23. Januar 2022 / 19:25 Uhr

Tor-Gala zum Spieltags-Abschluss: Dominante Bayern schießen Hertha BSC tiefer in die Krise

Tor-Gala zum Spieltags-Abschluss: Dominante Bayern schießen Hertha BSC tiefer in die Krise

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern München gab sich in der Hauptstadt keine Blöße.
Der FC Bayern München gab sich in der Hauptstadt keine Blöße. © Getty
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Der FC Bayern München hat sich bei Hertha BSC in Gala-Form gezeigt. Die Münchener wiesen den Hauptstadt-Klub am Sonntag deutlich in die Schranken. Der Abstand des Spitzenreiters auf Verfolger Borussia Dortmund wächst durch den Dreier wieder auf sechs Zähler an.

Mit einer dominanten Vorstellung im Sonntagabendspiel bei Hertha BSC vor 3000 Zuschauer im Olympiastadion hat der FC Bayern München seinen Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund wieder auf sechs Punkte ausgedehnt. Der FCB gewann dank Treffer von Corentin Tolisso (25.), Thomas Müller (45.), Leroy Sané (75..) und Serge Gnabry (79.) auch in der Höhe verdient zum Abschluss des 20. Spieltags mit 4:1 (2:0) bei den Berlinern, die durch Jurgen Ekkelenkamp (80.) leichte Ergebniskosmetik betrieben. Während die Bayern die Liga mit klarem Vorsprung anführen, spitzt sich die Lage bei den Berlinern weiter zu. Die Hertha belegt mit 22 Punkten Rang 13 und hat nur drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Der in der Kritik stehende Hertha-Trainer Tayfun Korkut steht vor unruhigen Tagen.

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Nagelsmann setzte bei den Bayern auf ein Rückkehrer-Trio: Sané, Lucas Hernandez und Kingsley Coman standen dem Bayern-Trainer wieder zur Verfügung und absolvierten ihre ersten Einsätze in diesem Jahr. Joshua Kimmich, der zuletzt als Rechtsverteidiger aushalf, rückte wieder ins Mittelfeld und ergänzte im Notfall die Dreierkette um Benjamin Pavard, Niklas Süle und Comebacker Hernandez. Auch Hertha-Trainer Korkut setzte nach dem 2:3 im Pokal gegen Union Berlin erstmals auf eine Dreierkette in der Abwehr mit den Teenagern Linus Gechter und Marton Dardai neben Kapitän Dedryck Boyata. Die zuletzt angeschlagenen Verteidiger Niklas Stark und Jordan Torunarigha waren nicht im Kader. Stürmer Davie Selke fehlte wegen einer Corona-Infektion.

Doch nur die Bayern-Umstellungen fruchteten. Von der ersten Minute an ließ der Rekordmeister keinen Zweifel daran, wer am Ende als Sieger vom Platz gehen wird. Schon in der zweiten Minute musste Hertha Keeper Alexander Schwolow das erste Mal in diesem Spiel hinter sich greifen. Tolisso traf wie schon beim 4:0 gegen Köln - diesmal per Volley nach Flanke von Thomas Müller. Doch der Treffer zählte nicht, weil der französische Torschütze im Abseits stand. Die Bayern hielten auch danach den starken Druck aufrecht und kamen durch Müller (9.) per Lupfer und Coman per Kopf (16.) jeweils zu guten Gelegenheiten, doch Schwolow blieb Herr der Lage - bis zur 25. Minute. Nach Coman-Flanke setzte sich Tolisso im Kopfball-Duell gegen Dardai durch und sorgte für die verdiente Führung.

Was die Bayern in dieser Saison unter Nagelsmann auszeichnet: Sie geben trotz Führung nicht nach und bleiben torhungrig. Gegen die fahrigen Berliner reihte sich eine Torchance an die nächste. Müller verwertete eine Flanke von Kimmich kurz vor Pausenpfiff zum völlig verdienten 2:0 (45.). Dieses verpasste zuvor der zunächst blasse FIFA-Weltfußballer Robert Lewandowski mit der Fußspitze nach Gnabry-Hereingabe, Schwolow hielt erneut klasse und war zu diesem Zeitpunkt der beste Berliner (36.).

Eine Intervention der Hertha-Ultras beim Geheimtraining vor dem Bayern-Spiel am Samstag störte die Vorbereitung der Berliner, die über 45 Minuten gehemmt wirkten. Erst nach Wiederanpfiff spielte die Hertha lockerer auf und kam auch zu Chancen. Vladimir Darida vergab die mit Abstand beste Chance der Gastgeber, in dem er frei am ersten Pfosten eine Flanke von Maximilian Mittelstädt über das Tor zimmerte (52.). Das hätte der Anschlusstreffer sein müssen - stattdessen bissen die Bayern zu: Einen Schwolow-Pass im eigenen Strafraum fing Sané ab und schob zum 3:0 ein (75.), vier Minuten später war Gnabry, der in der 61. Minute noch allein vor Schwolow vergab, zur Stelle und machte es im Eins-gegen-Eins diesmal besser. Wer jetzt mit einem Bayern-Schützenfest rechnete, wurde enttäuscht. Ekkelenkamp betrieb mit seinem Treffer zum 1:4 (80.) noch Ergebniskosmetik. Der Treffer von Sané, der Schwolow mit einem feinem Schlenzer (89.) überwand, zählte wegen Handspiels nicht.