07. Januar 2022 / 12:42 Uhr

Torjäger der Zukunft: So lobt Tarnat das 96-Sturmtalent Tresoldi 

Torjäger der Zukunft: So lobt Tarnat das 96-Sturmtalent Tresoldi 

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
In Wartestellung: Nicolo Tresoldi im 96-Training bei den Profis, Tarnat lobt ihn.
In Wartestellung: Nicolo Tresoldi im 96-Training bei den Profis, Tarnat lobt ihn. © Florian Petrow, Michael Wallmüller
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96-Trainer Christoph Dabrowski und der frühere Champions-League-Sieger Michael Tarnat sprechen über die neue Sturmhoffnung von Hannover 96. Nicolo Tresoldi (17) soll im Sommer Profi werden. "Seine Karriere ist von Toren gepflastert", sagt Tarnat. Ein Talent zwischen Schule und Profikarriere.  

Hannover 96 hat Nicolo Tresoldi am Mittwoch "langfristig gebunden". Damit steht zunächst fest, dass der 17 Jahre junge Stürmer 96 nicht ohne Weiteres verlassen kann. Denn mittlerweile ist auch die italienische Jugendnationalmannschaft aufmerksam geworden, ebenso andere Klubs.

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Tresoldi kann die Zukunft in Hannover gehören

Langfristig bedeutet dies: Wenn Tresoldi im Sommer volljährig ist, soll sich der Ausbildungsvertrag in einen Profivertrag mit einer noch festzulegenden Laufzeit umwandeln. 96 setzt auf den Italiener: Tresoldi kann die Zukunft in Hannover gehören.

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Bilderstrecke: die 50 erfolgreichsten Torjäger von Hannover 96. ©

Ein Blick zurück

Vier Jahre ist das her. Sven Achilles, der Sportkoordinator der Gesamtschule Hemmingen, meldete sich bei Hannover 96. Er habe da einen Schüler, Nicolo Tresoldi, ein Italiener, klein, aber top als Fußballer.

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Nicolo Tresoldi spielte in der Akademie vor. "Er war nicht groß, aber er traf immer", erinnert sich Akademieleiter Michael Tarnat. "Seine Karriere bei uns ist mit Toren gepflastert." Nun legte 96 den Weg für Tresoldi fest mit einem weiteren Vertrag, der den Italiener zum Profi macht, wenn er im August 2022 volljährig wird.

Auf einen wie Tresoldi wartet 96 schon lange

Tresoldi ist kein Stürmer, der 96 in der 2. Liga sofort helfen kann. Aber ihm gehört die Zukunft. Auf einen Stürmer wie "Torsoldi" wartet 96 schon lange. Ein wenig Zeit wird noch vergehen müssen, bis Tresoldi nicht nur bei der U19 Tore schießt, sondern auch bei den Profis.

Körperlich müsse er zulegen, sagen Manager Marcus Mann und Tarnat. Trainer Christoph Dabrowski mag ihn "nicht direkt in die Schublade packen, nur weil der Julian Börner ihn mal umhaut. Es geht nicht darum, ihn in Zermürbungskämpfe reinzuwerfen."

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Gespräch mit Dabrowski

Um den weiteren Weg geordnet zu pflastern, führte Dabrowski Donnerstag mit dem 17-Jährigen ein längeres Gespräch. "Wir sprechen ab, wann Schule ist, wann Spiele sind. Wir haben vereinbart, dass er mir seine Pläne schickt, dass wir Struktur reinkriegen", sagt der 96-Trainer.

Vater war Profi in Italien

Nicolo Tresoldi, mittlerweile über 1,80 Meter lang, besucht immer noch die Sporteliteschule in Hemmingen. Seine Mutter arbeitet am Flughafen in Langenhagen – wegen des Jobs war die Familie aus Italien hergezogen. Vater Emanuele (48) war Profi in Italien, ein linker Verteidiger bei Atalanta Bergamo wie heute Nationalspieler Robin Gosens.

Dabrowski kennt die Qualitäten von Tresoldi junior. "Ein total spielintelligenter Spieler, der das Spiel versteht, technisch sauber ist, ein gutes Raumgefühl hat, ein ex­trem gutes Kopfballspiel." Kein Stoßstürmer, sondern "ein Schleicher", wie Tarnat sagt. Dabrowski ist überzeugt, dass Tresoldi bei 96 einschlagen kann, nicht sofort, aber später. "Lasst den laufen", appelliert der Trainer, "lasst ihn sich ruhig entwickeln, ihn nicht vollballern mit Sachen, die nicht aktuell sind."


Bilder vom Training von Hannover 96 (31. Dezember)

Bilder vom Training von Hannover 96 (31. Dezember) Zur Galerie
Bilder vom Training von Hannover 96 (31. Dezember) © Florian Petrow

Die Priorität liegt bei Punkten

Die Priorität bei 96 liegt aktuell ohnehin bei Punkten, nicht bei Talenten. Die nächsten hat Dabrowski im Blick. Den zentralen Mittelfeldspieler Nick Elias Meier (16) zum Beispiel, auch Mick Gudra oder Moussa Doumbouya hat Dabrowski nicht vergessen. Spannend wird es in der nächsten Saison: Viele Verträge enden im Sommer – mehr Platz für den Nachwuchs bei 96.