07. August 2019 / 15:11 Uhr

Schalke-Vorstand verteidigt Tönnies: "Ruf des Vereins nicht auf diskriminierende Aussage reduzieren"

Schalke-Vorstand verteidigt Tönnies: "Ruf des Vereins nicht auf diskriminierende Aussage reduzieren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Schalker Vorstands-Trio nahm Klub-Boss Clemens Tönnies nach dem Rassismus-Skandal in Schutz.
Das Schalker Vorstands-Trio nahm Klub-Boss Clemens Tönnies nach dem Rassismus-Skandal in Schutz. © imago images / Jan Huebner
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Der Vorstand des FC Schalke 04 hat die Entscheidung, sich nicht von Clemens Tönnies zu trennen, in einer Pressemitteilung gerechtfertigt und forderte, sich wieder auf den Verein zu konzentrieren. 

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Die Konsequenzen für die verbale Entgleisung von Clemens Tönnies, dem Aufsichtsratsvorsitzenden des FC Schalke 04, fielen denkbar milde aus: Für drei Monate legt der 63-Jährige seine Ämter beim Klub nieder - freiwillig. Danach wäre nach aktuellem Stand der Weg frei für eine Rückkehr. Während sich der Bundesligist in den sozialen Netzwerken massive Kritik gefallen lassen muss, verteidigte der Vorstand des Klubs die Entscheidung, Tönnies nicht weiter zu bestrafen, in einer Pressemitteilung.

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Schalke-Vorstand verteidigt Tönnies

"Wir sind uns des Schadens bewusst, den der Verein in den letzten Tagen erlitten hat. Wir werden noch intensiver daran arbeiten, um innerhalb und außerhalb des Vereins deutlich zu machen, dass der FC Schalke 04 für die Werte einer weltoffenen, freien und multikulturellen Gesellschaft steht", heißt es in der Stellungnahme, die von Alexander Jobst (Marketing und Merchandising), Peter Peters (Finanzen und Organisation) und Jochen Schneider (Sport) unterschrieben wurde. Und weiter: "Leider spiegelt die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit dies derzeit nicht wider. Bei aller Emotionalität und Aufgeregtheit der letzten Tage lassen wir den Ruf des Vereins nicht auf eine diskriminierende Aussage reduzieren."

Der Vorstand des FC Schalke 04 hat sich zu Clemens Tönnies geäußert.
Der Vorstand des FC Schalke 04 hat sich zu Clemens Tönnies geäußert. © Getty

In einer mehrstündigen Verhandlung war der Schalker Ehrenrat am Dienst zu dem Schluss gekommen, dass der "Vorwurf des Rassismus" gegen Tönnies "unbegründet" sei." Vorzuwerfen ist ihm allerdings, gegen das in der Vereinssatzung und im Leitbild verankerte Diskriminierungsverbot verstoßen zu haben. Clemens Tönnies hat diese – insbesondere den Vorsitzenden des Aufsichtsrats treffende – Pflicht verletzt", hieß es in einer Mitteilung des Klubs.

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Tönnies hatte sich bei einer Rede zum "Tag des Handwerks" heftig in der Wortwahl vergriffen. Bei der Festveranstaltung in Paderborn empfahl er die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und erklärte: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren." Später hatte er sich für seine Aussagen entschuldigt. Zahlreiche Politiker, Funktionäre und frühere Profis hatten die Aussagen des 63-Jährigen verurteilt, darunter Ex-Schalker wie Hans Sarpei und Gerald Asamoah. Der von vielen Kritikern geforderte Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden blieb angesichts der Rückendeckung durch den Klub allerdings aus.

Schalke-Vorstand: "Entschieden gegen Rassismus"

Der Schalke-Vorstand forderte in der Pressemitteilung nun, sich "auf das Wesentliche, den Verein", zu besinnen. Zudem wird betont, "dass wir uns immer, überall und jederzeit entschieden gegen Rassismus und jede sonstige Form von Diskriminierung stellen. Die Werte des Vereins sind sein höchstes Gut, sie stehen über allem und allen."

Hier abstimmen: Sollte Clemens Tönnies seinen Posten räumen?

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