02. Juni 2020 / 17:59 Uhr

Kaepernick, LeBron, Chelsea: Sportstars fordern nach Tod von George Floyd ein Ende von Gewalt und Rassismus

Kaepernick, LeBron, Chelsea: Sportstars fordern nach Tod von George Floyd ein Ende von Gewalt und Rassismus

Robin Schwitzer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sportstars aus aller Welt machen sich gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA stark.
Sportstars aus aller Welt machen sich gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA stark. © dpa/Twitter/Instagram
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Ein Video versetzt die Welt in Entsetzen: Der Afroamerikaner George Floyd wird von einem Polizisten bis zur Bewusstlosigkeit zu Boden gedrückt. Wenig später stirbt er im Krankenhaus. Die USA befinden sich seit Tagen im Ausnahmezustand - auch Sportler protestieren gegen Polizeigewalt und Rassismus.

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Der qualvolle Tod des Afroamerikaners George Flyod hat in den USA zu landesweiten Protesten und schweren Ausschreitungen geführt - und auch der Sport reagiert auf die dramatischen Szenen, deren Videoaufnahmen um die Welt gingen. Bundesliga-Profis wie Jadon Sancho, Weston McKennie oder Marcus Thuram protestierten am vergangenen Wochenende gegen Rassismus und Polizeigewalt. Kurz danach wurde publik, dass sich der DFB-Kontrollausschuss wegen der Botschaften eingeschaltet hat- die FIFA sprach sich allerdings gegen eine Bestrafung aus. Und auch der DFB kündigte an, das Thema mit "Augenmaß" beurteilen zu wollen.

Sancho, McKennie, Thuram und Co.: Bundesliga-Stars protestieren gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA

 Gerechtigkeit für den ermordeten George Floyd: BVB-Profi Jadon Sancho mit einer klaren Botschaft nach seinem Treffer zum 2:0 gegen den SC Paderborn am 29. Bundesliga-Spieltag. Zur Galerie
Gerechtigkeit für den ermordeten George Floyd: BVB-Profi Jadon Sancho mit einer klaren Botschaft nach seinem Treffer zum 2:0 gegen den SC Paderborn am 29. Bundesliga-Spieltag. ©

Sportstars aus aller Welt brachten ihre Wut, ihren Unmut und ihr Mitgefühl über soziale Medien zum Ausdruck. So kritisierte Lewis Hamilton in einer emotionalen Instagram-Story das Schweigen einer von "weißen dominierten" Formel 1 über die Vorfälle. Sein Rennstall sowie Ferrari-Fahrer Leclerc solidarisierten sich mit ihm.

Kaepernick: "Revolte die einzig logische Reaktion"

Colin Kaepernick, der bereits im Jahr 2016 mit einem demonstrativen Kniefall bei der US-Hymne gegen Rassismus und Polizeigewalt protestierte, zeigte sich bestürzt. "Wenn gutes Benehmen zum Tod führt, ist Revolte die einzig logische Reaktion", schrieb er auf Twitter. "Wir haben das Recht, zurückzuschlagen!", so der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers weiter.

"Diese Welt ist wirklich widerlich" - Odell Beckham Jr. hat keine Erklärung

Weitere Reaktionen aus der NFL folgten. "Die sinnlosen Morde, die wir gesehen haben, sind falsch und können in unserem Land nicht weitergehen", heißt es in einem Statement von Star-Quarterback Patrick Mahomes. "Diese Welt ist wirklich widerlich", fand Wide Receiver Odell Beckham Jr. von den Cleveland Browns noch deutlichere Worte.

Jordan, James und Co.: NBA-Stars erheben ihre Stimme

Natürlich schlugen die aktuellen Ereignisse auch bei NBA-Profis hohe Wellen. So veröffentliche Michael Jordan über den Twitter-Account der Charlotte Hornets ein Statement, in dem es heißt: "Ich bin tieftraurig, wahrhaft schmerzerfüllt und einfach wütend (...) Wir haben genug."

"I can't breathe": James und Bryant schon 2014 mit einer klaren Botschaft

LeBron James sowie die Witwe von Kobe Bryant zeigten mit Fotos aus dem Jahr 2014, dass Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA noch immer omnipräsent ist. Schon vor sechs Jahren trugen LeBron und Kobe Shirts mit der Aufschrift "I Can't Breathe" - nachdem der Afroamerikaner Eric Garner an den Folgen eines Polizeiübergriffes starb.

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STILL!!!! 🤬😢😤

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"This is why": Kaepernicks Kniefall im Fokus

James legte via Instagram nochmal nach und nahm mit einem weiteren Post auf Kaepernicks Kniefall von 2014 Bezug. Auch Patrick Esume, Football-Coach der französischen Nationalmannschaft und NFL-Experte, postete das Bild, welches die Aktion vom ehemaligen 49ers-Quarterback verteidigt - und die Aktualität des Problems noch Jahre später aufzeigt.

Tiger Woods: "Können auch anders unsere Standpunkte klarmachen"

Golf-Ikone Tiger Woods veröffentlichte ebenfalls ein Statement: "Diese Tragödie hat ganz klar eine Linie überschritten", so der 44-Jährige. Woods appelliert dennoch an die Vernunft der Menschen. "Auch ohne die Nachbarschaft anzuzünden, können wir unsere Standpunkte klarmachen."

Liverpool und Chelsea knien nieder

Beim FC Liverpool waren es nicht einzelne Spieler, sondern die gesamte Mannschaft, die ein Zeichen setzte. Vor dem Trainingsauftakt kniete das Team um Jürgen Klopp am Mittelkreis nieder. Auch der FC Chelsea schloss sich mit einem symbolischen Kniefall den Protesten an. Zahlreiche Profis, darunter der deutsche Nationalspieler Rüdiger, veröffentlichten am Dienstag ein Foto auf Instagram, das die Spieler kniend auf dem Rasen ihres Trainingszentrums in Cobham zeigt.

Boateng und Rashord sind schockiert

Mit Marcus Rashford und Jerome Boateng reagierten weitere Fußballer bestürzt auf den Tod von George Floyd. So erklärte der Stürmer von Manchester United, dass er diese Ereignisse aus den vergangenen Tagen erst einmal habe verarbeiten müssen. Nun meldete er sich - wie auch der Bayern-Verteidiger - zu Wort.

Währenddessen halten die schweren Proteste vor Ort weiter an - die USA befinden sich seit Tagen im Ausnahmezustand. So werden wohl auch weitere Reaktionen aus dem Weltsport folgen.