sie können über Erfolge in einer langen Saison entscheiden“) und hat zunächst vor allem die Defensive im Blick. Immer wieder korrigiert sie, treibt an, geht ins Detail. „Wir tun das aus einem guten Grund. Wir wollen nächste Saison das Team sein, das alle fürchten“, betont sie.


Mehr Berichte aus der Region

Die neu formierte Mannschaft ist nahezu komplett bei den ersten Einheiten. Nur die Amerikanerin Kelly Moten (27 Jahre/Point Guard) und Samantha Roscoe aus Aus­tra­li­en (25/Center) stoßen erst in den nächsten Wochen dazu.

„Das sind intensive Einheiten, es macht superviel Spaß. Es ist gut, dass wir schon jetzt die Grundlagen schaffen“, so Schaake. Auch Parsons strahlt nach dem Training, sie wohnt in der Südstadt und fühlt sich bereits wohl: „Hannover hat immer viel Potenzial gehabt, aber irgendetwas hat jeweils gefehlt.“ Das will sie ändern. Und zwar lautstark.