02. August 2022 / 11:15 Uhr

Tore, Zuschauer und Co.: Diese Rekorde wurden bei der Frauen-EM in England aufgestellt

Tore, Zuschauer und Co.: Diese Rekorde wurden bei der Frauen-EM in England aufgestellt

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Neben dem Zuschauer-Rekord haben auch Beth Mead (links) und Alexandra Popp für Bestmarken gesorgt.
Neben dem Zuschauer-Rekord haben auch Beth Mead (links) und Alexandra Popp für Bestmarken gesorgt. © Getty Images/IMAGO/Sports Press Photo (Montage)
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Was für ein Spektakel im Fußball-Tempel Wembley. England und Deutschland liefern sich vor der EM-Rekordkulisse ein großes Finale – und sorgen damit für einen krönenden Abschluss einer EM voller Bestmarken.

Die Frauen-Europameisterschaft in England ist ein Turnier voller Rekorde gewesen. Die Teams, die Spielerinnen, eine Trainerin und auch die Zuschauer sorgten für einige Bestmarken. "Aber nicht nur die Zahlen sind imposant: Wir haben superschöne Tore, enorme technische Fähigkeiten gesehen", sagte UEFA-Boss Aleksander Ceferin: "Eine Menge Leute haben vorher gezweifelt, jetzt bewundern sie dieses Turnier." Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), blickt auf die Rekorde.

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Gastgeber England war bei diesem Turnier das Maß aller Dinge – und knackte einige Rekorde des DFB-Teams. Der Europameister erzielte 22 Turnier-Tore (14 davon in der Gruppenphase) und damit einen Treffer mehr als Deutschland bei der EM 2009. Allein acht Tore gelangen den Lionesses im Gruppenspiel gegen Norwegen. Damit brachen sie die eigene Bestmarke aus dem Jahr 2017 (6:0 gegen Schottland).

Großen Anteil an den Erfolgen der englischen und deutschen Mannschaft hatten jeweils die beiden Star-Stürmerinnen Beth Mead und Alexandra Popp. Sechs Treffer bei einer EM-Endrunde schaffte bis dato nur Inka Grings bei der EM 2009. Wo die ehemalige deutsche Nationalspielerin aber nicht mithalten konnte: Mead erzielte fünf Tore in der Gruppenphase und traf in allen drei Gruppenspielen. Auch die im Endspiel verletzt fehlende Popp traf immer in der Vorrunde und holte sich mit ihren Toren im Viertel- und Halbfinale auch noch eine Bestmarke – fünf Treffer in fünf aufeinanderfolgenden Spielen. Weitere Auszeichnungen bei den Spielerinnen gingen zudem nach Frankreich und Nordirland. Frankreichs Grace Geyoro traf dreimal in einer Halbzeit, Nordirlands Julie Nelson ist mit 37 Jahren und 33 Tagen die älteste Torschützin bei einer EM-Endrunde.

Wiegman holt erneut den Titel

Für positives Aufsehen sorgte bei der EM aber auch eine Trainerin. Sarina Wiegman hatte mit ihrem Heimatland Niederlande das Europa-Turnier bereits 2017 gewonnen. Und jetzt kommt die 52-Jährige schon auf elf Siege in ihren ersten elf Spielen. Zudem gelang es keiner anderen Trainerin, den EM-Titel mit zwei verschiedenen Nationen zu gewinnen. "Wir haben den Pokal gewonnen und wir sind wirklich glücklich", sagte Wiegman nach dem Endspiel gegen das DFB-Team.

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Im Finale wurde auch ein Zuschauer-Rekord für ein Länderspiel der Frauen in Europa geknackt. Zuvor hatte im Jahr 2012 das Olympische Finale in Wembley mit 80.203 Zuschauern für die Bestmarke gesorgt. Bei einer EM hatte der Rekord von 79.115 Fans beim Finale 1964 zwischen Spanien und der Sowjetunion im Santiago Bernabéu lange Bestand. In einer anderen Rubrik übertrumpfte das Turnier in England aber alles andere, was es zuvor im Frauenfußball gegeben hatte – die Gesamtzuschauerzahl. 574.875 Besucher verfolgten die Spiele in den Stadien. Der alte Rekord lag bei "nur" 240.055 Zuschauern aus dem Jahr 2017.

Fast 18 Millionen Zuschauer

Auch in Deutschland ist die EM auf ein großes Interesse gestoßen. Die Live-Übertragung des Finals knackte den elf Jahre alten Einschaltquoten-Rekord von der WM 2011. Durchschnittlich 17,897 Millionen Menschen sahen am Sonntag in der ARD die 1:2-Niederlage der DFB-Auswahl gegen England nach Verlängerung. Der Marktanteil der rund zweistündigen Übertragung lag nach Angaben der AGF-Videoforschung bei 64,8 Prozent. Noch nie zuvor hatten so viele Menschen in Deutschland ein Frauenfußballspiel im Fernsehen gesehen. Der bisherige Bestwert war bei der Heim-WM aufgestellt worden: Bei der Viertelfinal-Partie Deutschland gegen Japan (0:1) hatten 16,95 Millionen zugeschaut, der Marktanteil lag damals bei 59,3 Prozent.

Der Deutsche Fußball-Bund hatte schon vor der EM Rekord-Prämien aufgestellt. 10.000 Euro für das Überstehen der Gruppenphase, 20.000 Euro für das Erreichen des Halbfinals, 30.000 Euro für die Finalteilnahme und 60.000 Euro für den Finalsieg. Zum Vergleich: Bei dem EM-Triumph im Jahr 2017 hatten die Spielerinnen "nur" 37.500 Euro erhalten. Auch die UEFA setzte bei diesem Turnier neue Maßstäbe und verdoppelte das Preisgeld auf 16 Millionen Euro. Deutschland erhielt am Turnier-Ende als Vizeeuropameister zusätzlich 420.000 Euro auf die anderen Prämien – 600.000 Euro Startgeld, 100.000 Euro pro Gruppensieg, 205.000 Euro für den Einzug ins Viertelfinale sowie 320.000 Euro für den Sprung ist Halbfinale.

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