12. September 2021 / 14:49 Uhr

Topfit trotz englischer Woche! VfL-Frauen schlagen SC Sand mit 4:0

Topfit trotz englischer Woche! VfL-Frauen schlagen SC Sand mit 4:0

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Klarer Sieg gegen den SC Sand: Der VfL Wolfsburg schloss die englische Woche mit einem Erfolg ab.
Klarer Sieg gegen den SC Sand: Der VfL Wolfsburg schloss die englische Woche mit einem Erfolg ab. © Boris Baschin
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Klare Sache! Die englische Woche mit dem Champions-League-Quali-Spiel in Bordeaux hat bei den VfL-Frauen offenbar keine Spuren hinterlassen: Die Wolfsburgerinnen schlugen den SC Sand am Sonntagmittag hochverdient mit 4:0.

Von wegen müde Beine! Nur wenige Tage nach dem hart erkämpften Einzug in die Gruppenphase der Champions League in Bordeaux ging es für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg am Sonntag gegen den SC Sand direkt mit dem Liga-Alltag weiter. Die Mannschaft von Trainer Tommy Stroot ließ auch nach den 120 Minuten und anschließendem Elfer-Krimi am vergangenen Mittwoch in der CL-Quali nichts anbrennen und setzte sich mit 4:0 souverän gegen die Gäste aus Willstätt durch. Die Tore im AOK-Stadion erzielten Jill Roord, Svenja Huth, Sandra Starke und Emily Evels (Eigentor) vor rund 780 Zuschauern.

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Gegen Sand stellte Stroot erneut eine Top-Elf auf: Starke, Sofie Svava, Rebecka Blomqvist und Tabea Waßmuth rückten für Sara Doorsoun, Joelle Wedemeyer, Pia-Sophie Wolter und Lena Lattwein in die Startelf. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase erspielten sich die Gastgeberinnen immer mehr die Kontrolle. Der SC verteidigte kompakt und machte es dem VfL schwer. Die vielversprechendste Möglichkeit hatte zunächst Ewa Pajor nach einem Doppelpass im Strafraum in der 31. Minute, doch ihren Schuss konnte Sand-Torfrau Jasmin Pal parieren.

Frauenfußball-Bundesliga: VfL Wolfsburg - SC Sand.

Frauenfußball-Bundesliga: VfL Wolfsburg - SC Sand Zur Galerie
Frauenfußball-Bundesliga: VfL Wolfsburg - SC Sand © Boris Baschin

Nur wenige Minuten später musste die 25-Jährige dann aber doch hinter sich greifen: Roord marschierte unbedrängt mit Ball in den Strafraum und flankte von links in die Mitte, der Ball kam jedoch so scharf, dass er direkt reinging - 1:0! Und dann war der Knoten für die VfLerinnen geplatzt. Noch vor dem Pausenpfiff presste Pajor nach einer Hereingabe von Starke so stark an der Linie, dass Sand-Verteidigerin Evels beim Klärungsversuch zum 2:0 aus Wolfsburger Sicht ins eigene Tor traf.

Nach dem Seitenwechsel waren die Wolfsburgerinnen dann direkt auf Betriebstemperatur: Nach einer Ecke flankte Pajor den Ball von rechts in den Strafraum, Huth nahm mit der Brust an, legte sich die Kugel zurecht und zog mit einem strammen Schuss ab - 3:0! Der VfL zeigte viel Spielfreude und zwang den SC mit der kompletten Elf in die eigene Hälfte. Die Wolfsburgerinnen hatten trotzdem viele Räume - und als Waßmuth in der 65. Minute in den Strafraum flankte, musste Starke für ihr erstes VfL-Tor nur noch den Ball über die Linie grätschen, 4:0! Die Kräfteverhältnisse waren deutlich, nun war auch das Ergebnis standesgemäß. Waßmuth und Blomqvist hatten sogar noch weitere Chancen, am Ende blieb es aber beim 4:0.

Roord: "Waren geduldig und fokussiert"

Sie knackte mit ihrem Tor zum 1:0 den Bann: Neuzugang Jill Roord kommt immer mehr in Fahrt beim Frauenfußball-Bundesligisten. Als sie in der 38. Minute über links in den Strafraum flankte, landete der Ball direkt im Netz. So gewollt? "Na klar war das Absicht!", sagte die Niederländerin schmunzelnd, musste dann aber doch lachen. Der VfL habe über 90 Minuten die Kontrolle gehabt, auch "wenn wir am Anfang etwas Zeit gebraucht haben." Über sich selbst sagt sie: "Ich merke selber, dass ich immer besser reinkomme. Anfangs hat mir der Rhythmus gefehlt. Ich kam von den Olympischen Spielen direkt her, ohne viel Vorbereitung." Dass der VfL nach 120 Minuten in Bordeaux über die volle Distanz so ein Tempo geht, war zwar nicht zu erwarten, überraschte die Offensivspielerin aber nicht. "Ich fand nicht, dass man das gemerkt hat", so Roord, denn: "Wir haben sehr geduldig und fokussiert gespielt. Natürlich ist man auch müde, aber darüber darf man einfach nicht nachdenken!"

VfL-Trainer Tommy Stroot lobte nach Abpfiff: "Wir sind auf einem sehr guten Weg und haben viel richtig gemacht gegen Sand." Trotzdem, so der 32-Jährige, hätte der VfL in der ersten halben Stunde "durchaus aggressiver spielen können. Da waren wir ein bisschen zu sehr im Kontrollmodus. Aber wenn man ein Spiel so deutlich gewinnt, sagt das schon viel aus." Dass den Wolfsburgerinnen das intensive Spiel in Frankreich unter der Woche kaum anzumerken war, überraschte Stroot derweil nicht. "Schon beim Abschlusstraining war viel Energie drin. Aber da hat das Erlebnis in Bordeaux wahrscheinlich auch eine Rolle gespielt und uns beflügelt." Das, so der gebürtige Nordhorner, "war schön zu sehen und macht Lust auf mehr!"


Die Spielerinnen verabschieden sich nun in die Länderspielpause, den VfL erwartet am Montag (13 Uhr) die Auslosung der CL-Gruppenphase. Fest steht bisher: Der VfL ist in Topf 2 und wird in seiner Gruppe entweder auf Titelverteidiger Barcelona, auf Chelsea oder auf Paris Saint-Germain treffen! Wunschgegner hat Stroot ansonsten nicht. "Es sind 16 Top-Mannschaften. Mir macht es nicht viel aus, gegen wen wir spielen. Wir nehmen die Aufgaben an und wissen, dass da einige große Gegner auf uns warten!"

VfL: Schult - Hendrich (58. Blässe), Janssen (70. Wedemeyer), Oberdorf (83. Doorsoun) Svava - Starke (70. Knaak) - Waßmuth, Roord, Huth, Blomqist - Pajor (58. van de Sanden).

SC: Pal - Evels (83. Gavat), Balcerzak, Brandenburg, Jordan - Gentile, Bruinenberg (67. Plasman) - Browne (68. Bruce), Green, Kreil - Hoppius (59. Triendl).

Tore: 1:0 (38.) Roord, 2:0 (41.) Evels (Eigentor), 3:0 (54.) Huth, 4:0 (65.) Starke.

Schiedsrichterin: Westerhoff (Bochum).

Zuschauer: 780.

Bremer und Smits bei der U20

Pauline Bremer und Joelle Smits melden sich zurück: Die beiden Fußballerinnen des VfL Wolfsburg standen am Sonntag zwar nicht im Spieltags-Kader gegen den SC Sand, sammelten dafür aber wichtige Spielpraxis in der U20. Bremer, die ihre Rückkehr nach Kreuzbandriss feierte, stand beim torlosen 0:0 in der zweiten Bundesliga in der Startelf und spielte die erste Halbzeit durch. Smits, die nach den Olympischen Spielen mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte, ersetzte die Stürmerin dafür im zweiten Durchgang. Beide werden bald wieder eine Option für den Profi-Kader sein. Mit Smits rechne man nach der Länderspielpause. "Das ist der Zeitplan, den wir im Kopf haben. Mit wie vielen Spielen wir sie dann schon belasten können, sehen wir dann. Es ist auch abhängig davon, ob ihre Beschweren noch mal aufkommen", bestätigt VfL-Trainer Tommy Stroot.