01. August 2019 / 17:14 Uhr

Tom Nattermann vor Gastspiel bei Chemie Leipzig: "Ich habe noch immer ein grün-weißes Herz"

Tom Nattermann vor Gastspiel bei Chemie Leipzig: "Ich habe noch immer ein grün-weißes Herz"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Tom Nattermann (M.) gehört zu den erfahrensten Kickern bei Babelsberg 03 und trug im Nachwuchs das Trikot des FC Sachsen Leipzig (kleines Foto).
Tom Nattermann (M.) gehört zu den erfahrensten Kickern bei Babelsberg 03 und trug im Nachwuchs das Trikot des FC Sachsen Leipzig (kleines Foto). © Benjamin Feller/Privat
Anzeige

Regionalliga Nordost: Der 26-jährige Angreifer gastiert mit dem SV Babelsberg 03 am Samstag bei seinem Ex-Verein.

Anzeige
Anzeige

In dieser Woche trudeln bei Tom Nattermann nahezu täglich Kartenanfragen ein. „Ich denke, inzwischen bin ich so bei 25 Ticketwünschen von Familienmitgliedern und Freunden. Das wird natürlich schwer, alles zu realisieren“, sagt der 26-jährige Regionalliga-Fußballer des SV Babelsberg 03 und lacht. Während für die Kiezkicker mit dem Auftritt bei Aufsteiger Chemie Leipzig das zweite Auswärtsspiel der Saison auf dem Programm steht, stellen sich bei Nattermann vor der am Samstag (13.30 Uhr) stattfindenden Partie im alt-ehrwürdigen Alfred-Kunze-Sportpark im Leipziger Stadtteil Leutzsch Heimatgefühle ein.

„Ich habe noch immer ein grün-weißes Herz und würde mich weiterhin als Chemiker bezeichnen“, stellt der Kicker mit der Rückennummer elf klar. Sieben Jahre spielte der gebürtige Riesaer, der mit seiner Familie 2001 nach Leipzig gezogen ist, im Nachwuchs des FC Sachsen Leipzig. Der entstand 1990 aus der Fusion der Vereine BSG Chemie Leipzig und BSG Chemie Böhlen und musste den Spielbetrieb aufgrund anhaltender finanzieller Probleme zum 30. Juni 2011 einstellen.

„Leipzig und speziell Chemie sind für mich auf jeden Fall Heimat“, sagt Nattermann, der zur B-Jugend zu RB Leipzig gewechselt ist. Nach insgesamt sechs Spielzeiten im Nachwuchs- und Männerbereich des jetzigen Champions-League-Teilnehmers – in denen er in seinen letzten drei Spielzeiten mit 68 Toren in 70 Einsätzen maßgeblichen Anteil am Aufstieg bis in die Regionalliga hatte – schloss er sich 2015 dem damaligen Zweitligisten Erzgebirge Aue an.

Mehr zum SV Babelsberg 03

Nach Stationen bei Carl Zeiss Jena, Energie Cottbus und Germania Halberstadt entschloss er sich 2018 zum Wechsel an den Babelsberger Park. In seiner ersten Saison im SVB-Trikot stand er in allen 34 Punktspielen auf dem Platz und erzielte dabei 18 Tore. In der Rückrunde plagte sich der 1,80 Meter große Angreifer aber mit mehreren Verletzungen herum. Unter anderem zog er sich Bänderverletzungen im Knöchel und der Schulter zu. „Natürlich behindert das“, sagt der Rechtsfuß, „aber trotzdem konnte ich meinen Teil zum Erfolg der Mannschaft beitragen – auch wenn die Tore ausgeblieben sind.“

In der Sommerpause musste er sich dann unters Messer legen und Schrauben aus dem 2017 nach einem komplizierten Bruch operierten rechten Knöchel entfernen lassen. Dann verpasste er einen Großteil der Vorbereitung aufgrund einer Schambeinentzündung und Bauchmuskelzerrung.

Mehr zur Regionalliga Nordost

„Ich sehe mich selbst nicht da, wo ich gerne wäre. Ich bin fitnessmäßig vielleicht bei 70, 75 Prozent.“ Sein langer Ausfall passt ins Bild einer durchwachsenen Vorbereitung der Babelsberger unter Neu-Trainer Marco Vorbeck. So fehlen Philip Saalbach, Sven Reimann, Marco Flügel, Bogdan Rangelov und Dimitrios Komnos noch immer verletzt. Die aus der eigenen A-Jugend hochgezogenen Spieler müssen dadurch schon deutlich mehr Verantwortung übernehmen und können nicht wie ursprünglich geplant langsam an den Männerbereich herangeführt werden.

„Wir haben auf jeden Fall eine gewisse Qualität im Kader, waren zum Auftakt gegen den BFC etwa in den ersten 15 Minuten richtig gut im Spiel“, sagt Nattermann mit Blick auf die 1:3-Auftaktniederlage bei den Weinroten aus Berlin. „Aber die jungen Spieler müssen sich halt noch an Regionalliga-Fußball im Männerbereich gewöhnen. Dabei müssen wir ihnen helfen und da sehe ich mich zusammen mit den anderen älteren Spielern absolut in der Pflicht. Wir wissen aber alle, dass uns ein schwerer Saisonstart bevorsteht.“

In Bildern: Das sind die wichtigsten Sommertransfers Brandenburgs 2019/20.

Die Sportbuzzer-Wechselbörse Zur Galerie
Die Sportbuzzer-Wechselbörse ©
Anzeige

Am Samstag erwartet ihn und seine Teamkollegen beim Aufsteiger aus der Oberliga Süd, der mit zwei torlosen Remis gegen die ambitionierten Mannschaften Wacker Nordhausen und Viktoria Berlin gut in die Saison gestartet ist, eines der stimmungsvollsten Auswärtsspiele der Saison. Das weiß Nattermann aus eigener Erfahrung. „Ich versuche noch immer so oft es geht im Stadion zu sein, habe früher als Fan selbst in der Fankurve gestanden“, sagt der SVB-Angreifer, der aus dem aktuellen Chemie-Kader im Nachwuchs- oder Männerbereich unter anderem mit Benjamin Bellot, Benjamin Schmidt und Alexander Bury zusammenspielte.

„Es wird auf jeden Fall eine ganz besondere Partie für mich“, freut sich Tom Nattermann auf die anstehenden 90 Minuten, in denen er sein grün-weißes Herz dennoch ausblenden und mit den Filmstädtern die ersten Punkte der Saison 2019/20 einfahren will.

ANZEIGE: 50% auf dein Präsentations-Trainingsanzug! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Brandenburg
Sport aus aller Welt