30. Juni 2020 / 12:27 Uhr

Torrekorde, Wechselflut, Schalke-Absturz: Die Bundesliga-Saison 2019/20 in Zahlen

Torrekorde, Wechselflut, Schalke-Absturz: Die Bundesliga-Saison 2019/20 in Zahlen

Udo Muras
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Bundesliga-Saison 2019/20 war nicht nur wegen der Corona-Unterbrechung eine besondere Spielzeit.
Die Bundesliga-Saison 2019/20 war nicht nur wegen der Corona-Unterbrechung eine besondere Spielzeit. © imago/Poolfoto
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Die Bundesliga 2019/20 ist Geschichte - sechs Wochen später als geplant. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Saison zwischenzeitlich unterbrochen. Auch wenn am Ende die Bayern mal wieder Meister wurden, war es keine Spielzeit wie jede andere. Für den SPORTBUZZER blickt Statistik-Experte Udo Muras zurück auf die Besonderheiten dieser Saison.

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Die 57. Bundesliga-Saison war eine außergewöhnliche, auch wenn am Ende der achte Meistertitel in Folge für die Bayern stand. Das Ende war eigentlich für den 16. Mai vorgesehen, in Wahrheit erfolgte es sechs Wochen später. Wegen der Corona-Pause - zwischen 8. März und 16. Mai ruhte der Ball - Trotzdem war es nicht die längste Saison aller Zeiten, 1971/72 fing sie zwei Tage früher an und hörte zwei Tage später auf.

Der SPORTBUZZER stellt noch mehr kuriose Fakten und Zahlen der Bundesliga-Saison vor:

Auswärtsstärke und Heimnachteil

Nie gab es mehr Auswärtssiege (115), was wesentlich an den leeren Stadien ab Spieltag 26 lag. Betrug der Anteil bis zur Pause 35 Prozent, waren es danach 45 Prozent. Das und die damit einhergehende Heimschwäche führte zu allerlei Rekorden: sieben Teams holten auswärts mehr Punkte als zuhause, Leipzigs Timo Werner stellte mit 17 Auswärtstoren die Bestmarke von Jupp Heynckes (1973/74) ein. 123 Heimsiege sind ein historisches Tief, Absteiger Paderborn blieb 13 Heimspiele in Folge sieglos (Rekordeinstellung). Hoffenheim schaffte das Kunststück, zuhause die zweitmeisten Gegentore und auswärts mit die wenigsten zu bekommen – und als erster Klub mit neun Heimniederlagen in den Europapokal einzuziehen.

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Wechselflut

Nach dem Re-Start waren bis zu fünf Einwechslungen erlaubt. Paderborns Trainer Steffen Baumgart machte davon als erster Gebrauch (beim 0:0 in Düsseldorf). Die Regel ist mit ein Grund dafür, dass so viele Spieler wie nie zum Einsatz kamen (485).

Torrekorde

982 Tore fielen, mehr gab es zuletzt 1986/87 (990). Robert Lewandowski wurde zum fünften Mal – und zum dritten Mal in Folge – Torschützenkönig. Gerd Müller schwebt weiter über ihm, aber 34 Tore schoss im Alter von 31 Jahren noch keiner. Dass er gegen 16 der 17 Gegner traf, ist die Einstellung eines Rekords. Dortmunds Wunderknabe Erling Haaland dagegen debütierte mit drei Joker-Toren (Rekord) und hat wie zuvor nur Uwe Seeler (1963/64) nach 15 Spielen schon 13 Mal getroffen.

Zuschauereinbruch

Auch das bewirkte Corona. Erstmals seit 1993/94 rutschte der Schnitt unter die Marke von 30.000 Zuschauern (29.586). Bei 82 Spielen blieben die Stadien leer. Bis zum Corona-Break lag der Schnitt bei rund 40.400 – und damit so niedrig wie seit zwölf Jahren nicht mehr.

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Trainerroulette

Neun Übungsleiter wurden ausgetauscht, ein Mittelwert. Aber es traf nur sechs Vereine (zuletzt war dies in der Saison 2015/16 der Fall), denn Hertha wechselte gleich dreimal. Dass ein Verein für ein Drittel der Rauswürfe zuständig war, schaffte zuletzt der Hamburger SV (2015/16). Für die Hertha war es nichts Besonderes, auch 1990/91 brauchte sie vier Trainer. Der FC Bayern war im November das erste Bundesliga-Team, das den Trainer wechselte (Hansi Flick für Niko Kovac), das war ein Novum. Nur sie schaffen es offenbar auch, nach Trainerwechsel noch Meister zu werden (wie 1994 und 2018).

Schalkes Rekordabsturz

30 Punkte in der Vorrunde – da legte sich Schalke zur Ruhe und gewann nach dem 18. Spieltag gar nichts mehr. Damit ist Schalke 04 der erste Verein, der in der Rückrunde trotz 16 sieglosen Spielen und nur neun Punkten nicht abstieg. Trainer David Wagner ist der zwölfte Trainer, der so eine Serie im Amt überstand. Der letzte: Jürgen Klopp (2006/07 in Mainz).

Die Rekordmeister

Seit 2009/10 waren Thomas Müller und David Alaba bei allen Meisterschaften der Bayern dabei. Mit nunmehr neun Titeln zogen sie mit Franck Ribery gleich. Im Gegensatz zu ihnen hat ihr Mitspieler Javi Martinez (8 Mal) noch keine Saison ohne Meisterschaft erlebt. Von den Immer-Meistern ist er der Erfolgreichste.

Die 30 Meistertitel des FC Bayern München im Überblick

Der FC Bayern München ist zum 30. Mal deutscher Meister. Alle Titel hier im Überblick. Zur Galerie
Der FC Bayern München ist zum 30. Mal deutscher Meister. Alle Titel hier im Überblick. ©

Breite Spitze

So langweilig war es oben in der Tabelle doch gar nicht. Immerhin vier Teams waren mal Spitzenreiter: neben Bayern auch Dortmund, Herbstmeister Leipzig (wer erinnert sich noch?) und immerhin achtmal Gladbach. Das gab es zuletzt 2014/15, als sogar Paderborn mal durfte.

Der Gelbe Klaus

Aufsteiger Paderborn war überfordert und frühzeitig abgeschlagen. Eine Saison zum Vergessen? Nicht ganz, einer hinterließ Spuren: Klaus Gjasula sah 17 Gelbe Karten und brach den 21 Jahre alten Rekord von Tomasz Hajto (16). Positiv gedreht: nie wurde einer so oft verwarnt ohne vom Platz zu fliegen. Dass leere Stadien die Spieler besänftigen, kann man übrigens nicht sagen: es gab 146 Karten mehr als im Vorjahr und die Zahl der Platzverweise stieg von 42 auf 54. Nur Fortuna Düsseldorf bekam keinen – und stieg ab.