24. November 2021 / 15:47 Uhr

Grizzlys-Topscorer scoren nicht: Warum das gar nicht schlecht ist  

Grizzlys-Topscorer scoren nicht: Warum das gar nicht schlecht ist  

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Sebastian Furchner und Chris DeSousa von den Grizzlys Wolfsburg wŠhrend des Spiels zwischen den Grizzlys Wolfsburg gegen die DŸsseldorfer EG am 23.11.2021 in Wolfsburg, Deutschland. (Foto von Mathias Renner/City-Press GmbH)
Geteilte Freude ist doppelte Freude: Wolfsburgs Topscoren Chris DeSousa (r.) scorte zuletzt nicht, dafür schoss Sebastian Furchner (l.) gegen die DEG seine Saisontore Nummer 4 und 5. © City-Press Gmbh/Grizzlys Wolfsburg
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Die einen haben einen Riesenlauf, die anderen stehen einen Tick besser. Auf die Grizzlys Wolfsburg warten als Vierter beim Fünften Kölner Haie am Donnerstag (19.30 Uhr) ein heißer Tanz. Zuletzt punkteten Wolfsburgs  Topscorer auf einmal nicht. Doch das muss nicht schlecht sein...

Es ist noch nicht einmal die Hälfte der Hauptrunde vorbei. Dennoch, die Partie der Grizzlys Wolfsburg am Donnerstag (19.30 Uhr) bei den Kölner Haien ist nicht nur eine Partie unter vielen. "Das wird ein großes, wichtiges und schweres Spiel", ist sich Spencer Machacek sicher, der am Dienstag das 1:1 beim Wolfsburger 4:2 gegen die Düsseldorfer EG erzielt hatte. "Köln hatte zuletzt einen guten Lauf, die Tabelle ist eng."

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In der Tat: Die Grizzlys als Vierter (Quotient 1,91) könnten den ärgsten Konkurrenten (1,77) im Kampf um einen Platz in den Top Vier distanzieren. Umgekehrt könnte sich bei einer Niederlage im Fahrwasser der Haie der Sechste Ingolstadt (1,64) wieder ein wenig ansaugen. Ein Wolfsburger Erfolg würde aber vor allem weiter einen großen Abstand zum siebten Rang (Bremerhaven; 1,43) bedeuten, dem ersten Platz, der nicht die Direkt-Qualifikation für die Play-Offs bringt.

Auch Coach Mike Stewart weiß um die Tabellenkonstellation und auch, dass es noch eine lange Saison ist. Aber: "Es ist schon ein bisschen mehr als ein normales Spiel. Torwarttrainer Jonas Forsberg und ich haben eine Vergangenheit dort, beide Teams haben einen guten Lauf." Bei den Haien ist der Lauf schon fast unheimlich. Von den vergangenen elf Partien gewannen sie neun, haben sich immer weiter an die Spitzengruppe herangeschoben. Nach der Länderspielpause ging es gleich in eine englische Woche, die für die Grizzlys in der Domstadt zu Ende geht. Am Wochenende sind sie spielfrei, die nächste Partie steigt erst wieder am Freitag in einer Woche daheim gegen Iserlohn. Was Stewart gefällt? "Für Köln und uns ist es das vierte Spiel in einer Woche, das sind gleiche Voraussetzungen."

Der Erfolg gegen die Düsseldorfer EG tat nach dem 0:1 in Schwenningen gut. Und er zeigte zugleich: Die Wolfsburger können Tore schießen, auch wenn die Topscorer mal nicht auf dem Scoreboard stehen. Chris DeSousa und Trevor Mingoia ohne Punkt, auch der zuletzt beständig scorende Verteidiger Jordan Murray ohne Trefferbeteiligung. Doch Machacek, Darren Archibald und Sebastian Furchner per Doppelpack sprangen in die Bresche.

Szenen vom Spiel Grizzlys Wolfsburg gegen Düsseldorfer EG

Szenen vom Eishockey-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen die Düsseldorfer EG Zur Galerie
Szenen vom Eishockey-Spiel der Grizzlys Wolfsburg gegen die Düsseldorfer EG © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH, Boris Baschin

Kleiner Blick in die Zahlen: In 14 Partien haben sowohl DeSousa (30 Punkte) als auch Mingoia (25) gepunktet, nur in vier Saisonspielen keiner der Beiden. Interessant: Erneut bleiben beide nun gleich in zwei Partien in Folge ohne Punkt. Beim ersten Mal gab es ein 2:6 gegen Mannheim und anschließend einen Sieg in München, ehe die beiden wieder wie am Schnürchen scorten. Diesmal folgte auf eine Niederlage auch ein Sieg. Die beiden Topscorer dürften also unbeeindruckt bleiben. "Das Fundament muss stehen, wie bei einem Haus. Konzentrierst du dich aufs Scoring, gehen andere wichtige Tugenden verloren. Bullyspiel, Defensivspiel, Teamspiel", erläutert Stewart. "Oft ist es so, dass Scorer deprimiert wirken, wenn sie nicht treffen, aber die Gefahr besteht nicht."

Anderer Vorteil eines Sieges ohne Punkte für die üblichen Verdächtigen: Es stärkt das Vertrauen des eigenen Teams in sich und erhöht den Druck auf den Gegner. Denn Wolfsburgs Kontrahenten hatten sich zunehmend auf die Stars eingestellt. Der Coach hat beobachtet: "Wenn wir auswärts spielen, wo der Gastgeber den letzten Wechsel hat, sehen DeSousa und seine Reihe immer die Topstürmer und die Topverteidiger des Gegners. Für unsere Mannschaftsentwicklung ist es gut, wenn das Scoring verteilt ist."