04. April 2021 / 15:59 Uhr

Torloses Ostduell: Dynamo Dresden verteidigt gegen Hansa Rostock die Tabellenspitze

Torloses Ostduell: Dynamo Dresden verteidigt gegen Hansa Rostock die Tabellenspitze

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Nullnummer im Topspiel: Dynamo Dresden und Hansa Rostock teilen sich beim 0:0 die Punkte. © dpa
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Gegen Hansa Rostock bleiben die Schwarz-Gelben offensiv zu harmlos. Immerhin: Sie bauen ihren Vorsprung auf Rang drei aus.

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Dresden. „Grundsteinlegung für Liga 2Hansa ins Steuerrad greifen“, forderten die Dynamofans mit einem Banner im Stadion. Doch das ist Dynamo Dresden am Ostersonntag nur bedingt gelungen. Durch ein 0:0 im prestigeträchtigen Ostduell gegen Hansa Rostock verteidigten die Schwarz-Gelben die Tabellenführung. Sie bauten ihren Vorsprung auf Relegationsrang drei um einen auf nunmehr zwei Punkte aus, weil Ingolstadt gegen Magdeburg verlor.

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Ehlers-Duell beginnt früh

Trainer Markus Kauczinski baute zwei Wochen nach der 0:1-Niederlage bei 1860 München gegen die Mecklenburger im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten der 3. Liga auf etwas mehr Erfahrung im Mittelfeld. Yannick Stark kehrte ins Zentrum zurück. Julius Kade blieb ebenso auf der Bank wie Pascal Sohm, an dessen Stelle Philipp Hosiner stürmte.

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Punkteteilung im Ostduell: Das Spitzenspiel der 3. Liga endet mit einem 0:0 zwischen Dynamo Dredsen und Hansa Rostock. Zur Galerie
Punkteteilung im Ostduell: Das Spitzenspiel der 3. Liga endet mit einem 0:0 zwischen Dynamo Dredsen und Hansa Rostock. ©

Dynamo war zu Beginn die aktivere Mannschaft, erarbeitete sich so auch leichte Vorteile. Offensiv war von den Gästen zunächst wenig zu sehen. In der 5. Minute dagegen die erste Chance für die Schwarz-Gelben: Nach weitem Einwurf von Sebastian Mai kam Kevin Ehlers zum Kopfball, schloss aber zu zentral ab und stellte Torwart Kolke dadurch vor kein Problem. Doch das Familienduell gegen seinen Vater, Hansas Co-Trainer Uwe Ehlers, war damit eröffnet.

Distanz kurz, Tor leer, Ball nicht drin

Klar war schon vorher: Beide Teams schenken sich nichts. Auf dem Rasen des Rudolf-Harbig-Stadions äußerte sich das in der Anfangsphase mit vielen kleinen Fouls, Schiedsrichter Patrick Ittrich musste häufig unterbrechen und Akteure beider Farben ermahnen. Rostock hielt die Hausherren zunächst erfolgreich vom eigenen Kasten fern – auch weil Hosiner bei einem Konter die entscheidende Flanke verunglückte (15.).

Dann kam die „Kogge“ besser ins Spiel und nach Bahns Freistoß auch zu einer richtig guten Chance, doch der freistehende Roßbach bekam kaum Druck hinter seinen Kopfball (22.). Die Schwarz-Gelben probierten es vorn aber weiter. Allerdings war auch ein zweiter Konter, diesmal über Meier, nicht optimal ausgespielt (28.). Zwei Minuten später vergab Hosiner dann nach Kopballvorlage von Christoph Daferner, der rechtzeitig vorm Spiel wieder fit geworden war, dann eine Riesenchance zur Führung. Die Distanz war kurz, das Tor war leer, aber der Winkel zu spitz – der Ball ging rechts vorbei.

Königsdörffer läuft sich fest

Dynamos Abwehr hatte weiter alles im Griff, ließ die Mannschaft des sächsischen Trainers Jens Härtel aus dem Spiel heraus zu keiner Torchance kommen. Und vorn fasste sich der zwischenzeitlich mit der Gelben Karte verwarnte Yannick Stark ein Herz. Seinen wuchtigen Schuss von der Strafraumgrenze hatte Kolke erst im Nachfassen sicher (40.). Kurz vorm Pausenpfiff rutschte dann nach einer weiteren Einwurf-Flanke von Mai der Ball zu Daferner durch, der ihn jedoch nicht richtig traf – weit drüber (45.) und kurz darauf war Pause.

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Jens Härtel brachte mit Beginn der zweiten Halbzeit Omladic für Farrona Pulido. Und diesmal erwischten die Mecklenburger den besseren Start. Omladic war gleich auf dem Weg nach vorn und wurde von Knipping gefoult – Gelb für Dresdens Innenverteidiger (48.). Kurz darauf eine Riesenchance für Hansa: Ehlers fälschte Bahns Schuss ab, doch SGD-Keeper Kevin Broll, der schon in die Ecke unterwegs war, änderte blitzartig die Richtung und bekam kurz vor der Linie noch die Hand drauf (49.).

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(1) Kevin Broll: Muss in der 17. Minute erstmals eingreifen, hat allerdings überhaupt keine Probleme, als der Ball nach einem Freistoß von Bahn über eine Kopfballverlängerung auf ihn kommt. In der 22. Minute bei einem Kopfball von Roßbach ebenfalls ohne Probleme. In der ersten Halbzeit wenig gefordert, aber immer souverän zur Stelle, wenn der Ball zu ihm kommt. Hält in der 49. Spielminute das 0:0 fest, als er Bahns flachen Abschluss gegen seine Laufrichtung auf der Linie pariert – stark! Gewohnt gute Leistung. Note: 2 Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Muss in der 17. Minute erstmals eingreifen, hat allerdings überhaupt keine Probleme, als der Ball nach einem Freistoß von Bahn über eine Kopfballverlängerung auf ihn kommt. In der 22. Minute bei einem Kopfball von Roßbach ebenfalls ohne Probleme. In der ersten Halbzeit wenig gefordert, aber immer souverän zur Stelle, wenn der Ball zu ihm kommt. Hält in der 49. Spielminute das 0:0 fest, als er Bahns flachen Abschluss gegen seine Laufrichtung auf der Linie pariert – stark! Gewohnt gute Leistung. Note: 2 ©

Gleich danach probierte es auch Löhmannsröben noch mal aus der Distanz, danach war Hansas Anfangsoffensive aber wieder verpufft und das Geschehen verlagerte sich wieder mehr ins Mittelfeld. Dynamos Offensivbemühungen waren weiterhin nicht von Erfolg gekrönt. Hosiners Pass bei einem Konter auf Daferner fing Riedel ab (57.), Königsdörffer lief sich bei seinem Alleingang fest (59.).

Ball kullert am Dynamo-Kasten vorbei

Allein in Minute 63 waren dann plötzlich Treffer auf beiden Seiten möglich. Wichtig zunächst für die Sachsen, dass Sebastian Mai im letzten Moment den Ball noch Verhoek abluchste, der vor Broll aufgetaucht war. Im direkten Gegenzug war das Zuspiel auf Hosiner nicht optimal, der dann beim Kontern auf die Außenseite ausweichen musste. Stark konnte gegen die zurückgeeilten Hanseaten nur noch aus der zweiten Reihe abschließen – sichere Beute für Kolke.

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Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): Ich glaube, es war ein taktisches Spiel. Beide Mannschaften haben sehr viel Respekt voreinander und das ist auch gut, richtig und berechtigt. Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Chancen gehabt, da hätten wir in Führung gehen können. In der zweiten Halbzeit hatte Rostock dann die gleiche Anzahl an Chancen und von daher ist das Unentschieden wahrscheinlich in Ordnung. In der zweiten Halbzeit haben wir einfach den Weg nicht nach vorne gefunden. Da waren ein paar halbe Sachen, dann haben wir die Bälle verloren, nicht so gut gehalten. Dann hatten wir nicht mehr den Zug, den wir am Anfang hatten. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer SG Dynamo Dresden): "Ich glaube, es war ein taktisches Spiel. Beide Mannschaften haben sehr viel Respekt voreinander und das ist auch gut, richtig und berechtigt. Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Chancen gehabt, da hätten wir in Führung gehen können. In der zweiten Halbzeit hatte Rostock dann die gleiche Anzahl an Chancen und von daher ist das Unentschieden wahrscheinlich in Ordnung. In der zweiten Halbzeit haben wir einfach den Weg nicht nach vorne gefunden. Da waren ein paar halbe Sachen, dann haben wir die Bälle verloren, nicht so gut gehalten. Dann hatten wir nicht mehr den Zug, den wir am Anfang hatten." ©

Markus Kauczinski wollte nun einen neuen Impuls für die Offensive bringen, Sohm ersetzte Hosiner. Doch das brachte wenig Effekt, es blieb ein von Taktik und Kampf geprägtes, eher torraumszenenarmes Spiel. In Halbzeit zwei schlichen sich bei den Gastgebern zudem einige kleine Fehler ein, die ein wirkungsvolles Spiel nach vorn zunichtemachten. In der 83. Minute probierte es Jan Löhmannsröben einfach mal per Hacke, doch der Ball rollte zum Glück für Kevin Broll knapp am Tor vorbei.

In der 84. Minute kamen Kade und Stor für den blassen Mörschel und Daferner, doch auch jetzt ging vorn nichts. Nach zwei Minuten Nachspielzeit pfiff Ittrich ab. Das war offensiv zu wenig von den Dynamos, die zum zweiten Mal in Folge ohne eigenen Treffer blieben. An der Tabellenspitze thronen sie dennoch weiter mit einem Punkt Vorsprung vor Hansa Rostock.