07. Februar 2020 / 14:59 Uhr

Schneller als Bolt: Top-Talent Simon Stehle einziger Gewinner bei 96

Schneller als Bolt: Top-Talent Simon Stehle einziger Gewinner bei 96

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Simon Stehle kam in der Winterpause bei den Profis im Testspiel gegen Arminia Bielefeld zum Einsatz
Simon Stehle kam in der Winterpause bei den Profis im Testspiel gegen Arminia Bielefeld zum Einsatz © Florian Petrow
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Simon Stehle steht in Fürth vor seinem Profi-Debüt bei Hannover 96. Der 18-Jährige ist für die Profis spielberechtigt, er wird wohl erstmals zum Kader gehören. Auch andere Klubs jagen den schnellen Stürmer. Die Vertragsverhandlungen mit 96 befinden sich auf der Zielgeraden.

Zwei junge Stürmer, ein Gewinner. Auf der einen Seite traf die Schreckensnachricht mit dem Kreuzbandriss von Mittelstürmer Mick Gudra (19) Hannover 96 mitten in der Vorbereitung für Fürth. Gudra wäre möglicherweise im Kader gewesen, weil bei 96 in Hendrik Weydandt und John Guidetti gleich zwei Angreifer verletzt ausfallen.

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Auf der anderen Seite steht Simon Stehle (18) vor seinem Profidebüt. Die Vertragsverhandlungen sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Die Spielberechtigung fürs Spiel am Sonntag in Fürth hatte 96 bereits erfolgreich beantragt. „Ob er eine Option ist für den Kader, für die erste Elf, da wollen wir uns noch entscheiden“, sagte 96-Trainer Kenan Kocak. Vorausgeschickt hatte er das Lob: „Ich bin mit Simon Stehle sehr zufrieden.“

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Stehle auf 30 Meter so schnell wie Bolt

Es wird Zeit, dass sich bei Stehle was bewegt. Andere Klubs erkundigten sich bereits nach dem Torjäger, dessen Ausbildungsvertrag und Jugendzeit in Hannover schon in vier Monaten endet. Kein Wunder, denn der in Gran Canaria aufgewachsene Torjäger ist auf 0 auf 30 Metern (3,77 Sekunden) so schnell unterwegs wie Usain Bolt (3,78).

Außerdem schießt Stehle Tore – 14 Stück in 13 A-Junioren-Bundesluigaspielen. Sein Tempo setzt er meistens über die Flügel ein – ähnlich wie Linton Maina. In der U 19 spielt er meistens rechts vorne, wechselt auch mal die Seite oder wird als Mittelstürmer eingesetzt.

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<b>Fynn Arkenberg (Abwehr, fünf Profieinsätze für 96):</b> Seine Karriere startete der Verteidiger beim TSV Havelse. Von dort aus ging es 2011 in die Jugend von Hannover 96, in der Arkenberg die U17 und die U19 durchlief. Im Jahr 2016 dann der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: Gegen die TSG Hoffenheim und gegen den FC Bayern München wurde der damals 20-Jährige zu den Profis berufen. Insgesamt absolvierte er fünf Partien für die erste und 69 Partien für die zweite Mannschaft der Roten, bis er Hannover 96 in Richtung Halle verließ. Zur Galerie
Fynn Arkenberg (Abwehr, fünf Profieinsätze für 96): Seine Karriere startete der Verteidiger beim TSV Havelse. Von dort aus ging es 2011 in die Jugend von Hannover 96, in der Arkenberg die U17 und die U19 durchlief. Im Jahr 2016 dann der bisherige Höhepunkt seiner Karriere: Gegen die TSG Hoffenheim und gegen den FC Bayern München wurde der damals 20-Jährige zu den Profis berufen. Insgesamt absolvierte er fünf Partien für die erste und 69 Partien für die zweite Mannschaft der Roten, bis er Hannover 96 in Richtung Halle verließ. ©

Spielberechtigung ist erteilt

Stehle ist der einzige Gewinner im bisher sieglosen Profikader. Der 18-Jährige hat im Vergleich zu den Profis (0:1 in Regensburg und 2:2 gegen Wiesbaden, kein Sieg in vier Tests) in diesem Jahr schon einen Sieg eingefahren. Mit 2:1 gewann die U 19 am vergangenen Samstag in Kiel, Stehle gab die Flanke vor dem 2:0 von Eun-sa Jeong.

Stehle ist als Jugendspieler nicht automatisch für die Profis spielberechtigt. Weil er 18 Jahre alt ist, braucht 96 aber keine Genehmigung der Eltern. Sein Vater ist Deutscher, seine Mutter Kolumbianerin, seine Schwester lebt in Hamburg. Außerdem gilt Stehle sowieso wegen seiner Nominierung für die Junioren-Auswahl des DFB als förderungswürdiger Spieler.

Für die Spielerlaubnis musste 96 einen schriftlichen Antrag stellen. Die Spielberechtigung wurde in dieser Woche erteilt. Stehle darf auch weiterhin für die U 19 spielen. Aber ihm wurde bereits signalisiert, dass er bei den Profis bleiben soll.

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