06. Oktober 2021 / 16:29 Uhr

Torjubel mit Blinklicht beim VfL Woltorf

Torjubel mit Blinklicht beim VfL Woltorf

Matthias Preß
Peiner Allgemeine Zeitung
Stadion-Atmosphäre kann der VfL Woltorf auf seinem Sportplatz mit der neuen LED-Flutlichtanlage erzeugen.
Stadion-Atmosphäre kann der VfL Woltorf auf seinem Sportplatz mit der neuen LED-Flutlichtanlage erzeugen. © Matthias Press
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Helleres Licht, weniger Stromverbrauch – langfristig lohnt sich die Umstellung der Flutlichtanlage auf LED-Strahler für den VfL Woltorf. Er ist der dritte Verein im Landkeis, der diesen umweltschonenden Weg geht. Weitere haben schon Zuschüsse beantragt. 

Wenn auf dem Woltorfer Sportplatz ein Tor fällt, kann es vorkommen, dass das mit blinkendem Flutlicht gefeiert wird. Mit den herkömmlichen Metalldampflampen wäre das nicht möglich gewesen, doch auf den sechs Masten sind nun LED-Leuchten installiert. Nach DIN sind für normale Fußballplätze 75 Lux der Mindestwert. „Wir haben jetzt in Woltorf 160 Lux“, sagt Paul Broda von der Firma Lumosa, die die neue Beleuchtung installiert hat.

Lux ist das ankommende Licht, nicht der Abstrahlwert der Lampen, der in Lumen gemessen wird. Das bisherige Licht war schon ausreichend, nun ist es noch heller – und dennoch spart der Sportverein VfL in Zukunft.

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„Die enormen Wartungskosten der konventionellen Beleuchtung und der hohe Stromverbrauch haben uns gezwungen, uns nach Alternativen umzuschauen“, sagt der Vereinsvorsitzende Dietmar Seidel. Die LED-Leuchten verbrauchen nur einen Bruchteil des Stroms der alten Flutlichtanlage, zudem sind die Leuchten dimmbar und haben eine längere Lebensdauer.

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Allerdings musste der Verein erstmal die Gesamtkosten von rund 43 000 Euro bezahlen. Gefördert wird das Projekt aber vom Bundesumweltministerium und dem Landessportbund, sodass der VfL rund zwei Drittel der Summe zurückbekommen wird. Auch der Trainingsplatz, der bei der bisherigen Anlage im Halbdunkeln lag, ist besser ausgeleuchtet.

Die LED-Leuchten kamen vormontiert vom Hersteller und brauchten nach der Installation auf den Masten nur noch minimal nachjustiert zu werden. „Das größte Problem in Woltorf war, dass das Licht nicht auf die am Sportplatz entlanglaufende Kreisstraße fällt und Autofahrer abgelenkt oder geblendet werden“, sagt Broda.

Gesteuert wird die Anlage per App. Einige Verantwortliche haben sie auf ihrem Smartphone und können das Licht oder auch einzelne Leuchten einschalten, ohne am Sportplatz zu sein. Sie können auch feste Ein- und Ausschaltzeiten programmieren.


Auch Eixe und Stederdorf planen LED-Flutlicht

Der VfL Woltorf ist nach dem TSV Edemisssen und TSV Marathon der dritte Fußballverein im Landkreis, der seine Flutlichtanlage auf LED umgestellt hat. Weitere Verein wollen folgen. Der TSV Eixe und der SSV Stederdorf haben Geld dafür beantragt. Und der MTV Stederdorf möchte eine LED-Flutlichtanlage für die Tennisplätze neu errichten.

Gadenstedt hatte zuerst Licht, Adler folgte und feierte

Im Oktober 1969 gastierte Bundesligist Eintracht Braunschweig bei Adler Hämelerwald, das damals vor der Gebietsreform noch zum Kreis Peine gehörte. Die Adler hatten zwar nicht die erste Flutlichtanlage im Landkreis, da waren Anker Gadenstedt und Viktoria Ölsburg schneller. Aber die Einweihungsfeier der Anlage war die bestbesuchte Veranstaltung. 2500 Zuschauer sahen die Partie, in der eine Peiner Auswahl mit Spielführer Erhard Schneider aus Oberg bis zur 21. Minute ein 0:0 hielt. Das Spiel endete 1:10, den Ehrentreffer schoss der Schwicheldter Helmut Jose per Elfmeter. Eintracht-Torhüter war der Dungelbecker Burkhard Öller. 1500 Mark kassierte die Eintracht, 6000 Mark soll Adler damals eingenommen haben.

Eintracht Braunschweig (links) spielte in Hämelerwald gegen eine Peiner Kreisauswahl (rechts).
Eintracht gegen Peiner Auswahl ©

Das erste Flutlichtspiel im Peiner Land hatte es kurz zuvor in Gadenstedt gegeben. 1500 Zuschauer verfolgten die Partie zwischen Anker Gadenstedt und dem VfB Peine. VfB-Keeper Bruno Dreyer sagte nach dem 5:3-Sieg: „Die Sicht war ausgezeichnet. Lediglich bei Eckbällen wird man für einen Moment unsicher, da der Ball nicht zu sehen ist.“

Ein Jahr später wurde in Groß Lafferde die Flutlicht-Anlage eingeweiht, und aus diesem Anlass gab es noch eine Premiere: Der erste Auftritt einer Groß Lafferder Frauenfußball-Mannschaft. Sie war das erste kickende Frauenteam im Kreis Peine. Gegner waren die Damen von Pfeil Broistedt – der Ort gehörte damals noch nicht zum Kreis Peine.

Von Matthias Press