13. Mai 2017 / 17:33 Uhr

Torfestival gegen Bayern – RB Leipzig verpasst Sensation

Torfestival gegen Bayern – RB Leipzig verpasst Sensation

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Diego Demme im Zweikampf mit Bayerns Arien Robben. 
RB Leipzigs Diego Demme im Zweikampf mit Bayerns Arien Robben.  © dpa
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Innerhalb von vier Minuten dreht Bayern München mit zwei Toren das Spitzenspiel gegen RB Leipzig. Dabei sah der Tabellenzweite lange wie der sichere Sieger aus. Eine Party mit den Fans wird es am Abend trotzdem geben.  

Leipzig. RB Leipzig hat seine historische Saison am Samstag mit der Vizemeisterschaft gekrönt. Trotz der 4:5 (2:1)-Niederlage gegen den FC Bayern München sind die Roten Bullen nicht mehr vom zweiten Tabellenplatz zu verdrängen. Marcel Sabitzer, Timo Werner und Yussuf Poulsen schossen die Roten Bullen mit ihren Toren zunächst ins Glück. Lange sah es nach einer Revanche für die 0:3-im Hinspiel aus. Doch David Alaba und Arjen Robben retteten spät den Bayern den Erfolg.

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Die Zuschauer empfangen die Mannschaften vor der Partie mit einer riesigen weiß-roten Choreographie im Stadion – dort sind die Stationen auf dem Weg nach Europa abgebildet. In acht Jahren von der Oberliga in die Champions League. Daran ergötzt sich auch Geldgeber Dietrich Mateschitz, der zum fünften Mal seit der Gründung des Vereins bei einem Heimspiel auf der VIP-Tribüne sitzt. Seine bisherige Bilanz mit vier Siegen und 8:1-Toren makellos.

DURCHKLICKEN: Das letzte Aufeinandertreffen in Leipzig

RB Leipzig - FC Bayern München (dpa) (7) Zur Galerie
RB Leipzig - FC Bayern München (dpa) (7) © dpa/imago/GEPA Pictures

Leipziger Blitzstart

Auch sonst ist reichlich Fußball-Prominenz ins Stadion gepilgert: Natürlich die Bayernbosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sowie Ex Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack. Sie sehen einen Blitzstart des Gastgebers: Forsberg mit schöner Flanke an den langen Pfosten – Sabitzer köpft unhaltbar aus kurzer Distanz ins Dreiangel zum 1:0.

Die Leipziger sind elektrisiert, nur Sekunden später verfehlt Poulsen den Kasten knapp mit der Fußspitze, Sabitzer setzt einen Gewaltschuss drüber – nach fünf Minuten kann es schon 3:0 stehen. Die Münchner wissen nicht, wie ihnen geschieht.

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Hasenhüttl hat sich für die gleiche Startelf wie beim 4:1-Triumph vor einer Woche in Berlin entschieden, bei der die Qualifikation für die Champions League gefeiert wurde. Bei den Bayern darf Joshua Kimmich an seiner alten Wirkungsstätte im defensiven Mittelfeld beginnen. Als der Meister den Tabellenzweiten im eigenen Strafraum fest zu schnüren scheint, kontert Werner in einem Höllentempo, nur der Pfosten steht zwischen dem Ball und dem nächsten RB-Tor.

Nach einer Viertelstunde erzielen die Bayern den Ausgleich per Elfmeter. Bernardo soll den Ball mit der Hand gespielt haben, die Entscheidung des Schiedsrichters ist sehr fragwürdig. Robert Lewandowski ist das egal – er verwandelt sicher und erzielt sein 150. Bundesligator. Die Fans reagieren auf den Rängen, heizen die Stimmung weiter an.

Es bleibt rasant, Sabitzer scheitert in der 23. Minute am Bein von Tom Starke, Bernardo mit Fallrückzieher ebenfalls an den Reflexen des Bayern-Keepers. Nach einer knappen halben Stunde kann Alonso Forsberg nur noch per Foul stoppen. Den Elfmeter verwandelt Werner ohne mit der Wimper zu zucken zur erneuten Führung – das Stadion tobt. Letzter Aufreger vor der Pause: Ribery kann nach einem Zweikampf mit Ilsanker nicht weiter spielen, wird kurz vor der Pause von Costa ersetzt.

Die Noten für RB Leipzig von Guido Schäfer in der Galerie:

Peter Gulacsi: Zweimal in Aktion, zweimal souverän. Im zweiten Durchgang ohne Aufgabe. Note 2 (@GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Zweimal in Aktion, zweimal souverän. Im zweiten Durchgang ohne Aufgabe. Note 2 (@GEPA Pictures) ©

​​Blitzstart Klappe die Zweite​

Deja-vu-Erlebnis nach Wiederanpfiff: Noch nicht einmal zwei Minuten sind gespielt, Rauchschwaden aus dem Bayern-Fanblock vernebeln zum Teil noch den Rasen, da netzt Poulsen zum 3:1 ein. Sein Schuss wird von Alonso unhaltbar abgefälscht. Drei Gegentore in der Bundesliga hat Bayern zuletzt vor anderthalb Jahren gegen Gladbach kassiert.

Aber der Rekordmeister schüttelt sich und bleibt am Ball. Nach einer Stunde köpft  Thiago zum Anschluss ein. Die Antwort des Gastgebers lässt nicht lange auf sich warten: Werner nutzt einen Patzer der Bayern-Defensive, tunnelt Starke aus extrem spitzen Winkel zum 4:2. Auf der anderen Seite schießt Lewandowski an den Pfosten, in der 72. Minute zappelt sein Schuss im Netz – abseits. Doch der polnische Nationalspieler gibt nicht auf, köpft in der 84. Minute noch einmal zum 4:3.

Bayern schafft sogar noch den Ausgleich – Alaba mit einem Freistoß in der 90. Minute in den Winkel. Robben drehte mit seinem Tor in der 94. Minute noch den Spieß um.

RBL: Gulacsi - Bernardo, Compper, Upamecano, Ilsanker – Sabitzer (68. Schmitz), Demme, Keita, Forsberg – Poulsen (75. Selke), Werner (79. Khedira)

FCB: Starke - Lahm, Boateng, Alaba, Bernat – Alonso (61. Vidal), Kimmich (67. Müller) - Robben, Thiago, Ribery (43. Costa) - Lewandowski

Tore: 1:0 Sabitzer (2.), 1:1 Lewandowski (16., Handelfmeter), 2:1 Werner (29., Foulelfmeter), 3:1 Poulsen (47.), 3:2 Thiago (60.), 4:2 Werner (65.), 4:3 Lewandowski (84.), 4:4 Alaba (90.), 4:5 Robben (94.)


Zuschauer: 42.558 (ausverkauft)

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