04. Oktober 2020 / 21:12 Uhr

Topspiel-Farce in Italien: Juventus Turin wartet auf nicht angereisten Gegner aus Neapel

Topspiel-Farce in Italien: Juventus Turin wartet auf nicht angereisten Gegner aus Neapel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Allianz Stadium von Juventus Turin sollte das Topspiel gegen die SSC Neapel stattfinden.
Im Allianz Stadium von Juventus Turin sollte das Topspiel gegen die SSC Neapel stattfinden. © imago images/LaPresse
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Surreale Szenen in Turin: Die Spieler und Verantwortlichen von Juventus Turin haben am Sonntagabend auf den nicht angereisten Gegner SSC Neapel gewartet. Die Mannschaft aus Neapel war wegen Corona-Fällen im Team nicht nach Turin gereist. Die Liga sagte das Spiel gemäß den Statuten trotzdem nicht ab.

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Am Ende stand Juventus Turin im Regen: In der Serie A haben sich am Sonntagabend surreale Szenen zugetragen. Im Allianz Stadium wartete Meister Juventus Turin auf Gegner SSC Neapel - im Wissen, dass die Napoli-Profis gar nicht erst nach Turin gereist waren. Die SSC Neapel wartete am Sonntag vergeblich auf eine Absage des Topspiels. Die Verantwortlichen der Serie A beharrten auf der Ansetzung der Partie am Sonntagabend. Die Gründe für eine Verlegung seien nicht gegeben, hieß es in einer Mitteilung der Liga. Gastgeber Juventus wollte zur Partie auch antreten und stand bereit, auch die Schiedsrichter waren gekommen. "Auf die Gäste-Mannschaft wird gewartet", zeigte eine TV-Einblendung vor dem Spiel. Auch Fans saßen in der Arena. Juve veröffentlichte sogar eine Startelf.

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Weil sich Napoli aber nach den positiven Corona-Tests von zwei Spielern in Mannschaftsquarantäne befindet und von den zuständigen Gesundheitsbehörden am Flug nach Turin bereits am Samstag gehindert worden war, dürfte die Partie am 3. Spieltag der italienischen Meisterschaft mit 3:0 für Juventus gewertet werden. Die Serie A hatte jüngst beschlossen, dass Spiele verlegt werden können, wenn den Klubs weniger als 13 Profis zur Verfügung stehen oder zehn Corona-Fälle in einer Woche auftreten.

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Im vorliegenden Fall konnten die Funktionäre des SSC Neapel, für den auch der ehemalige Leipziger Bundesliga-Profi Diego Demme spielt, die Serie-A-Bosse nicht mit ihren Argumenten überzeugen. Mit einem Einspruch des Klubs um Trainer Gennaro Gattuso wird gerechnet, schließlich setzte sich die Serie A über die Gesundheitsbehörden der Stadt Neapel hinweg.

Italien war von der Pandemie ab Februar schwer getroffen worden. Nach einem strengen Lockdown blieben die Infektionszahlen lange niedrig. Mittlerweile steigen die Zahlen aber wieder stärker an. Am Samstag wurden von den Behörden über 2800 Neuinfektionen in 24 Stunden und 27 weitere Corona-Tote registriert. Der Spielplan in der Serie A ist wegen der Pandemie bereits durcheinander geraten. Die für Samstag geplante Partie des dritten Spieltags zwischen CFC Genua und FC Turin wurde verlegt. Mindestens 17 Profis wurden bei den Genuesen mittlerweile positiv getestet.