21. August 2018 / 16:07 Uhr

Tommy Grupe schlägt auf Anhieb beim VfB Lübeck ein

Tommy Grupe schlägt auf Anhieb beim VfB Lübeck ein

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Lübecks Neuzugang Tommy Grupe (l.) hier im Testspiel gegen Jonas Hofmann vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach.
Lübecks Neuzugang Tommy Grupe (l.) hier im Testspiel gegen Jonas Hofmann vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach. © FELIX KÖNIG/54°
Anzeige

Grün-Weiße stellen mit neuem Abwehrchef, der vom FC Hansa Rostock gekommen war, die zurzeit beste Defensive der Regionalliga.

Mit nur einem Gegentor nach vier Punktspielen stellt der VfB Lübeck die beste Abwehr der Regionalliga Nord. Dass die Grün-Weißen defensiv erheblich stabiler geworden sind, hat mit der Umstellung auf das neue 3-5-2-Spielsystem zu tun. Aber auch mit dem neuen Abwehrchef Tommy Grupe, der die Qualität der Hintermannschaft merklich angehoben hat.

Anzeige

Regionalliga-Tore im TORBUZZER


Wer den 26-Jährigen abseits des Platzes trifft, begegnet einem eher ruhigeren Menschen. Auf dem Platz ist das anders. Dort übernimmt Grupe, Neuzugang vom FC Hansa Rostock, Verantwortung – was deutlich zu hören ist. „Ich habe ja schon einige Spiele in der dritten Liga (94 Spiele, sechs Tore, die Red.) absolviert und möchte diese Erfahrung beim VfB einbringen“, sagt der frühere Jugend-Nationalspieler (18 Einsätze, U15 bis U18).

Da wundert es wenig, dass Cheftrainer Rolf Landerl seinen neuen Spieler auf Anhieb zu einem von zwei Stellvertretern von Neu-Kapitän Daniel Halke bestimmt hat – gemeinsam mit Sven Mende. Der Verteidiger ist dankbar für so viel Vertrauen und will dieses zurückgeben. „Die Entscheidung des Trainers habe ich sehr positiv aufgenommen. Das ehrt mich sehr“, erzählt er.

"Die Chemie hat gleich gestimmt"


Schon in den Gesprächen mit Landerl und Sportdirektor Stefan Schnoor vor der Verpflichtung habe die Chemie sofort gestimmt, berichtet der Neu-Lübecker, der sich mit seinem acht Monate alten Sohn Matti und Ehefrau Anni (25) in Travemünde niedergelassen hat. Der Kontakt kam über Axel Rietentiet (ehemals FC Schönberg 95), dem aktuellen Coach von Hansa Rostock II zu Stande. „In den Gesprächen waren wir recht schnell auf einer Höhe und einig“, sagt Grupe. Beide Seiten hätten die gleichen Ziele.

Mit  Pavel Dotchev hat es nicht gepasst​

Nachdem Grupes Vertrag bei Rostocks Drittliga-Profis nicht verlängert worden war, griffen die VfB-Verantwortlichen zu und verpflichteten ihn für zwei Jahre bis zum 30. Juni 2020. Spätestens dann will der Klub aufsteigen. Bei den Mecklenburgern war das Problem, dass der 1,93 m große und beidfüßige Abwehrspieler mit Trainer Pavel Dotchev nicht auf einer Wellenlänge war. Dotchev war übrigens auch schon sein Coach beim SC Preußen Münster (bis Januar 2013), den Grupe nach nur sechs Monaten aufgrund von nur zwei Einsatzzeiten („es hat nicht funktioniert“) wieder gen Rostock verließ. „Es hat zwischen uns einfach nicht so gepasst“, sagt Grupe – und will nicht ins Detail gehen. Vielmehr freut er sich nun auf die neue Aufgabe in Lübeck.


Der Grund, dass er anderen interessierten Klubs einen Korb gegeben hat, ist die Ostsee („hier fühle ich mich wohl“) und die Nähe zu seiner Heimatstadt Rostock, wo die Familie lebt. „Ich bin sowohl sportlich als auch privat angekommen“, sagt das Hansa-Urgestein (19 Jahre). So sehr, dass er seit dem Wechsel im Juli noch nicht einmal wieder in der Heimat gewesen ist.

Mehr zur Regionalliga Nord

Ein großes Lob gibt es von Halke. „Durch seine ruhigere Art am Ball und generell gibt er einem Sicherheit“, sagt der VfB-Kapitän über seinen neuen Nebenmann. Außerdem gebe Grupe sehr klare Kommandos. „Und weil er zudem noch sehr zweikampfstark ist, hat man einfach ein sicheres Gefühl mit ihm“, sagt Halke. Mit dem Saisonstart (acht Punkte aus vier Spielen) zeigt sich Grupe zufrieden, auch wenn das späte Gegentor zum Auftakt beim 1:1 gegen den VfB Oldenburg ärgerlich gewesen sei. Das Lob gibt er indes zurück: „Wir stehen defensiv gut. Die ganze Mannschaft verteidigt gut. Das geht schon vorne los.“

Zeit, dass die Norderstedt-Serie reißt


Die schönsten Bilder vom Lübecker Heimsieg gegen Lupo-Martini Wolfsburg findet ihr in dieser Galerie (18.08.2018)

Ahmet Arslan war gegen Lupo-Martini Wolfsburg der Man of the Match für den VfB und konnte sich nach der Partie zurecht mit den Fans freuen. Das 1:0 durch Daniel Franziskus (44.) legte Arslan auf, bevor er für einen Blitzstart der Lübecker in die zweite Hälfte sorgte und 35 Sekunden nach dem Seitenwechsel zum 2:0 traf. Zur Galerie
Ahmet Arslan war gegen Lupo-Martini Wolfsburg der "Man of the Match" für den VfB und konnte sich nach der Partie zurecht mit den Fans freuen. Das 1:0 durch Daniel Franziskus (44.) legte Arslan auf, bevor er für einen Blitzstart der Lübecker in die zweite Hälfte sorgte und 35 Sekunden nach dem Seitenwechsel zum 2:0 traf. ©

Am Sonntag gastieren die Lübecker nun bei Eintracht Norderstedt (14 Uhr). Dass die Grün-Weißen in den jüngsten Duellen im Edmund-Plambeck-Stadion (0:3, 0:2, 1:1, 0:3) meist leer ausgeganen sind, weiß Grupe. „Es ist an der Zeit, diese Serie reißen zu lassen. Wir wollen diesmal drei Punkte mitnehmen“, sagt der neue Abwehrchef und will dazu beitragen, dass auch nach 360 Minuten am Stück die Null steht.