16. Januar 2020 / 17:19 Uhr

Torwart-Routinier Bufe ist zurück – mit 40 Kilo weniger

Torwart-Routinier Bufe ist zurück – mit 40 Kilo weniger

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Roland Bufe.
Roland Bufe. © Ralf Büchler
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Eigentlich war er schon zurückgetreten. Doch Roland Bufe änderte seine Ernährung, trainiert intensiv – und kehrte mit jetzt 52 Jahren außergewöhnlich fit ins Tor des Handball-Landesligisten HSG Nord Edemissen zurück. Vor dem Spiel bei Sitzenreiter HG Elm ist er optimistisch.

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Je oller, je doller – diese Redewendung passt perfekt auf den 52-jährigen Roland Bufe, der trotz seines fortgeschrittenen Alters wieder im Tor des Handball-Landesligisten HSG Nord steht. Und wie: Vorige Woche war er Eckpfeiler des Edemisser Sieges in Lehre, woraufhin ihm sein Trainer Martin Staats eine „grandiose Leistung“ bescheinigte. Dennoch dürfte Bufe beim morgigen Auswärtsspiel der HSG Nord gegen Spitzenreiter HG ELM auf der Ersatzbank sitzen.

HG Elm – HSG Nord Edemissen (Samstag, 17 Uhr). Seinen zurückliegenden Gala-Auftritt führt Bufe auf günstige Umstände zurück. „Ich kam gut ins Spiel rein, hielt gleich ein paar Bälle. Zwei davon waren Kopftreffer des Gegners. Passiert so etwas, geht bei mir die Motivation noch weiter nach oben. So hat das Ganze dann eine Eigendynamik entwickelt.“

Der Klasse-Leistung zum Trotz wird nach seiner Einschätzung gegen die HG Elm Nico Grotefend zwischen den Pfosten anfangen. „Er ist Torwart Nummer eins. Ich komme erst rein, wenn ich gebraucht werde“, vermutet der Hämelerwalder, der vorige Woche nur wegen des krankheitsbedingten Ausfalls des zweiten Edemisser Stammkeepers Finn Yannes Arlt in der Hierarchie aufstieg.

Mit seiner Rolle als Ersatzmann hat der Gas-Wasser-Installateur keinerlei Probleme. „Nico und Finn Yannes sind die Zukunft. Der Verein muss auf die Jugend setzen. Daher bin ich gern bereit, zurückzustecken und übernehme teilweise Betreuer-Aufgaben.“

Gefallen an seinem liebsten Hobby gefunden hat Bufe erst spät, bis zu seinem 14. Lebensjahr spielte er Fußball. „Ebenfalls im Tor. Dann hat sich die Sache mit Handball ergeben. Aber ich sagte meinem Trainer damals gleich, es geht nur im Tor. Ich habe keinen Bock, auf dem Feld hoch und runter zu laufen“, erinnert er sich an seine Zeit bei der HSG Lehrte-Ost.

2010 wechselte der Sympathisant des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf zum TVJ Abbensen, ehe er sich einige Jahre darauf der HSG Nord anschloss. Und zwar als Spieler, denn schon 2008 begann sein Engagement als Trainer von Edemissens 2. Damen. 2017 erfolgte ein Bruch in der Karriere, er hörte mit Handball spielen auf und agierte nur noch als Trainer. „Ich war müde, die ganze Sache wurde mir zu stressig. Ich konnte keiner Rolle gerecht werden.“

Doch das Leben ohne sportliche Betätigung blieb nicht folgenlos, er legte gewichtsmäßig zu. Schlimmer noch: „Im Zuge der Handball-Pause bekam ich Diabetes“, berichtet Bufe, für den die Diagnose ein Weckruf war. „Einige Zeit darauf stellte ich meine Ernährung um, verzichtete auf fast alle Nahrungsmittel, die Zucker enthalten. Außerdem begann ich damit, im Fitness-Studio zu trainieren. Das beides zusammen tat mir gut. Nach und nach ging mein Gewicht um 40 Kilogramm runter.“

Der positive Verlauf trug auch dazu bei, dass Bufe schon zur Saison 2018/2019 handballerisch wieder aktiv wurde. Seitdem gehört er zum Aufgebot von Edemissens 1. Herren und trainiert wohl so viel wie kein anderer seiner Mitspieler – fünfmal die Woche. „Drei Einheiten Handball, drei Einheiten Krafttraining. Ich fühle mich damit wohl, kann inzwischen wieder fast alles essen. Und meine Diabetes-Werte sind so wie die eines gesunden Menschen. Tabletten, Insulin spritzen – das ist nicht mehr nötig“, freut sich Bufe, der sich auch innerhalb seiner Mannschaft wohl fühlt.

„Die Spieler nennen mich Rolando oder manchmal im Spaß Opa. Jemanden mal auf die Schippe zu nehmen, gehört dazu, wir haben einen super Teamgeist“, betont der 52-Jährige. Und wann wird seine Karriere enden? „Ich denke von Saison zu Saison. Wie es mit mir im Sommer weitergeht, ist offen, da die HSG-Erste einen neuen Trainer bekommt.“ Das bisherige Abschneiden der Edemisser (8., 12:12-Punkte) ist seiner Ansicht nach stimmig. „Die Platzierung gibt unser Leistungsvermögen wieder. Läuft es weiter so gut wie zuletzt, können wir am Ende vielleicht Fünfter oder Sechster werden.“

Gegen Tabellenführer HG Elm sieht Roland Bufe seine Mannschaft nicht chancenlos. „Wir haben schon vor ein paar Woche gegen das Spitzenteam Plesse super mitgehalten. Elm hat einen wurfgewaltigen Rückraum, gegen den man rechtzeitig aus der Deckung treten muss, um ihn zu stoppen. Schaffen wir das, liegt für uns auf jeden Fall etwas drin.“

Von Jürgen Hansen

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