09. Juni 2021 / 08:33 Uhr

Die Top-Favoriten im Check: So sind Frankreich, England und Co. vor der EM in Form

Die Top-Favoriten im Check: So sind Frankreich, England und Co. vor der EM in Form

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kylian Mbappé (l.) gehört mit Frankreich genauso zu den Titelfavoriten wie England und Harry Kane.
Kylian Mbappé (l.) gehört mit Frankreich genauso zu den Titelfavoriten wie England und Harry Kane. © IMAGO/Pacific Press Agency/Shutterstock/PanoramiC/Alex Nicodim (Montage)
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Wenige Tage vor der am 11. Juni startenden Europameisterschaft biegen die Teams auf die Zielgerade der Vorbereitung ein. Die Top-Favoriten auf den Titel absolvierten ihre abschließenden Testspiele. Der SPORTBUZZER zeichnet die Formkurve von Frankreich, England und Co. kurz vor dem Turnier nach.

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Der Countdown läuft! Kurz vor der am 11. Juni beginnenden Europameisterschaft arbeiten die Top-Nationen am letzten Feinschliff. Vor dem Ernstfall beim Turnier testeten die Teams noch einmal fleißig, um rechtzeitig zum Anpfiff der EM nach einer langen Saison in Form, Einheit und Rhythmus zu kommen – und um den Angriff auf den amtierenden Europameister Portugal zu wagen. Neben Weltmeister Frankreich zählen unter anderem auch Spanien, England und Belgien zu den heißesten Anwärtern auf den großen Sprung zum Turnier-Sieg. Doch auch die DFB-Auswahl schoss sich mit dem 7:1-Kantersieg im letzten Test gegen Lettland warm. Wer ist pünktlich zum Auftakt am besten aufgelegt? Der SPORTBUZZER macht kurz vor dem EM-Start den Formcheck der Titel-Favoriten.

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Frankreich

Als amtierender Weltmeister geht die Équipe Tricolore als einer der großen Favoriten in die EM. Und die jüngsten Resultate lassen nicht am Leistungsvermögen der Franzosen um Superstar Kylian Mbappé zweifeln. Mit Ausnahme des Schönheitsfehlers zum Start der WM-Qualifikation, als man sich zu einem 1:1 gegen die Ukraine quälte, liest sich die Bilanz der Auswahl von Trainer Didier Deschamps tadellos. Im jüngsten Testspiel gab es einen 3:0-Sieg gegen Bulgarien. Damit bleibt die Deschamps-Elf in diesem Jahr noch ungeschlagen. Doch Rückkehrer Karim Benzema droht jetzt verletzt auszufallen.

Die letzten 5 Spiele:

  • 4:2 gegen Schweden, Nations League (S)
  • 1:1 gegen die Ukraine, WM-Qualifikation (U)
  • 2:0 gegen Kasachstan, WM-Qualifikation (S)
  • 1:0 gegen Bosnien-Herzegowina, WM-Qualifikation (S)
  • 3:0 gegen Wales, Testspiel (S)
  • 3:0 gegen Bulgarien, Testspiel (S)

(S) = Sieg

(U) = Unentschieden

(N) = Niederlage

Spanien

Bei den Spaniern stockt der Motor kurz vor der EM dann doch ein wenig mehr. Der historischen 6:0-Gala gegen das DFB-Team in der Nations League folgte ein missglückter Start ins EM-Jahr. Beim Länderspiel-Dreierpack in der WM-Qualifikation wussten die Schützlinge von Coach Luis Enrique nicht nachhaltig zu überzeugen. Der Test gegen Titelverteidiger Portugal wurde dann zu einem echten Gradmesser, bei dem sich die Iberer mit einer Nullnummer begnügen mussten. Die positiven Corona-Tests von Sergio Busquets und Diego Llorente taten sein Übriges und brachten mächtig Unruhe in den EM-Vorlauf - Enrique nominierte einige Spieler nach, die in einer "Parallel-Bubble" trainieren, um etwaigen Corona-Ausfällen Vorschub zu leisten. Das abschließende Freundschaftsspiel gegen Litauen, in dem es eigentlich darum ging, sich ein gutes Gefühl für die Endrunde zu verschaffen, absolvierte die U21 und gewann 4:0.

Die letzten 5 Spiele:

  • 6:0 gegen Deutschland, Nations League (S)
  • 1:1 gegen Griechenland, WM-Qualifikation (U)
  • 2:1 gegen Georgien, WM-Qualifikation (S)
  • 3:1 gegen den Kosovo, WM-Qualifikation (S)
  • 0:0 gegen Portugal, Testspiel (U)
  • 4:0 gegen Litauen, Testspiel der U21 (S)

Italien

Eine vollends weiße Weste im EM-Jahr hat als eines von zwei Teams im Favoritenkreis die Squadra Azzurra. Die Italiener entschieden sämtliche Partien seit dem Jahreswechsel für sich. Und nicht nur das: Dabei blieb das Team von Auswahltrainer Roberto Mancini auch noch jeweils ohne Gegentreffer. Die Zahlen lesen sich erst recht nach den beiden finalen EM-Tests beeindruckend. Denn eine Woche vor ihrem Eröffnungsspiel in Rom gegen die Türkei gelang den Italienern eine überzeugende Generalprobe. Sie setzten sich in Bologna souverän mit 4:0 gegen EM-Teilnehmer Tschechien durch. Zuvor gelang bereits ein 7:0 gegen Fußball-Zwerg San Marino. Die Bilanz im EM-Jahr: 5 Spiele, 5 Siege, 17:0 Tore – EM-Form, Check!

Die letzten 5 Spiele:

  • 2:0 gegen Nordirland, WM-Qualifikation (S)
  • 2:0 gegen Bulgarien, WM-Qualifikation (S)
  • 2:0 gegen Litauen, WM-Qualifikation (S)
  • 7:0 gegen San Marino, Testspiel (S)
  • 4:0 gegen Tschechien, Testspiel (S)

England

Den stark aufgelegten Italienern steht die Auswahl Englands in nur kaum etwas nach. Ohne Federn zu lassen gleitet einer der ärgsten Titel-Anwärter durch das Turnier-Jahr, das mit einem standesgemäßen 5:0 gegen San Marino in der WM-Qualifikation bereits entsprechend begann. Es folgten Siege gegen Albanien, Polen, Österreich und Tschechien, bei denen sich die Three Lions zusammengerechnet lediglich ein Gegentor fingen. Beim letzten Auftritt vor dem EM-Auftakt gegen Vize-Weltmeister Kroatien ließen die Profis von Gareth Southgate jedoch Luft nach oben übrig. Beim 1:0 gegen Rumänien feierten die Engländer ohne Stammspieler wie Kapitän Harry Kane letztlich zwar eine glanzlose, aber erfolgreiche Generalprobe. Nach fünf Siegen aus den fünf Partien in 2021 startet man die EM also mit ordentlich Rückenwind.

Die letzten 5 Spiele:

  • 5:0 gegen San Marino, WM-Qualifikation (S)
  • 2:0 gegen Albanien, WM-Qualifikation (S)
  • 2:1 gegen Polen, WM-Qualifikation (S)
  • 1:0 gegen Österreich, Testspiel (S)
  • 1:0 gegen Rumänien, Testspiel (S)

Portugal

Beim zweiten Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft gab es im Vorlauf des Turniers Nebenschauplätze abseits des Sportlichen. Die Nullnummer gegen Spanien können Cristiano Ronaldo und Co. zwar als Achtungserfolg verbuchen, der anschließende Corona-Wirbel um den positiv getesteten Sergio Busquets sowie Diskussionen um eine angebliche Quarantäne des gesamten Teams war dennoch ein unnötiges Störfeuer. Auf dem Platz bestach der Titelverteidiger indes mit der altbekannten Effizienz. Ohne das große Feuerwerk zu zünden gewann das Team von Trainer Fernando Santos zwei der drei WM-Qualifikationsspiele, bestand den Härtetest gegen Spanien und will nun ungeachtet der Corona-Unruhen am Mittwoch gegen Israel einen gelungenen Vorbereitungsabschluss finden.

Die letzten 5 Spiele:

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  • 3:2 gegen Kroatien, Nations League (S)
  • 1:0 gegen Aserbaidschan, WM-Qualifikation (S)
  • 2:2 gegen Serbien, WM-Qualifikation (U)
  • 3:1 gegen Luxemburg, WM-Qualifikation (S)
  • 0:0 gegen Spanien, Testspiel (U)
  • 9. Juni, Testspiel gegen Israel

Niederlande

Für "Oranje" ist die Testphase für die anstehende Endrunde dagegen bereits gelaufen. Dem missglückten Jahres-Auftakt gegen die Türkei (2:4) trotzten die Schützlinge von Bondscoach Frank de Boer mit souveränen Zu-Null-Erfolgen gegen Lettland und Gibraltar in der WM-Qualifikation. In den abschließenden Vorbereitungspartien zeigte die Elftal dann wieder Licht und Schatten. Gegen Schottland noch zu anfällig und inkonsequent, glänzte man beim 3:0 gegen Georgien sieben Tage vor dem EM-Start mit einer starken Vorstellung. Zumindest die Generalprobe ist geglückt, nun muss das Team auch beim Turnier auf Knopfdruck konstant liefern. Nach dem Ausfall von Donny van de Beek gehen die Niederländer zudem nur mit 25 Spielern in die Europameisterschaft.

Die letzten 5 Spiele:

  • 2:4 gegen die Türkei, WM-Qualifikation (N)
  • 2:0 gegen Lettland, WM-Qualifikation (S)
  • 7:0 gegen Gibraltar, WM-Qualifikation (S)
  • 2:2 gegen Schottland, Testspiel (U)
  • 3:0 gegen Georgien, Testspiel (S)

Deutschland

Mehr Rückenwind hätte sich die deutsche Auswahl kaum anschießen können, als beim 7:1-Schützenfest gegen Lettland. Ähnlich wie beim Ländernachbarn aus den Niederlanden schwankt jedoch auch bei der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw das Leistungsvermögen immens. In aller Regelmäßigkeit verzweifelte das DFB-Team an der mangelhaften Chancenverwertung und musste neben souveränen Siegen gegen Island und Rumänien auch Rückschläge wie bei der Blamage gegen Nordmazedonien oder dem Remis gegen Dänemark hinnehmen. Nach der Gala gegen Lettland wirkt das deutsche Team mehr denn je wie eine Wundertüte. Die Schmach der WM 2018 wollen die Deutschen bei der Abschiedstournee des nach der EM scheidenden Löw jedoch vergessen machen. Die mehr als gelungene Generalprobe macht Mut.

Die letzten 5 Spiele:

  • 3:0 gegen Island, WM-Qualifikation (S)
  • 1:0 gegen Rumänien, WM-Qualifikation (S)
  • 1:2 gegen Nordmazedonien, WM-Qualifikation (N)
  • 1:1 gegen Dänemark, Testspiel (U)
  • 7:1 gegen Lettland, Testspiel (S)

Belgien

Wenn auch mit weniger Toren als die DFB-Auswahl: Die belgische Nationalmannschaft geht mit einem Erfolgserlebnis ins Turnier. Im Testspiel zweier EM-Teilnehmer setzten sich die Red Devils am Sonntag in Brüssel mit 1:0 gegen Vize-Weltmeister Kroatien durch. Das Team von Roberto Martinez bleibt damit trotz des anspruchsvollen Gegners im Turnier-Jahr ungeschlagen. Die beiden Unentschieden gegen Tschechien in der WM-Qualifikation und gegen Griechenland im vorletzten Test zeigen jedoch, dass auch das hoch gehandelte Ensemble um Inter-Star Romelu Lukaku und Reals Offensivmann Eden Hazard nicht unverwundbar ist. Fraglich ist zudem, ob Mittelfeld-Motor Kevin de Bruyne rechtzeitig zum ersten EM-Spiel am 12. Juni gegen Russland fit wird. Der 29-Jährige hatte sich nach seinem Zusammenprall mit Antonio Rüdiger im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea einer 20-minütigen Operation an der gebrochenen Augenhöhle unterzogen.

Die letzten 5 Spiele:

  • 3:1 gegen Wales, WM-Qualifikation (S)
  • 1:1 gegen Tschechien, WM-Qualifikation (U)
  • 8:0 gegen Belarus, WM-Qualifikation (S)
  • 1:1 gegen Griechenland, Testspiel (U)
  • 1:0 gegen Kroatien, Testspiel (S)