16. Januar 2021 / 17:24 Uhr

Topspiel-Fluch bleibt RB Leipzig treu - Nur ein Punkt in Wolfsburg

Topspiel-Fluch bleibt RB Leipzig treu - Nur ein Punkt in Wolfsburg

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Lieferten sich immer wieder spannende Zweikämpfe: Kevin Mbabu und Angelino.
Lieferten sich immer wieder spannende Zweikämpfe: Kevin Mbabu und Angelino. © Getty Images
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Es bleibt dabei: RB Leipzig kann in dieser Saison in Spitzenspielen nicht gewinnen. Auch beim VfL Wolfsburg gelang den Messestädtern kein Sieg. 2:2 (1:2) hieß es nach 90 Minuten. Nordi Mukiele und Willi Orban trafen.

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Wolfsburg. Erneut schafft es RB Leipzig nicht, einen Sieg gegen einen der Großen in der Bundesliga zu holen. Beim VfL Wolfsburg reicht es nur für ein 2:2-Unentschieden. Dabei gehen die Messestädter schon sehr früh in Führung. Aber die Wölfe drehen das Spiel schon in der ersten Halbzeit und verabschieden sich mit einer 2:1-Führung in die Pause. In der zweiten Hälfte kann Willi Orban durch ein mehr schlechtes als rechtes Tor den Punkt retten.

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Wolfsburgs erster Treffer zählt nicht

In Wolfsburg schickt Trainer Julian Nagelsmann seine älteste Mannschaft auf den Rasen. Mit 26 Jahren Durchschnittsalter ist RB in dieser Saison in der Bundesliga noch nie unterwegs gewesen. Zuweilen scheint die Erfahrung der Älteren auch Früchte zu tragen, denn schon in der vierten Minute gehen die Roten Bullen in Führung. Und erneut ist es ein Verteidiger, der das Tor erzielt: Nordi Mukiele netzt nach Vorlage von Emil Forsberg von rechts ein. Es ist der zweite Treffer in dieser Saison für den Abwehrspieler, der erste in der Bundesliga.

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RB Leipzig kam in einer hart umkämpften Partie beim VfL Wolfsburg nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
RB Leipzig kam in einer hart umkämpften Partie beim VfL Wolfsburg nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus. ©

Die Vergeltung scheint auf dem Fuße zu folgen, genau genommen auf dem von Wout Weghorst. Der Wolfsburger befördert den Ball in der siebten Spielminute in Peter Gulacsis Netz. Er kommt aber zuvor mit der Hand an den Ball, weshalb sein Treffer nicht gewertet wird. Das Niveau in den ersten Momenten der Partie ist hoch. Hohes Tempo und eine gute Ballzirkulation zeichnen die Begegnung aus. Läuferisch legen beide Mannschaften eine Top-Leistung hin und zeigen damit ihre Qualität.

Sabitzer leitet Führung für die Hausherren ein

Weghorst macht es in der 22. Minute besser als zuvor, feiert seinen 100. Bundesliga-Auftritt dann doch mit einem Tor. Der Angriff: hervorragend über links her ausgespielt, Ausgleich. Danach geht es in den Zweikämpfen der intensiven Partie gut zur Sache. Nach etwa einer halben Stunde kann man deutlich Nagelsmann hören: „Auf geht’s, Männer! Wir müssen Druck machen.“ Der kommt aber nicht zustande.

An Kapitän Marcel Sabitzer und Kevin Kampl geht die Partie irgendwie vorbei. Schließlich ist es der Kapitän selbst, der patzt und den 1:2-Rückstand einleitet. Nach einem von ihm verschuldeten Ballverlust holt sich Wolfsburgs Yannick Gerhardt das Leder und spielt es Renato Steffen auf den Fuß. Der schießt und Orban fälscht die Kugel so ab, dass Peter Gulacsi sie nicht mehr halten kann. So gehen die Roten Bullen mit einem Rückstand in die Kabine. Für die zweite Halbzeit scheinen Wechsel bitter nötig.

Einen nimmt Coach Nagelsmann denn auch tatsächlich vor: Christopher Nkunku übernimmt für Forsberg. Das hohe Niveau des ersten Durchgangs ist zunächst nicht mehr zu sehen. Dann kommt der Ausgleich für die Roten Bullen: In der 54. Minute schafft es Orban nach einem Missverständnis in der Wolfsburger Abwehr, die Kugel an VfL-Keeper Koen Casteels vorbeizuschieben.

DURCHKLICKEN: Guido Schäfers Noten für die RB-Elf

(1) Peter Gulacsi: Bei den Gegentoren chancenlos, steht bei eisigen Temperaturen seinen Schnee-Mann. Note: 3 Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Bei den Gegentoren chancenlos, steht bei eisigen Temperaturen seinen Schnee-Mann. Note: 3 ©

Starke Leipziger Schluss-Halbestunde

Das 2:2 erhitzt die Stimmung auf dem Platz in der Volkswagen Arena etwas. Knappe fünf Minuten nach dem Ausgleich attackiert Weghorst Sabitzer in der Luft so, dass der RB-Kapitän unsanft auf dem Rücken landet. Als Schiedsrichter Tobias Stieler pfeift, entsteht sofort ein kleines Gerangel. Weghorst sieht Gelb, die Gemüter beruhigen sich schnell. Doch auch danach heißt es: Action, Hektik, vier gelbe Karten in der zweiten Halbzeit sowie generell viele Unterbrechungen. Auch in der 73. Minute, als es Amadou Haidara erneut im gegnerischen Sechzehner erwischt. Der Mittelfeldspieler kann aber nach Behandlungspause weitermachen.

Nach etwa einer Stunde geht Leipzig nochmal in die Offensive. Es folgen gute Szenen, viele Chancen, eine starke Präsenz, viele Abschlüsse, aber kein Tor. Der VfL hat gerade mal eine Chance, die Leipziger versuchen im Minutentakt, die Partie für sich zu entscheiden. Auch Angelino hat aus sehr spitzem Winkel einen Versuch auf dem Fuß, die Kugel rollt aber beinahe parallel zur Torlinie am Kasten von Casteels vorbei. Kurz vor Schluss hat Weghorst noch das Siegtor auf dem Fuß, schlussendlich fehlen aber zwei Zentimeter. Auf der anderen Seite sieht es in der zweiten Minute der Nachspielzeit für Justin Kluivert und Yussuf Poulsen nicht besser aus: Beide verpassen das Leder.