12. Januar 2021 / 16:30 Uhr

Toller Start ins Olympia-Jahr: Scoccimarro holt beim Judo-Masters Bronze!

Toller Start ins Olympia-Jahr: Scoccimarro holt beim Judo-Masters Bronze!

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Toller Start ins Olympia-Jahr für Giovanni Scoccimarro! Die Lessienerin sicherte sich beim Masters in Doha (Katar) Bronze.
Toller Start ins Olympia-Jahr für Giovanni Scoccimarro! Die Lessienerin sicherte sich beim Masters in Doha (Katar) Bronze. © IJF (2)
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Toller Start ins Olympia-Jahr für Giovanni Scoccimarro! Die Lessienerin, die für den MTV Vorsfelde startet, sicherte sich beim Judo-Masters in Doha (Katar) einen starken dritten Platz, untermauerte mit Bronze ihr Tokio-Ticket.

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Erst ein Freilos, dann in Runde zwei gegen Alice Bellandi: Giovanna Scoccimarro startete als Letzte der 25 Teilnehmerinnen der Klasse bis 70 Kilogramm beim Judo-Masters in Doha (Katar) in den Wettbewerb - und sie verließ auch als eine der letzten die Matte, jubelte am Ende über Bronze und satte 900 Punkte für die Olympia-Quali. Damit hat die Lessienerin nach ihrem frühen EM-Aus zum Abschluss des vergangenen Jahres gleich wieder ein Ausrufezeichen gesetzt!

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Die Italienerin Bellandi ist zwar „nur“ 26. der Weltrangliste, hat aber eine Vorliebe für Kämpfe gegen Athletinnen aus Deutschland. Seit 2015 gewann sie 13 von 16 Vergleichen, darunter auch den gegen die Lessienerin beim Grand Slam 2019 in Abu Dhabi - obwohl Scoccimarro das Duell über weite Strecken dominiert hatte.

Mehr über Giovanna Scoccimarro

In Doha drehte das Judo-Ass des MTV Vorsfelde den Spieß nun um. Nach verhaltenem Beginn und einem Shido für beide Kämpferinnen, riss die 23-Jährige den Kampf an sich. Bellandi ließ sichtlich Körner, kassierte ihre zweite Verwarnung, rettete sich aber in den Golden Score. Doch hier drehte Scoccimarro endgültig auf, hebelte ihre Gegnerin schnell aus - Ippon. Das Ticket fürs Pool-Finale - gleichbedeutend mit dem Viertelfinale - war gelöst.

Hier wartete die Weltranglisten-Dritte Sanne van Dijke. Es war die Neuauflage des EM-Finals von 2017. Die Lessienerin, selbst Neunte der Weltrangliste, wurde damals früh für eine kleine Wertung ausgekontert, fightete danach verbissen, aber vergebens. Im November 2019 gelang ihr in der Bundesliga gegen die Niederländern aber die Revanche – sie siegte per Ippon.

Der Kampf in Doha verlief lange ausgeglichen, Scoccimarro suchte gegen die amtierende Vize-Europameisterin ihre Chance, doch die Niederländern hielt den Attacken stand und gewann letztlich, ohne Scoccimarro zu werfen. Denn die 23-Jährige kassierte kurz vorm Ende der regulären Kampfzeit ihren dritten Shido, gleichbedeutend mit einer sofortigen Niederlage.

So ging's für Scoccimarro in die Trostrunde. Und dort gegen Kim Seongyeon. Gegen die Koreanerin hatte sich Scoccimarro vor rund einem Jahr beim Grand Slam in Düsseldorf Bronze und damit ihre damalige Olympia-Nominierung gesichert. Ein gutes Omen? Oh, ja! Die 23-Jährige bestimmte das Geschehen, ging dann mit einem Waza-ari in Führung und brachte den Vorsprung souverän ins Ziel. Das kleine Finale war erreicht!

Im Bronze-Kampf wartete Aoife Coughlan (Australien) auf die Lessienerin. Scoccimarro betrat die Matte mit entschlossenem Blick, diktierte das Kampfgeschehen gegen die mehrfache Ozeanien-Meisterin. Coughlan wackelte, fiel zunächst aber nicht in der regulären Kampfzeit. Und so wurde es kurz zittrig für die Deutsche, weil sie mit zwei Shidos in den Golden Score ging. Doch die 23-Jährige lieferte weiter gute, starke Angriffe ab. Dann brachte sie schön ihre Hüfte, zog durch - Waza-ari! Bronze für Scoccimarro, dazu 900 Qualipunkte für die Welt- und Olympia-Rangliste

Es war die erste Medaille für Deutschlands Frauen in Doha. Kurz zuvor hatte sich bei den Männern Igor Wandtke, der mit Scoccimarro am Olympia-Stützpunkt in Hannover trainiert, ebenfalls Bronze geholt.

Für Scoccimarros nationale Konkurrentin war übrigens erwartungsgemäß früh Schluss. Nach ihrem Auftakt-Sieg gegen die Marokkanerin Assmaa Niang unterlag Miriam Butkereit (TSV Glinde) der Weltranglisten-Ersten Marie-Eve Gahie (Frankreich) nach gerade einmal 22 Sekunden.

Giovanna Scoccimarro: Bilder von 2011 bis 2021.

2011: Giovanna Scoccimarro zeigt mit 13 Jahren ihre Goldmedaille vom Thüringer Messe-Cup. Das Judo-Talent hatte damit schon das dritte Bundessichtungsturnier in Folge gewonnen. Zur Galerie
2011: Giovanna Scoccimarro zeigt mit 13 Jahren ihre Goldmedaille vom Thüringer Messe-Cup. Das Judo-Talent hatte damit schon das dritte Bundessichtungsturnier in Folge gewonnen. ©

Die Internationale Judo-Föderation (IJF) eröffnete mit dem Masters in Doha die „Road to Tokio“ am persischen Golf. Auch ansonsten ist der Turnierplan bis zum Start der Olympischen Spiele am 23. Juli nach der Corona-Durststrecke von 2020 gut bestückt. Vom 18. bis 20. Februar steht der Grand Slam in Tel Aviv (Israel) an. Weitere folgen in Georgien, Taschkent, der Türkei und Frankreich. Auch eine EM und eine WM kurz vor den Spielen sollen ausgetragen werden. "Ich weiß nicht, was umgesetzt werden kann, es wird erst einmal viel angesetzt. Wir haben für uns noch keine genauere Planung", sagt Scoccimarro. "Jedes Wochenende ein Wettkampf wäre schwierig, überall, wo du anreist, musst du zwei Corona-Tests vorweisen können. Dann machst du wahrscheinlich jeden zweiten Tag einen."