14. September 2020 / 21:22 Uhr

Eklat in Dresden: Ex-Dynamo Leistner stürmt auf Tribüne und stößt Fan um

Eklat in Dresden: Ex-Dynamo Leistner stürmt auf Tribüne und stößt Fan um

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Leistner
HSV-Profi Toni Leistner nach dem Pokalspiel im Dresdner Block, kurz nachdem er mit einem Dynamo-Fan aneinandergeraten war. © Steffen Manig
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Im Rahmen der DFB-Pokal-Partie von Dynamo Dresden gegen den Hamburger SV, brannten dem Ex-Dynamo Leistner die Sicherungen durch. Der 30-Jährige stürmte nach dem Spiel auf die Tribüne und legte sich mit einem Dresdner Anhänger an.

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Dresden. Unschöne Szenen nach dem Dynamo-Sieg: HSV-Innenverteidiger Toni Leistner verlor bei seinem Ex-Club Dynamo Dresden nicht nur mit 1:4 das Spiel, sondern im Anschluss auch die Nerven.

Der gebürtige Dresdner, der vor wenigen Wochen 30 Jahre alt wurde und 2010 bis 2014 bei der SGD unter Vertrag stand, stürmte in den M-Block des Rudolf-Harbig-Stadions und knöpfte sich dort einen Dynamo-Fan vor. Das belegen Fotos und Videos von dem Vorfall. Demnach kletterte der 1,90 Meter lange Abwehrmann über eine Mauer und bahnte sich auf der Tribüne seinen Weg einige Stufen nach oben. Auf der Treppe packte er einen Anhänger der Dresdner wütend am Kragen und stieß ihn nach hinten um.

Umstehende Fans der Schwarz-Gelben griffen ein und schubsten Leistner zurück, der seinem Kontrahenten zum Abschied noch ein paar „warme Worte“ mit auf den Weg gab. Dann griff ein Ordner ein und hielt weitere wütende Dresdner Fans zurück. Anschließend stieß ein Zuschauer Leistner einige Treppenstufen nach unten, der dabei einen anderen Zuschauer und ein Mädchen mitriss und selbst fast zu Fall kam. Daraufhin verließ er den Block. Leistner trug auch keinen Mund-Nasen-Schutz bei seiner Aktion, die für ihn Konsequenzen haben dürfte.

Chris Löwe nahm Leistner in Schutz

Vorangegangen sind offenbar verbale Provokationen auf übelstem Niveau von Dresdner Fans im Vorfeld eines Interviews für den TV-Sender Sky, das Leistner unmittelbar vor dem Block geben wollte. Nach dem Tumult kam die Aktion auch unmittelbar in dem Interview zur Sprache. „Meine Familie lasse ich nicht beleidigen“, sagte der sichtlich aufgebrachte „Leiste“ kurz und bündig ins Mikrofon. Nachdem dann ein Wurfgeschoss geflogen kam, brach er das Gespräch nach wenigen Sekunden ab.

Nach seiner eher schwachen Leistung in dem für ihn emotionalen Duell gegen seinen Ex-Verein war Leistner ohnehin nicht gerade bei bester Laune. Dann sind ihm die Sicherungen durchgebrannt. Ein Vorfall dieser Art, dass ein Profi nach einem Spiel in den gegnerischen Block geht und dort einem Fan gegenüber handgreiflich wird, ist außergewöhnlich. Es war das negative Finale eines unterdurchschnittlichen HSV-Auftritts. Und Leistner hatte Glück, dass sich die Situation relativ schnell wieder auflöste. Auch wenn der Innenverteidiger nicht zuschlug, fehlte nicht viel und eine handfeste Prügelei wäre entstanden.

Sky zufolge nahm Dynamo-Profi Chris Löwe nachher Leistner in Schutz und äußerte sein Unverständnis für die Provokationen der Dresdner Fans. HSV-Cheftrainer Daniel Thioune hatte den Vorfall nicht direkt mitbekommen und konnte daher nicht dazu Stellung nehmen.