11. Juni 2021 / 11:00 Uhr

Top-Begegnung: Stadtpokal-Duell zwischen Motor Gohlis-Nord und Tus Leutzsch

Top-Begegnung: Stadtpokal-Duell zwischen Motor Gohlis-Nord und Tus Leutzsch

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
TuS Leutzsch macht sich für den Pokal-Fight bereit.
TuS Leutzsch macht sich für den Pokal-Fight bereit. © Dirk Knofe
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Fußball pur in der Messestadt: Am Wochenende starten die hiesigen Cubs in die dritte K.-o.-Runde des Stadtpokals. Neben zahlreichen Spielansetzungen steht die Partie der Stadtligisten und direkten Tabellennachbarn SG Motor Gohlis-Nord und Tus Leutzsch im Fokus. Der Kampf wird allerdings nicht im Oval, sondern hinter dem Stadion des Friedens ausgetragen.

Leipzig. Am Wochenende geht die pandemiebedingt eigentlich schon abgeschriebene Fußballsaison im Stadtfußball nochmal los, oder besser gesagt: weiter. Allerdings nur im Pokal, mit der 3. Runde und einem Nachholer aus Runde 2. Dabei ragt eine Begegnung eindeutig heraus: Das Match zwischen Motor Gohlis-Nord und Tus Leutzsch ist das zweier Stadtliga-Topteams. Die Gohliser lagen bei Abbruch der Punktspiele auf Platz zwei, der TuS auf drei. Und um es gleich zu sagen und weil es so schön in diese Reihe passt: Gespielt wird auf Platz 4 – statt im Stadion des Friedens. Denn das einst gar für 40.000 Besucher konzipierte Oval mit Laufbahn wird am Samstag für eine Leichtathletik-Veranstaltung gebraucht. Da diesmal noch keine Zuschauer zugelassen sind, wird es auch auf dem Nebenplatz keine „Kapazitätsprobleme“ geben.

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Geht Trainingsdosis auf?

Den Fußballern dürfte der geringfügige Umzug wenig ausmachen. „Wir trainieren erst seit gut zwei Wochen, es gibt durchaus große Diskrepanzen innerhalb meiner Mannschaft, was die Fitness einzelner Spieler betrifft“, hat MoGoNo-Spieletrainer Manuel Kurt Kienitz festgestellt. Für ihn sei das anstehende Spiel deshalb „bissl wie eine Wundertüte“. Auch Co-Trainer Michael Pfennig ist leicht skeptisch: „Ob die Kräfte reichen, müssen wir sehen.“ Dennoch ergänzt er vielsagend: „Eigentlich haben wir wegen der 2:5-Punktspielniederlage mit dem TuS noch eine Rechnung offen.“ Seit besagtem Spiel ist der Gohliser Kader um drei wichtige vietnamesische Spieler geschrumpft, nur Duc Duy Nguyen ist von dem einstigen asiatischen Quartett noch übrig – was die Zuversicht im Lager der Gastgeber nicht unbedingt befeuert.

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Auch bei den Leutzschern gab es personelle Veränderungen, im Winter hat man sich mit den vom Radefelder SV kommenden Hugo Seisdedos und Martin Höschel verstärkt. Letzterer spielte bis 2016 übrigens für die Gohliser. Und seit Mai ist Kevin Dau TuS-Trainer und ersetzt Bill Lehmann, der künftig für den SV Zwochau kicken wird. Dau macht ihm, aber noch mehr Philipp Marx ein Kompliment: „Sie haben die Mannschaft in der Zwangspause größtenteils gut bei Laune und einigermaßen fit gehalten.“ Der 32-jährige Neucoach, der seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hat, spricht mit Respekt von MoGoNo: „Für mich waren die Gohliser Meisterschaftsfavorit.“ Sein eigenes Team sei jedoch hochmotiviert. „Wir trainieren derzeit drei statt zweimal pro Woche, was nicht ganz einfach ist. Wir müssen auf die Belastung achten.“ Ob es bislang gefruchtet hat und die Trainingsdosis verträglich war, wird man am Sonnabend ab 15 Uhr beobachten können.

Ansonsten gibt es in dieser Pokalrunde auch ein paar schöne Nachbarschaftsduelle wie das zwischen dem SV Nordwest sowie der Spielvereinigung 1899. Das waren schon früher schon heiße Spiele, meist in der drittklassigen Bezirksliga, heute ist es das Match zwischen Kreis- und Stadtklasse, wo die Gäste zuletzt aber immerhin Rang zwei belegten. Vor etlichen Jahren waren beide Vereine sogar mal auf dem Weg zu einer Fusion.

Für drei Teams kommt Pokal-Comeback zu plötzlich

Auch die Kontrahenten der Partien zwischen Einheit Wiederitzsch und Eintracht Schkeuditz (Sonnabend, 15 Uhr) sowie SG Bienitz und Chemie II (Sonntag, 14 Uhr) haben es nicht allzu weit zueinander, ebenso die sich gut kennenden Gegner beim Match der Spielgemeinschaft SV Panitzsch/Borsdorf II / AC Taucha gegen die Reserve der SG Taucha (Sonntag, 13 Uhr). Stadtliga-Spitzenreiter SV Lindenau tritt am Sonntag, 15 Uhr, bei der Zweiten des 1. FC Lok an, die immerhin Stadtligist Lok Engelsdorf per 2:1 eliminierte. Allerdings sind die Engelsdorfer ganz am unteren Ende der Stadtliga zu finden. Vorsicht ist den klar favorisierten Lindenauern in Probstheida dennoch anzuraten.

Auch wenn die Freude über den Re-Start nach der Pandemie bei Vielen groß ist, kommt die Rückkehr zumindest für drei Teilnehmer etwas plötzlich. Sie entschieden sich, nicht mehr anzutreten. So die SG Räpitz, die am Sonntag eigentlich beim SV Thekla antreten sollte. „Uns war das zu wenig Vorbereitungszeit“, begründet der Räpitzer Fußball-Abteilungsleiter Michael Rabe, „das damit verbundene Verletzungsrisiko ist uns zu hoch.“ Auch beim VfB Zwenkau sieht man das so. Die zweite Mannschaft, der Stadtligist aus dem Eichholz, sollte eigentlich beim Gewinner des aus der 2. Runde noch offenen Matchs Roter Stern II – SG Lausen (wird am Samstag, 13 Uhr, nachgeholt) antreten. „Doch das war Trainer Jörg Winkler sowie seinen Spielern einfach alles zu kurzfristig“, erklärt VfB-Urgestein Bernd Stoltmann.


Achtelfinal-Auslosung mit prominenter „Losfee“

Der LFV Sachsen, der sein Team ebenfalls zurückzog, war für eine Stellungnahme bis gestern nicht zu erreichen. Die Gründe der Leutzscher dürften jedoch ähnlich klingen. Ihr nomineller Gegner SV Panitzsch/Borsdorf steht damit ebenso schon im Achtelfinale wie der Sieger besagter Zweitrunden-Partie sowie die nach dem Räpitzer Rückzug auch kampflos weiterkommenden Theklaer.

Die Runde der letzten 16 wird dann übrigens bereits am 19. und 20. Juni gespielt. Die Auslosung erfolgt am Montag. Die „Losfee“ gibt mit Ex-Nationalspieler Joachim Fritsche diesmal ein Prominenter. Auch danach bleibt das Tempo hoch: Schon am Mittwoch, den 23. Juni folgt das Viertel-, am Wochenende darauf das Halbfinale, ehe der „Pokal-Galopp“ am 2. oder 3. Juli mit dem Endspiel gekrönt wird.