23. März 2020 / 08:33 Uhr

Tokio 2020: Auch Dresdens Rennkanuten gehen auf Abstand

Tokio 2020: Auch Dresdens Rennkanuten gehen auf Abstand

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
4.8.2017,
Steffi Kriegerstein, Kanu, 
Kanu Club Dresden, 
c by Matthias Rietschel; 
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Die Dresdner Kanutin Steffi Kriegerstein appelliert an die Vernunft der Menschen. © Matthias Rietschel
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Die Trainingslager und Wettkämpfe der Rennkanuten sind gestrichen. Trainiert wird nur provisorisch. Das Ziel sind noch immer die Olympischen Spiele. Doch an der Durchführung des Sportevents im Sommer zweifeln die Dresdner Athleten.

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Dresden. Eigentlich sollten die deutschen Rennkanuten, die sich auf die Olympischen Spiele vorbereiten, ab diesem Montag in Kienbaum trainieren. Olympiasieger Tom Liebscher vom KC Dresden berichtete jedoch, dass Ende vergangener Woche auch dieses Trainingslager aufgrund der Coronakrise abgesagt wurde. Alle Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene wurden zuvor schon bis Anfang bzw. Ende Juni gestrichen.

„Über das geplante Trainingslager in Kienbaum gab es schon bei uns Sportlern zuvor geteilte Meinungen“, gibt der 26-Jährige zu. Nach der fluchtartigen Abreise aus Spanien habe ihn die ganze Situation Anfang vergangenen Woche schon ein wenig überrollt. „Mittlerweile habe ich mich darauf eingerichtet und konzentriere mich auf mich selbst. Wir sind jetzt zu Hause und ich fahre nur zum Training und zurück“, so Liebscher.

Trainingsgefährtin Steffi Kriegerstein hat sich bei Facebook zur gegenwärtigen Lage geäußert: „Der KC Dresden sowie mein Trainer Jens Kühn haben sich stetig bemüht und bemühen sich noch, uns die bestmöglichen Trainingsbedingungen zu bieten. Das Vereinsgebäude ist geschlossen, jedoch haben wir einen provisorischen Kraftraum und können jeden Tag auf ruhigem Wasser in der Kiesgrube trainieren“, schreibt die 27-Jährige. Allerdings sei die Trainingsgruppe auf vier Athleten geschrumpft, da nur die Olympiakader dieses Provisorium per Ausnahmegenehmigung nutzen dürften.

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Keine Zeit für Egoismus

Tom Liebscher denkt dabei auch an den Nachwuchs: „Für unsere Talente tut es mir leid, dass sie den kompletten Trainingsbetrieb einstellen mussten. Das ist hart.“ Der mehrfache Weltmeister betont: „Selbst wir Vier halten untereinander Abstand und gehen verantwortungsbewusst mit der Situation um. Wir haben schließlich auch eine soziale Verantwortung und Vorbildwirkung. Da würde es nicht passen, wenn wir jetzt auf der Elbe rumpaddeln und so tun, als würden wir alles machen wie immer.“

Kurzes Update zu der Frage "Hey Steffi, kannst du überhaupt noch trainieren?" Ich kann diese Frage zum Glück mit Ja...

Gepostet von Steffi Kriegerstein-Athlete am Freitag, 20. März 2020

Das sieht Steffi Kriegerstein ebenso: „Das Ziel sind noch immer die Olympischen Spiele. Aber unter diesen Bedingungen bin ich mir nicht sicher, ob es aktuell der richtige Zeitpunkt ist, diese durchzuführen“, zweifelt sie, wie viele andere Athleten, das Festhalten an der Durchführung des größten Sportevents im Sommer an. „Für den Moment ist es das Wichtigste, dem Virus keine weitere Chance zu bieten, sich auszuweiten“, so die Olympia-Zweite, die einen Appell an alle Menschen schickt: „Also hört auf das, was die Regierung und die Ärzte empfehlen. Jetzt ist keine Zeit für Egoismus, denkt an das große Ganze!“

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