31. Juli 2020 / 17:41 Uhr

Toptalent aus Göttingen: Ansgar Knauff darf sich bei BVB-Profis beweisen

Toptalent aus Göttingen: Ansgar Knauff darf sich bei BVB-Profis beweisen

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Ausnahmetalent: Ansgar Knauff aus Göttingen macht derzeit die Vorbereitung bei den Profis von Borussia Dortmund mit.
Ausnahmetalent: Ansgar Knauff aus Göttingen macht derzeit die Vorbereitung bei den Profis von Borussia Dortmund mit. © imago images/Revierfoto
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Erobert ein Göttinger Toptalent die Fußball-Bundesliga? So weit ist es noch nicht, aber Ansgar Knauff hat einen weiteren wichtigen Schritt auf der Karriereleiter gemacht. Der 18-Jährige darf seit dieser Woche die Vorbereitung bei den Profis von Borussia Dortmund mitmachen.

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Ein Göttinger Toptalent sorgt für Furore: Ansgar Knauff hat einen weiteren wichtigen Schritt auf der Karriereleiter gemacht. Der 18-Jährige darf seit dieser Woche die Vorbereitung bei den Profis von Borussia Dortmund mitmachen – und erhält somit die einzigartige Chance, bei Trainer Lucien Favre ein Bewerbungsschreiben abzugeben.

Knauff ist in Göttingen geboren und wurde bei der SVG Göttingen ausgebildet. Mit gerade einmal vier Jahren fing er bei den Schwarz-Weißen in der G-Jugend an – und hinterließ in den Folgejahren einen bleibenden Eindruck bei den Verantwortlichen. Marcus Schmidt-Lehmkuhl, damals wie heute Jugendleiter des Göttinger Klubs, erinnert sich noch gut an das „Ausnahmetalent“, dessen Weg er bis heute verfolgt.

BVB-Toptalent Ansgar Knauff aus Göttingen

Hat bei Borussia Dortmund Eindruck hinterlassen: Der 18-jährige Ansgar Knauff aus Göttingen. Zur Galerie
Hat bei Borussia Dortmund Eindruck hinterlassen: Der 18-jährige Ansgar Knauff aus Göttingen. © Imago

„Acht Jahre hat er bei uns Fußball gespielt, eng begleitet vor allem von Trainer Helge Kerl“, sagt Schmidt-Lehmkuhl. Schon in jungen Jahren habe man seine herausragenden Fähigkeiten bewundern können. Knauff sei torgefährlich und zweikampfstark gewesen und habe sehr früh über eine beeindruckende Spielintelligenz verfügt. „In seinem Alter war er damals schon sehr, sehr komplett und vielseitig, offensiv wie defensiv“, sagt Schmidt-Lehmkuhl.

Das kann Knauffs Ex-Trainer Helge Kerl nur bestätigen: „Ansgar war schon als Kind extrem fokussiert auf Fußball. Fußball-Profi zu werden, war sein Traum von klein auf. Dafür hat er immer alles getan.“ Die extremen Stärken des 18-Jährigen seien seine Sprintfähigkeit und Wendigkeit sowie das Eins gegen Eins. Zudem könne er unglaublich gut das Spiel lesen und antizipieren.

„Ich drücke ihm die Daumen, dass er von Verletzungen verschont bleibt“, sagt Kerl, „dann kann das werden, das wäre ein Traum.“ Denn Knauff sei trotz seiner Fokussiertheit immer auf dem Boden geblieben, habe immer noch guten Kontakt zu einigen Jungs, die er noch von der Schule kennt.

Mit nur 15 Jahren zog Knauff ins Internatshaus von Borussia Dortmund

Nach kurzer Zwischenstation bei der Jugend von Hannover 96 wechselte Knauff 2016 zu Borussia Dortmund ins Leistungszentrum. Zahlreiche Klubs waren schon damals an dem Göttinger interessiert. Mit nur 15 Jahren zog er schließlich ins Dortmunder Internatshaus, wo er bis heute wohnt.

Der Wechsel nach Westfalen hat sich eindeutig ausgezahlt für den Rechtsaußen. Der 18-Jährige stieg am vergangenen Donnerstag ins Training ein – allerdings nicht mehr bei der U19, für die er in der abgebrochenen Vorsaison auflief, sondern bei den Profis. Knauff darf die Vorbereitung unter Trainer Lucien Favre mitmachen. Ein Ritterschlag.

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Zumal BVB-Sportdirektor Michael Zorc viel von dem Göttinger Talent zu halten scheint, das er erstmals im Sommer 2019 beim Finale um die Deutsche Meisterschaft der U17 gegen den 1. FC Köln live spielen sah. Der BVB verlor das Endspiel zwar mit 2:3, an Knauff lag das aber nicht. Der Youngster hatte nach zwei bärenstarken Auftritten in den Halbfinalspielen einmal mehr überzeugt und nach einem starken Solo das Tor zum zwischenzeitlichen 2:2 erzielt.

Zorc jedenfalls ist offenbar angetan von den Leistungen des jungen Göttingers. Knauff sei ein „sehr talentierter, junger Offensivspieler mit einer guten Schnelligkeit und einem guten Dribbling“, sagte der Sportdirektor dem kicker vor einigen Tagen, trat aber auch auf die Euphoriebremse: „Mal schauen, wie er sich auf höherem Niveau zeigt. Jetzt macht er erst einmal die Vorbereitung mit, danach sehen wir weiter“,

Knauff: 5 Treffer und 7 Vorlagen in der U-19-Bundesliga

Knauff gehörte in der vergangenen Spielzeit zum Jung-Jahrgang in der U19. In seinem ersten Jahr unter Michael Skibbe machte er mit überzeugenden Leistungen auf sich aufmerksam: Von 20 möglichen Spielen in der U-19-Bundesliga West absolvierte Knauff 18 – mit dem starken Leistungsnachweis von fünf Treffern und sieben Vorlagen.

Nach einem starken Jahr in der U17 (15 Torbeteiligungen in 23 Pflichtspielen) wurde Knauff Nationalspieler und trug bei der U18 erstmals das DFB-Trikot. Knauff bekleidet zwei Positionen, wobei ihm die des klassischen Rechtsaußen am besten zu liegen scheint. Aber auch für die Fünferkette wäre er eine Option.

„Er ist in einem Alter, in dem die Leistungen explodieren können"

So oder so hat der 18-Jährige jetzt die einmalige Chance, im Training mit den Profis weiter auf sich aufmerksam zu machen. Und SVG-Jugendleiter Schmidt-Lehmkuhl traut dem Youngster „alles“ zu. „Er ist in einem Alter, in dem die Leistungen explodieren können. Ich traue ihm die Bundesliga auf jeden Fall zu, das Talent jedenfalls hat er. Mit den richtigen Leuten an seiner Seite und Spaß an der Sache wird er seinen Weg machen.“

So wie andere Toptalente auch, die ebenfalls bei der SVG ausgebildet wurden. Schmidt-Lehmkuhl nennt beispielhaft Pauline Bremer (VfL Wolfsburg) oder Leandro Putaro (Eintracht Braunschweig). Das sei auch und vor allem eine Bestätigung für die tolle Arbeit von Trainer Helge Kerl und der Jugendabteilung der SVG. Schmidt-Lehmkuhl: „Dass wir solche Spieler rausgebracht haben, darauf kann man schon stolz sein.“ Vor allem, wenn Knauff sich weiter die Karriereleiter hinauf spielt.