07. September 2020 / 11:34 Uhr

Tor-Premiere beim Turbine-Comeback: Rückkehrerin Melissa Kössler trifft zum Auftakt

Tor-Premiere beim Turbine-Comeback: Rückkehrerin Melissa Kössler trifft zum Auftakt

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
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Melissa Kössler (r.) stürmt wieder für Turbine Potsdam. © Saskia Nafe
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Frauen-Bundesliga: Melissa Kössler stürmt nach einem USA-Jahr wieder für Turbine Potsdam - und erzielt prompt ihr erstes Bundesliga-Tor.

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„Mille“ ist zurück: Ein Jahr nach ihrem vorläufigen Abschied von Turbine Potsdam trägt Melissa Kössler wieder das blaue Trikot ihres Jugendvereins. In ihrem Auslandsjahr in den USA an der University of Massachusetts ist die 20-jährige Offensivspielerin gereift und will nun einen neuen Anlauf auf einen Stammplatz in der Bundesliga nehmen. Der Start ist schon mal geglückt: Gleich im Auftaktspiel gegen die TSG Hoffenheim (3:1) erzielte die Stürmerin ihr erstes Bundesliga-Tor.

„Ich habe mich super schnell wieder eingewöhnt. Es ist ein schönes Gefühl, die Stadt, Familie und Freunde wieder um mich herum zu haben“, sagt die gebürtige Potsdamerin, die mit sechs Jahren im Nachwuchs des 1. FFC Turbine mit dem Kicken begann und alle Juniorinnenteams durchlief. Trainer Matthias Rudolph holte sie 2018 zur Bundesliga-Mannschaft, im April des selben Jahres debütierte sie gegen den SC Freiburg im deutschen Oberhaus. Elf Einsätze standen bis zur ihrer Rückkehr für sie zu Buche – bis sie sich 2019 für das Abenteuer Amerika entschied. „Das war für mich und meine Entwicklung ein wichtiger Schritt“, sagt sie rückblickend über ihr Collegejahr. In 16 Partien für die „Umass Minutewomen“ erzielte sie elf Tore. „Es war wirklich wie in einem Collegefilm“, sagt sie über das Leben zwischen Campus, Uni und Fußballplatz. Die Qualität der US-amerikanischen College-Liga würde sie als „gutes Zweitliga-Niveau“ bezeichnen. „Vor allem im athletischen Bereich bin ich viel besser geworden, daran konnte ich in den USA sehr gut arbeiten“, sagt Melissa Kössler.

In Bildern: Turbine Potsdam besiegt zum Saisonauftakt die TSG Hoffenheim mit 3:1.

Turbine Potsdam besiegt zum Saisonauftakt die TSG Hoffenheim mit 3:1. Zur Galerie
Turbine Potsdam besiegt zum Saisonauftakt die TSG Hoffenheim mit 3:1. © Saskia Nafe

Doch von Anfang an sei geplant gewesen, den Auslandsaufenthalt auf ein Jahr zu beschränken. Was lag also näher, als sich jetzt wieder ihrem Heimatverein anzuschließen. „Für den Verein ist es sehr schön, wenn Spielerinnen, die im eigenen Nachwuchs ausgebildet wurden, den Weg wieder zurückfinden. Durch das Auslandsjahr hat sich Melissa sehr weiterentwickelt und wird in der kommenden Saison unser Team offensiv bereichern“, schwärmte Co-Trainer Dirk Heinrichs, als die Rückholaktion perfekt war. Der langjährige Assistent von Bernd Schröder und Matthias Rudolph ist nach Kösslers einjährigem USA-Intermezzo ebenso noch da wie viele Mitspielerinnen. Nur der Cheftrainer heißt jetzt Sofian Chahed. „Er bringt frischen Wind mit und es macht echt Spaß, mit ihm zu arbeiten“, beschreibt die Angreiferin, die 2015 und 2016 mit Turbines B-Jugend Deutsche Meisterin wurde, ihren positiven Eindruck vom neuen Coach.

Nach anfänglichen Problemen gelinge es der Mannschaft auch immer besser, die Vorgaben des Trainerteams auf dem Platz umzusetzen, so Melissa Kössler. Der 3:1-Heimsieg zum Ligastart vor 725 Zuschauern im "Karli" war ein Ausdruck dessen. „Wir wollen schon einen der oberen Plätze angreifen und dabei vor allem gegen die direkten Konkurrenten punkten.“

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Damit das gelingt, stimmen sich die Turbinen vor den Spielen mit lauter Musik in der Kabine auf ihre Duelle ein. Und die Rückkehrerin mit der Trikotnummer 25 hat die Rolle des Kabinen-DJ übernommen. Die Playlist sei aber nicht in Stein gemeißelt. „Die Mädels können mir gerne Vorschläge schicken, aber bislang waren sie mit meiner Auswahl immer recht zufrieden“, sagt die U17-Europameisterin von 2017. Und was wummert vor den Spielen so aus den Lautsprecherboxen? „Alles möglich – House, Charts, Motivationssongs“, erklärt Melissa Kössler, die bei ihrer Turbine-Rückkehr auch auf dem Platz für ordentlich Musik sorgen will.