11. März 2019 / 06:10 Uhr

Zweikampf der Woche: Muss Löw auch Toni Kroos aussortieren?

Zweikampf der Woche: Muss Löw auch Toni Kroos aussortieren?

Florian Wichert und Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ist Toni Kroos noch stark genug für die deutsche Nationalmannschaft?
Ist Toni Kroos noch stark genug für die deutsche Nationalmannschaft? © imago/ZUMA Press
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Nach dem Nationalmannschafts-Aus für Hummels, Boateng und Müller richten sich die Blicke auf Toni Kroos. Sollte Löw in konsequenterweise ebenfalls verabschieden? Darüber diskutieren SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp und Florian Wichert von t-online.de.

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Pro: Ja, er ist ein Schatten seiner selbst

von Florian Wichert, Head of Fußball und Sport bei t-online.de

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Bundestrainer Joachim Löw hat den überfälligen Umbruch vollzogen – indem er Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller aus der Nationalelf verabschiedete. Jetzt spielen nur noch vier Weltmeister von 2014 im DFB-Team: Manuel Neuer, Toni Kroos, Matthias Ginter, Julian Draxler. Zwei davon sind leider immer noch zu viel.

Warum? Weil Neuer seiner Form seit knapp einem Jahr hinterherläuft – und auch Kroos nur ein Schatten seiner selbst ist. Ex-Real-Trainer Bernd Schuster verglich ihn mit einem „Dieseltraktor“, der „nichts macht“. Reals Jugendtrainer Álvaro Benito wurde gefeuert, weil er sagte, man könne mit Kroos „bei Gegenwind nicht segeln gehen“. Dabei scheint er recht zu haben. Nach dem Cristiano-Ronaldo-Abgang geht Kroos regelmäßig mit Real unter, wie zuletzt beim 1:4 in der Champions League gegen Ajax Amsterdam.

Seine Bilanz in 35 Saisonspielen: sechs Torbeteiligungen. Die junge Nationalelf braucht auch nach einem Umbruch Routiniers. Kroos hat eine Gigantenkarriere hingelegt, gehört aktuell aber nicht dazu – wenn es nach dem Leistungsprinzip geht.

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Contra: Nein, er soll Kapitän werden

von SPORTBUZZER-Fußballchef Heiko Ostendorp

Es sind stürmische Zeiten für Toni Kroos – und das war er lange nicht gewohnt. Drei Jahre hintereinander gewann er mit Real Madrid die Champions League, agierte dabei als Taktgeber und Gehirn der „Königlichen“.

Nun wurde Real zweimal von Barça düpiert, flog auch noch peinlich gegen Ajax Amsterdam aus der Königsklasse und bleibt wohl titellos. Kroos, inzwischen von seiner Verletzung genesen, ging mit unter und steht seitdem in der spanischen Presse heftig unter Beschuss.

Es wäre ein Fehler, wenn der Bundestrainer deswegen künftig auf seinen – mit Abstand – wichtigsten Spieler der letzten Jahre verzichten würde. Kroos hat eine Formkrise, unbestritten. Man mag ihm eine Pause gönnen. Aber er ist sportlich und als Führungsfigur nicht aus dem DFB-Team wegzudenken, längst nicht über dem Zenit und sollte nach dem Ende von Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller sogar eine Aufwertung bekommen. Joachim Löw sollte Kroos zum DFB-Kapitän machen, wenn er auch im Tor den Umbruch von Manuel Neuer zu Marc-André ter Stegen endlich vollzieht.

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