21. Januar 2021 / 13:47 Uhr

TKH-Kapitänin Salzmann verpasst die Weltmeisterschaft: "Da kam viel zusammen"

TKH-Kapitänin Salzmann verpasst die Weltmeisterschaft: "Da kam viel zusammen"

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jubel mit dem deutschen Team: Charlotte Salzmann (Vierte von rechts im kleinen Bild) feiert 2018 den WM-Titel in Österreich. Bei dem Turnier in der Schweiz wird sie fehlen.
Jubel mit dem deutschen Team: Charlotte Salzmann (Vierte von rechts im kleinen Bild) feiert 2018 den WM-Titel in Österreich. Bei dem Turnier in der Schweiz wird sie fehlen. © Debbie Jayne Kinsey / Luger/imago images
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Die Faustballerin Charlotte Salzmann vom TK Hannover steht nicht im Nationalkader. Sie wird bei der Weltmeisterschaft in der Schweiz Mitte Juli nicht dabei sein und den WM-Titel von 2018 nicht wiederholen können. Die Südstädterin hofft nun auf eine Teilnahme bei den World Games in den USA.

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Es hat nicht nur an Corona gelegen, dass es sportlich ein Jahr voller Rückschläge gewesen ist für Faustballerin Charlotte Salzmann. Die Kapitänin des Erstligisten TK Hannover bekam durch die Pandemie allerdings nur wenig Chancen, sich zu zeigen. Sie verlor ihren Platz im Nationalteam und damit obendrein die Chance auf die WM-Teilnahme im Juli in der Schweiz. „Das war schon hart für mich“, sagt die Abwehrspezialistin, die 2018 in Österreich mit Deutschland die Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Ihr bleibt aber immerhin die Hoffnung auf die World Games im nächsten Jahr.

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Anstrengend ist 2020 für die 23-jährige Südstädterin gewesen. Fordernd. An ihrem geliebten Sport hat das weniger gelegen, wegen der Pandemie wurde erst die Hallensaison abgebrochen und die Sommerrunde mit nur zwei Turnierspieltagen irgendwie gerettet. Der TKH schlug sich ordentlich, verpasste jedoch die Endrunde. Salzmann hatte wegen ihres Doppelstudiums an der Leibniz-Uni reichlich zu tun: Deutsch und Sport auf Gymnasiallehramt plus eines Fachsemesters (Gesundheitsförderung durch Sport). „Ich wusste um die Belastung“, sagt Salzmann. Für Faustball sollte dennoch genug Zeit bleiben.

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Vor der ersten von nur drei Maßnahmen mit dem Nationalteam, einem Tageslehrgang, passierte es: Ihre Schwester hatte einen schweren Fahrradunfall. „Ich war mit den Gedanken woanders und selbst nicht zufrieden“, erinnert sich Salzmann. Zudem waren bei dieser Einheit wenig Angreiferinnen, die TKH-Spielführerin konnte sich kaum beweisen. „Da kam viel zusammen“, so Salzmann. Bei den folgenden beiden Lehrgängen war es ähnlich, diesmal standen etliche Klausuren an.

So schaffte es die meist gut gelaunte Salzmann nicht in den deutschen Kader. „Man muss aber auch sagen, dass das Nationalteam in der Abwehr sehr gut aufgestellt ist, mit vielen jungen Spielerinnen“, räumt Salzmann ein. Der Faustball bleibt indes ein aktuelles Thema für sie, wenngleich die Hallenrunde längst abgesagt ist. Die Teams der Frauen-Bundesliga haben einen Laufwettbewerb ins Leben gerufen, da rangiert der TKH auf einem Mittelfeldplatz. So ist trotz Corona wenigstens etwas Bewegung drin – und das ist es, was Charlotte Salzmann in der Pandemie am meisten vermisst. Sie hat sich extra ein vielseitiges Gravelbike zugelegt und radelt nun noch mehr – muss indes aktuell wegen Wadenproblemen vorsichtig sein.


Hoffnung auf die World Games

Ob die WM Mitte Juli in der Schweiz ausgetragen werden kann, da ist Salzmann skeptisch. Eigentlich sollte sie in Chile stattfinden, was Corona unmöglich machte. „Dass es nicht in Südamerika sein wird, hat mir die Verarbeitung erleichtert“, so Salzmann.

Für die World Games im Juli 2022 in Birmingham in den USA hat sie eine gute Perspektive, haben ihr die Trainer mitgeteilt. Nun ist das eben das große Ziel. „Es wird ja das erste Mal sein, dass die Frauen im Faustball dabei sind. Das ist schon etwas Besonderes. Ich hoffe, wir haben Corona bis dahin überwunden.“