01. Juni 2021 / 10:37 Uhr

Top-Berater Volker Struth kritisiert Finanz-Strategie beim 1. FC Köln: "Tanzen im Märchenland"

Top-Berater Volker Struth kritisiert Finanz-Strategie beim 1. FC Köln: "Tanzen im Märchenland"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Volker Struth ist unzufrieden mit der Klub-Führung beim 1. FC Köln.
Volker Struth ist unzufrieden mit der Klub-Führung beim 1. FC Köln. © IMAGO/Eduard Bopp (Montage)
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Spielerberater Volker Struth hat in einem Interview mit dem "Kölner Stadtanzeiger" deutliche Kritik an seinem Herzensklub 1. FC Köln geübt. Nach Ansicht von Struth wird in der Klub-Führung beim Fast-Absteiger zu viel Wert auf Fan-Interessen gelegt. Dies blockiere die wirtschaftliche Entwicklung – und letztlich auch den sportlichen Erfolg.

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Er ist einer der erfahrensten und umtriebigsten Berater in Fußball-Europa – und Anhänger des 1. FC Köln: Volker Struth, Inhaber der Agentur "Sports360", die unter anderem Toni Kroos und Dayot Upamecano berät, hat in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger deutliche Kritik an der Vereinsführung des Bundesliga-Traditionsklubs geübt. "Aus meiner Sicht tanzen die Verantwortlichen beim 1. FC Köln im Märchenland", sagte der Brancheninsider über den FC, der am Sonntag mit einem 5:1 im Relegations-Rückspiel gegen Holstein Kiel den Klassenverbleib perfekt gemacht hat. "Zunächst einmal zeigt der Verein viel zu wenig Bereitschaft, Geld zu generieren. Man wehrt sich gegen Investoren, grundsätzlich gegen alles,was man für Kommerz hält", so Struth.

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Der 54-Jährige sieht die Kölner inzwischen hinter Bundesliga-Rivalen wie etwa Mainz 05 zurückgefallen und hat dafür einen klaren Grund ausgemacht: "Der Fußball im Jahr 2021 hat sehr viel mit Geld zu tun. Wenn eine Vereinsführung ihren Mitgliedern sagt, dass sie das anders sieht und da nicht mitmachen will, muss man das akzeptieren", sagte Struth. "Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn man in ein paar Jahren in der Dritten Liga gegen Zwickau spielt."

Konkret stört sich Struth daran, dass Fan-Interessen seiner Meinung nach im Präsidium und im Mitgliederrat des eingetragenen Vereins überrepräsentiert sind: "Ich halte es für grundsätzlich schwierig, dass Mitglieder den Verein führen", meinte er: "Es gibt die Bereitschaft von Investoren, sich beim 1. FC Köln zu engagieren, ohne gleich den Verein übernehmen zu wollen. Aber die Debatte darüber wird gar nicht erst geführt."

Immerhin sieht Struth im Klassenerhalt einen wichtigen Schritt, damit die Kölner nicht direkt in der Versenkung verschwinden: "Der Klassenerhalt war überlebenswichtig, denn der Wiederaufstieg wäre schwieriger geworden als je zuvor", sagte er mit Blick auf die stark besetzte 2. Liga in der kommenden Saison. In der Bundesliga hingegen könnte sich der FC auf Sicht wieder fangen, wie der Berater meint: "Wenn ich die Besetzung der Ersten Liga sehe, glaube ich daran, dass sich der FC in den kommenden Jahren konsolidieren kann. Darum freue ich mich sehr mit dem FC." Ein wichtiger Faktor dafür: Der FC solle nach Struths Ansicht weiter auf den Geschäftsführer der Profi-Gesellschaft setzen und "alles dafür tun, Alexander Wehrle nicht zu verlieren".