09. Oktober 2019 / 09:32 Uhr

Am Geburtstag : TKH-Turner Toba schafft Olympiaqualifikation mit deutschem Team

Am Geburtstag : TKH-Turner Toba schafft Olympiaqualifikation mit deutschem Team

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Andreas Toba turnt am Reck. 
Andreas Toba turnt am Reck.  © dpa
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Der Hannoveraner Andreas Toba hat die Fahrkahrte zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 sicher. Mit dem Team qualifizierte sich der Turner des TKH für die Wettkämpfe – und zwar an seinem 29 Geburtstag.

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Andreas Toba musste lange warten am Montag. Erst nach 22 Uhr konnte der Turner des TK Hannover seinen 29. Geburtstag richtig genießen. Da stand fest, dass sich die deutsche Riege bei der Weltmeisterschaft in Stuttgart auf dem zwölften Rang der Teamqualifikation eingereiht hat. Es war eine Punktlandung für die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020.

„Natürlich fiel eine Riesenlast von uns“, sagte Toba. Er und seine Kollegen hatten bereits am Sonntag an die Geräte gehen müssen. „Wir wussten, dass es knapp wird“, sagte der Hannoveraner angesichts der erzielten 246,506 Punkte nach Patzern der Kollegen am Barren und Seitpferd.

Toba bot einen grundsoliden Mehrkampf

Toba selbst bot einen grundsoliden Mehrkampf und hatte schon am Montagmorgen den Platz im Finale der besten 24 Mehrkämpfer sicher. Er beendete die Qualifikation auf dem 13. Platz (82,781 Punkte). „Ich will mich am Freitag noch einmal mit einem richtig guten Wettkampf bei meiner Familie, meinen Freunden und Trainern bedanken“, sagte Toba.

Im Team begann aber eine Zitterpartie für die Deutschen, die sich vor der achten und letzten Qualifikationsgruppe auf dem elften Platz befanden. „Nur ein Team durfte uns noch überholen“, sagte Toba, der mit den Kollegen auf der Zuschauertribüne zitterte.

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Das Happy End trat ein – nur die Schweiz übertraf die deutsche Punktzahl, die Niederlande und Rumänien blieben hinter Toba und Co. „Als die Niederländer am Sprung, ihrem vierten Gerät, gepatzt hatten, wussten wir, es reicht“, sagte Toba. Die kleine Feier im Hotel mit Ansprachen der Funktionäre des Deutschen Turner-Bundes und des Cheftrainers Andreas Hirsch war gerettet. „Wir hatten im Vorfeld diverse Verletzte, vor allem Marcel Nguyen mit seiner Erfahrung hat uns an einigen Geräten gefehlt“, sagte Toba, der schon im Vorfeld der Weltmeisterschaft von einer ganz knappen Entscheidung für seine Riege gesprochen hatte. „Zwischen Rang sechs und 14 ist alles drin.“

Nationale Qualifikation im nächsten Frühjahr

Toba kann daher auch verschmerzen, dass er nun durch die nationale Qualifikation im nächsten Frühjahr muss. Hätte das deutsche Team die Olympiateilnahme verpasst, wäre der Hannoveraner als Einzelstarter aufgrund seines starken Mehrkampfes auf jeden Fall in Tokio gestartet. „Für unsere Sportart ist es aber wichtiger, dass die Mannschaft bei Olympia mitmacht“, sagte Toba. Und als derzeit ausgeglichenster und stärkster deutscher Turner ist er in der Riege ohnehin unverzichtbar.

Zur Abrundung der WM will Toba am Freitag bessere Abgänge am Barren und Reck turnen und weitere „kleine Fehler abstellen. Dann wird man sehen, auf welchem Platz ich lande“, sagte er.

Erholung vom Wettkampfstress wird es für Toba danach nicht geben. „Ich komme am Montag aus Stuttgart zurück, dann folgen die Bundesliga und Weltcups“, sagte der TKH-Turner. Und im Training richtet sich schon der Blick auf Tokio, es wäre Tobas dritte Olympiateilnahme, die den familieninternen Gleichstand brächte. Vater Marius startete 1988, 1996 und 2000 bei den Sommerspielen.

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