22. Januar 2023 / 17:29 Uhr

Tor-Wahnsinn bei Haller-Debüt: BVB schlägt Augsburg trotz dreifachen Führungsverlusts

Tor-Wahnsinn bei Haller-Debüt: BVB schlägt Augsburg trotz dreifachen Führungsverlusts

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Borussia Dortmund hat beim Debüt von Sébastien Haller einen spektakulären Sieg über den FC Augsburg eingefahren.
Borussia Dortmund hat beim Debüt von Sébastien Haller einen spektakulären Sieg über den FC Augsburg eingefahren. © IMAGO/RHR-Foto (Montage)
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Borussia Dortmund hat das Pflichtspiel-Debüt von Sébastien Haller im BVB-Trikot mit einem spektakulären Sieg veredelt. Die Westfalen hatten nach einem torreichen Schlagabtausch gegen den FC Augsburg am Sonntag das bessere Ende für sich.

Beim Pflichtspiel-Debüt von Sébastien Haller für Borussia Dortmund hat der BVB einen irren Schlagabtausch für sich entschieden. Die Westfalen setzten sich am Sonntagnachmittag gegen den FC Augsburg mit 4:3 (2:2) durch. Jude Bellingham (30.), Nico Schlotterbeck (42.) und Jamie Bynoe-Gittens (75.) brachten die Hausherren dreimal in Führung, ehe Giovanni Reyna (80.) den Siegtreffer erzielte. Arne Maier (40.), Ermedin Demirovic (45.+2) und David Colina (77.) hatten für den unterlegenen FCA dreimal ausgeglichen. Der BVB schiebt sich durch den Sieg wieder zurück auf Rang sechs und liegt nun zwei Punkte hinter den Champions-League-Plätzen. Augsburg bleibt als 15. punktgleich mit Relegationsplatz 16 im Tabellenkeller.

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Gute Nachricht für den BVB vorweg: Sébastien Haller gehörte erstmals zum Liga-Aufgebot der Westfalen und nahm zunächst auf der Bank Platz. Der im vergangenen Sommer an Hodenkrebs erkrankte ivorische Nationalspieler hatte bisher noch kein Pflichtspiel für den BVB bestritten. Im Gegensatz zu Haller gehörte der erst vor wenigen Tagen von Union Berlin verpflichtete Neuzugang Julian Ryerson bereits zur Startelf. Neben Thomas Meunier, Mateu Morey und Emre Can musste Terzic auf Kapitän Marco Reus verzichten, der wegen einer Erkrankung in dieser Woche nicht trainiert hatte. Bei Augsburg setzte Trainer Enrico Maaßen von Beginn an auf die Neuzugänge Dion Beljo und Arne Engels. Die ebenfalls vor wenigen Tagen zum FCA gelotsten Kelvin Yeboah, Irvin Cardona und David Colina saßen auf der Bank.

Doch dies hielt zumindest im Fall von Cardona nicht lange an. Nur sechs Minuten waren gespielt, da kam BVB-Abwehrchef Mats Hummels gegen Ruben Vargas bei einer Grätsche zu spät und traf ihn am Sprunggelenk. Der FCA-Angreifer konnte nicht weiterspielen, Maaßen brachte Cardona. In der Offensive zeigten sich die gastierenden Fuggerstädter jedoch zunächst kaum. Stattdessen erarbeitete sich der BVB ein deutliches optisches Übergewicht. Donyell Malen (18.) und Youssoufa Moukoko (23.), dessen Vertragsverlängerung bis 2026 am Samstag vermeldet worden war, vergaben jedoch erste Hochkaräter.

Besser machte es dann der eigentlich für andere Aufgaben bestimmte Zentrumspieler Bellingham. Mit einer schnellen Bewegung verschaffte er sich vor dem gegnerischen Strafraum Platz und zog unhaltbar für Augsburg-Keeper Rafal Gikiewicz ab (30.). Doch der auf Spielkontrolle bedachte BVB brachte den Gegner noch vor der Pause höchstselbst zurück ins Spiel. Schlotterbeck verlor den Ball auf der Außenbahn, Salih Özcan ging gegen Maier zu zögerlich zu Werke und dieser schoss zum Ausgleich ein (40.). Dortmund antwortete zwar prompt – Schlotterbeck nickte nur 120 Sekunden später einen Freistoß von Julian Brandt zur erneuten Führung ein (42.) –, doch das letzte Wort in Hälfte eins hatte abermals der FCA. Demirovic erlief einen feinen Schnittstellenpass von Arne Engels und behielt frei vor BVB-Schlussmann Gregor Kobel die Nerven (45.+2).

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Trotz der bisweilen klaren Überlegenheit in Durchgang eins begann die zweite Hälfte also bei null. Zu fragil präsentierte sich die BVB-Defensive bei schnellen Nadelstichen der Gäste, die mit zunehmender Spieldauer griffiger wurden. Dortmunds Anrennen verpuffte indes weiter. Terzic reagierte, wechselte offensiv und sorgte damit für einen Gänsehautmoment. Für den weitestgehend wirkungslosen Moukoko brachte der BVB-Coach Haller und ermöglichte diesem so sein Bundesliga-Debüt in Schwarz-Gelb. Der Angreifer wurde mit Standing Ovations begrüßt. Es stach jedoch zunächst ein anderer Joker: Der kurz zuvor eingewechselte Bynoe-Gittens – seit September von einer hartnäckigen Schulterverletzung ausgebremst – sorgte nach einer starken Einzelleistung mit seinem Abschluss aus rund 17 Metern für die dritte Dortmunder Führung (75.).

Auch diese hatte jedoch keinen Bestand. Der FCA antwortete. Wieder leitete Schlotterbeck mit einem Fehlpass den Treffer ein. Augsburg-Zugang Yeboah, der nur eine Minute zuvor für Beljo in die Partie gekommen war, traf nach anschließender Ballstafette nur den Pfosten, und der ebenfalls eingewechselte Colina staubte zum 3:3 ab (77.). Der Schlusspunkt für einen verrückten und spektakulären Schlagabtausch war dann aber doch dem BVB vorbehalten. Reyna machte mit dem insgesamt dritten Joker-Tor des Nachmittags den Dortmunder Dreier sehenswert perfekt (78.).

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