28. Januar 2016 / 15:19 Uhr

Tobias Hagemann: „Sowas über sich selber zu lesen, ist nie schön.“

Tobias Hagemann: „Sowas über sich selber zu lesen, ist nie schön.“

Ludwig Schmidt
Märkische Allgemeine Zeitung
Tobias Hagemann blickt zuversichtlich in die Zukunft. Nach dem Rummel um die zurückgenommene rote Karte schielt er nun auf die Oberliga.
Tobias Hagemann blickt zuversichtlich in die Zukunft. Nach dem Rummel um die zurückgenommene rote Karte schielt er nun auf die Oberliga. © Archiv
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Fußballkreis Havelland: Tobias Hagemann im Interview über seinen Aufstieg, zurückgenommene rote Karten und die Oberliga.

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Sie sind diejenigen, ohne die wir als Fußballer kein Spiel bestreiten könnten: die Schiedsrichter. Ohne sie müssten 22 Kicker vergeblich auf einen Anpfiff warten. Deshalb stellen wir ab sofort einmal wöchentlich einen Unparteiischen vor – dieses Mal ist Tobias Hagemann (Fußballkreis Havelland) an der Reihe:

„Ab diesem Zeitpunkt habe ich erstmals wirklich realisiert, wie viel Aufmerksamkeit solch ein Spiel bekommen kann“, stellt Tobias Hagemann zurückblickend fest. Am 13.12.2014 zückte der Schiedsrichter in der Brandenburgliga-Partie zwischen dem TuS Sachsenhausen und dem MSV Neuruppin zunächst die rote Karte, um diese anschließend nach tumultartigen Szenen auf dem Platz wieder zurückzunehmen (MAZ Sportbuzzer berichtete). „Das war natürliche keine schöne Situation, Videomitschnitte zeigten mir aber nach der Partie, dass es richtig war, so zu handeln“, so Hagemann heute.

Die Oberliga als auserkorenes Ziel

Die Entscheidung schlug Wellen. Hagemann sah sich in den Schlagzeilen der regionalen Medien wieder – oftmals auch falsch zitiert. „Falsche Darstellungen über die eigene Person zu lesen, ist nie schön. Doch mit dem Verschwinden des Themas aus der regionalen Berichterstattung, habe ich auch nicht mehr an dieses Thema gedacht“, so der 22-Jährige. Das Thema ist abgehakt. Motiviert blickt der Student für Energie- und Prozesstechnik nach vorn. Die Oberliga ist das auserkorene Ziel. „Nach zwei Jahren in der Brandenburgliga ist es nun an der Zeit, weiter nach oben zu blicken.“ Dass das nicht leicht wird, weiß auch der junge Schiedsrichter, der durch einen Freund zum Schiedsrichterwesen kam und daraufhin 2009 die Ausbildung zum Unparteiischen absolvierte. Dabei habe er seit der ersten Minute Spaß an seinem neuen Hobby gehabt. „Die schnellen Aufstiege waren zusätzlicher Ansporn für mich. Man hat gesehen, wie schnell es gehen kann“, so Hagemann.

„Diese Kulisse und diese Atmosphäre werden mir wohl ewig in Erinnerung bleiben."

Eh er sich versah, fand er sich 2014 im Landespokal-Spiel zwischen dem SV Großräschen und dem FC Energie Cottbus vor 3.100 Zuschauern als amtierender Schiedsrichter wieder. „Diese Kulisse und diese Atmosphäre werden mir wohl ewig in Erinnerung bleiben. Das war bislang einzigartig in meiner Laufbahn.“ Nicht nur im Landespokal stößt der junge Mann auf große Namen. Diese findet er auch regelmäßig, wenn er in der B-Junioren-Bundesliga pfeift. Auswärtsfahrten nach Jena und Braunschweig stehen dann schon einmal auf dem Programm. „Im Vergleich zur Brandenburgliga unterscheidet sich diese Liga im Wesentlichen durch das viel höhere Tempo, welches die jungen Nachwuchs-Talente abspulen und das Fehlen der Nebenkriegsschauplätze“, so Hagemann.