11. Juni 2021 / 18:54 Uhr

Strahlmeier: Im Sommer heißt es Kampfsport statt Kufen

Strahlmeier: Im Sommer heißt es Kampfsport statt Kufen

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Dustin Strahlmeier von den Grizzlys Wolfsburg wŠhrend des Spiels zwischen den Adler Mannheim gegen die Grizzlys Wolfsburg am 26.04.2021 in Mannheim, Deutschland. (Foto von Sšrli Binder/City-Press GmbH)
Kämpfer: Dustin Strahlmeier hütete das Tor der Grizzlys Wolfsburg in den Play-Offs prächtig. Sein Ausgleich im Sommer ist Mixed Martial Arts mit Freunden in Gelsenkirchen. © Grizzlys Wolfsburg/City-Press, privat
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In den Play-Offs war er der sichere Rückhalt für die Eishockey-Profis der Grizzlys Wolfsburg, machte im Tor jedes Spiel. Dass er hart im Nehmen ist, zeigt Torhüter Dustin Strahlmeier aber auch in der Sommerpause.

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Die Belastung war hoch, doch die Eishockey-Profis der Grizzlys Wolfsburg konnten sich in den Play-Offs auf ihren Torhüter verlassen: Dustin Strahlmeier absolvierte alle Partien nach der Hauptrunde - ein straffes Programm, doch der 29-Jährige ist hart im Nehmen. Das zeigt Strahlmeier auch in der Sommerpause.

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Das klassische Sommer-Hobby vieler Eishockey-Spielern ist Golf, ein relativ ruhiger Sport. „Die Platzreife habe ich auch, aber in den vergangenen beiden Jahren habe ich kaum gespielt“, sagt Strahlmeier. Im krassen Gegensatz dazu steht seine Alternative: Der Goalie trainiert seit einigen Jahren Mixed Martial Arts - kurz MMA - in seiner Heimat Gelsenkirchen. Der Sport ist eine Mischung aus verschiedenen Kampfsportarten, enthält unter anderem Elemente vom Kickboxen, aber auch Bodenkampf. „Für den Kopf ist das mal was anderes“, sagt Strahlmeier. „Einer meiner besten Kumpels hat den Sport gemacht, über ihn bin ich dazu gekommen. Er sagte, ich sollte einfach mal mit zum Training kommen.“

Der Eishockey-Torwart kam mit - und fand Gefallen am Kampfsport. „Das ist unheimlich intensiv und geht richtig auf die Pumpe. Außerdem fasziniert mich die Vielseitigkeit an dem Sport“, so der Goalie. „Am Anfang gab’s natürlich ordentlich auf die Backen, aber ich habe trotzdem Spaß daran gefunden.“

Deshalb ist Strahlmeier nun regelmäßig dabei. „Letztes Jahr war durch die Pandemie aber alles komplett zu, im Jahr davor habe ich es durch die Eishockey-Saison nur ein paar Mal zum Training geschafft“, erinnert sich Strahlmeier, der deshalb hofft, in diesem Sommer bald wieder angreifen zu können. „Wir haben eine gute Gruppe, in der es nicht darum geht, die anderen zu verhauen, sondern vor allem um den Spaß am Sport.“

An die Wettbewerbsform denkt Wolfsburgs Torwart aber nicht. Die Verletzungsgefahr wäre zu groß - „Kampfvorbereitungen mache ich nicht“, betont Strahlmeier. Stattdessen schaut der gebürtige Gelsenkirchener auch schon auf die neue Saison, gönnte sich nach dem Play-Off-Ende eine Pause bis Ende Mai. Ins Krafttraining ist Strahlmeier bereits wieder eingestiegen.

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Das große Play-Off-Pensum sei kein Problem gewesen, so der Torhüter. „Das größte Problem für alle war wohl der Rhythmus am Anfang der Verzahnungsrunde. Plötzlich haben wir alle zwei, drei Tage gespielt. da war richtig Zug drin“, so Strahlmeier. „Aber wenn man erstmal im Rhythmus war, war es okay. Das Training wurde ja auch angepasst.“

Was nicht heißen soll, dass weniger gemacht wurde. Beim Stichwort Regeneration „denken das viele“, sagt Strahlmeier, „aber es ist eher das Gegenteil, man trainiert einige Dinge gezielt.“ Wichtig sei , mental fit zu sein - „vom Kopf her wird man eher müde als von den Beinen her. Wenn man ständig denkt, dass man körperlich müde ist, wird man es auch.“ Das Team inklusive Ärzten, Betreuern und Fitness-Coaches habe funktioniert: „Auch wenn es eine schwierige Saison war, wir hatten Spaß.“

Wenn es mit der Saisonvorbereitung offiziell wieder losgeht, wartet mit Jonas Forsberg ein neuer Torwart-Coach bei den Grizzlys - Strahlmeier kennt den Schweden allerdings bereits. „Ich hatte mit ihm schon mal ein bisschen Kontakt“, erzählt Strahlmeier. Nach dem Entschluss, die Schwenninger Wild Wings zu verlassen nämlich, Forsberg war da noch in Diensten der Kölner Haie. „Ich habe mich sehr gut mit ihm verstanden.“