22. November 2020 / 20:16 Uhr

Übermacht in Grün: TKH-Damen ohne Chance gegen Spitzenreiter Rutronik Stars Keltern

Übermacht in Grün: TKH-Damen ohne Chance gegen Spitzenreiter Rutronik Stars Keltern

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
TK Hannover - Rutronik Stars Keltern: 
Stavroulla Koniali (am Ball) wird hart angegangen.
TK Hannover - Rutronik Stars Keltern: Stavroulla Koniali (am Ball) wird hart angegangen. © Florian Petrow
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Der Start war vielversprechend, dann wurde es ernüchternd. Gegen den Tabellenführer der Basketball-Bundesliga, die Rutronik Stars Keltern, kassierten die TKH-Damen eine deftige Heimklatsche. Trainerin Juliane Höhne war bedient und rätselte über den Leistungseinbruch ihrer Mannschaft.

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Trainerin Juliane Höhne saß geknickt auf ihrem Stuhl und blickte immer wieder auf den Spielberichtsbogen, dann wieder versteinert ins Leere. Drei Meter daneben: Kapitänin Aliaksandra Tarasava. Auch ihr Gesicht: fassungs- und ratlos.

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Die 56:77-Heimklatsche gegen Topteam Keltern gestern Nachmittag in der Halle an der Birkenstraße war nur schwer zu verdauen. Am Ende war Hannover chancenlos, was nach dem vielversprechenden Start umso mehr Rätsel aufgab.

Damenbasketball-Bundesliga: TK Hannover - Rutronik Stars Keltern

TK Hannover - Rutronik Stars Keltern: 
Stephanie Gardner ist frustriert. Zur Galerie
TK Hannover - Rutronik Stars Keltern: Stephanie Gardner ist frustriert. ©

Keltern ersatzgeschwächt - TKH kann das nicht nutzen

Keltern musste auf drei Spielerinnen verzichten, war angreifbar. „Wenn man Keltern heute nicht schlägt, wann dann?“, fragte sich Höhne auch noch hinterher. Ihr Team verbaute sich den möglichen Sieg durch zu viele Fehler selbst. Mit 8:2 lag Hannover vorn. Ging da etwa wirklich was gegen den Favoriten? Keltern fing sich, ging selbst mit 16:15 in Führung und mit 20:19 in die erste Viertelpause. Abwehrarbeit fand praktisch nicht statt – auf beiden Seiten.

Im zweiten Abschnitt besann sich Keltern auf die Defensive und legte sich mit einem 10:0-Lauf zum 30:19 ein Polster zu. Hannover fand (noch) Antworten und verkürzte bis zur Pause auf 37:41. Höhne forderte in der Halbzeit eine bessere Abwehr. „41 Gegenpunkte waren zu viel. Keltern hat uns in der ersten Halbzeit von außen abgeschossen.“ Höhne habe in der Pause noch gesagt, dass sie sich keine Sorgen um die Offensive machen würde. „Meine Spielerinnen können alle vorne treffen. Dann machen die in den nächsten neuneinhalb Minuten nur zwei Punkte – vielleicht sollte ich nicht mehr so viel loben“, bemerkte Höhne.


Höhne wird laut in der Auszeit

Keltern zog auf 56:39 davon. Höhne wurde laut in der Auszeit. Das Spiel war praktisch entschieden. TKH-Teamchef Rodger Battersby bekam den Untergang nicht mehr mit. Er hatte aus privaten Gründen nur Zeit für die erste Hälfte. Gut, dass er ging. Das spätere Elend hätte ihn nur wütend gemacht. Hannover leistete sich insgesamt 19 Ballverluste, das ging schon in der ersten Hälfte los und setzte sich bis zum Ende fort.

Wir sind total eingebrochen"

„Klar deckt Keltern aggressiv, aber die Fehler haben wir unbedrängt gemacht“, kritisierte Höhne und war tief enttäuscht „von der Art und Weise“ der Pleite. „Wir sind total eingebrochen in der zweiten Hälfte.“ Weiterer Faktor: die miese Wurfquote. Von 17 Dreierversuchen traf der TKH nur drei. Die Gesamtquote aus dem Feld lag bei 32,3 Prozent. So lässt sich kein Basketballspiel gewinnen.

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Keltern beendet Spiel mit 10:0-Lauf

Im Schlussabschnitt verkürzte Hannover auf 55:65. Doch die Gäste beschlossen das Spiel mit einem erneuten 10:0-Lauf – zu viel Keltern für den TKH. Dabei waren „die gar nicht so viel besser“, sagte Tarasava, als sie sich nach dem Spiel von der Physiotherapeutin den umgeknickten rechten Knöchel kneten ließ. „Wir haben denen in der ersten Halbzeit einen echten Kampf geliefert, aber die Ballverluste waren entscheidend. Wir müssen das jetzt aufarbeiten und nach vorne schauen“, sagte die Kapitänin.

Mit nun zwei Niederlagen aus drei Spielen befindet sich Hannover im unteren Drittel der aufgrund zahlreicher Spielabsagen noch völlig schiefen Tabelle. Sonntag geht es nach Heidelberg.