17. Juni 2021 / 13:20 Uhr

Torwarttrainer Formann: So macht Wolfsburgs rechte Klebe Casteels und Co. besser

Torwarttrainer Formann: So macht Wolfsburgs rechte Klebe Casteels und Co. besser

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hat mit dem VfL noch einiges vor: Torwarttrainer Pascal Formann hat seinen Vertrag in Wolfsburg gerade erst bis 2025 verlängert.
Hat mit dem VfL noch einiges vor: Torwarttrainer Pascal Formann hat seinen Vertrag in Wolfsburg gerade erst bis 2025 verlängert. © Roland Hermstein/Imago
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Pascal Formann, Torwarttrainer des VfL Wolfsburg, hat seinen Vertrag gerade erst bis 2025 verlängert. Er will den eingeschlagenen Weg des Klubs weitergehen sowie Koen Casteels und Co. besser machen.

Seinen Vertrag beim VfL hat er gerade erst bis 2025 verlängert, mit dem Wolfsburger Fußball-Bundesligisten hat Torwarttrainer Pascal Formann noch viel vor ("Ich bin immer noch nicht am Ende meiner Entwicklung und will den Weg, den der VfL eingeschlagen hat, weitergehen"). Daher musste er nicht lange überlegen, ob er in der VW-Stadt bleiben will oder nicht. Die Entscheidung ist schnell gefallen ("Die Voraussetzungen sind top hier"). Er will Keeper Koen Casteels und Co. besser machen - und hat genaue Vorstellungen davon, wie das gelingen kann.

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Mit Volldampf rauschen die Bälle mal unter die Latte, schlagen neben dem Pfosten ein. Es ist immer auch eine Art Wettbewerb zwischen Formann und den Torhütern. 300 bis 400 Schüsse pro Einheit feuert der Torwarttrainer ab. Allerdings muss er in der täglichen Arbeit auf jeden Schlussmann individuell eingehen. "Es kommt immer drauf an, was man für Torhüter hat", sagt Formann. Mit Casteels verfügt der VfL über "eine überdurchschnittlich gute Nummer 1, die zu den besten der Liga gehört". Mit Pavao Pervan haben die Wolfsburger "die perfekte Nummer 2, die vom Alter und vom Charakter gut her passt". Und hinter dem Duo lauern mit Niklas Klinger und Lino Kasten "zwei Jüngere, die aus dem eigenen Stall kommen, sowie Talent und Engagement mitbringen".

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Jeder der vier Torhüter bringt seine Qualität mit, doch "jeder braucht ein anderes Training", weiß Formann. "Die drei Jungs hinter Koen kann ich anders anpacken, weil Koen am Samstag fit sein muss. Und klar muss man mit Lino anders umgehen als mit Pavao, weil er noch jünger ist." Grundsätzlich aber sind einige Dinge bei allen Keepern gleich. "Du musst lernen, klare Kante zu zeigen. Ich kann aber auch nicht jeden Tag mit dem Hammer rumlaufen und sagen, das ist schlecht und das ist schlecht", sagt der Coach. Daher kriegen die Profis schon "viel Lob, aber man muss auch Dinge ansprechen, die besser werden müssen. Sachliche Kritik ist immer angebracht und wichtig." Zudem ist für Formann "Vertrauen besonders wichtig. Die Jungs müssen wissen, dass ich zu 100 Prozent hinter ihnen stehe und ich mich gegenüber anderen für sie einsetze."

Dieses Vertrauen spüren die Torhüter von Formann - und andersherum auch. "Mir ist wichtig, dass ich ein Torwart-Team habe, das mitzieht", betont der Trainer. Das ist in Wolfsburg gegeben. Casteels hat sich in den letzten Jahren zu einem richtig starken Rückhalt entwickelt, griff in der vergangenen Saison sogar den Uralt-Rekord von Timo Hildebrandt an, der mit dem VfB Stuttgart vor fast 18 Jahren 884 Minuten ohne Gegentreffer geblieben war. Doch nach 673 Minuten riss Casteels' Serie. "Koen hat sich am meisten entwickelt. Er kann Woche für Woche sein Potenzial abrufen. Aber natürlich kann auch er sich noch weiterentwickeln", sagt Formann. "Nicht so so sehr vom grundsätzlichen Torwartspiel, denn da ist er schon auf einem richtig guten Niveau. Aber er kann zum Beispiel noch dominanter auftreten."

Pervan sei jemand, "der immer noch sehr wissbegierig ist und lernen möchte. Er hat noch nicht sein Maximum erreicht, aber sich schon gut und zu einem gestandenen Bundesliga-Torhüter entwickelt", lobt Formann. Kasten und Klinger "können sich noch entwickeln. Vor allem bei Lino geht‘s darum, weil er noch jünger ist, jetzt den nächsten Schritt in seinem Leistungsniveau zu machen." Um mehr Spielzeit zu bekommen, könnte eine Ausleihe für Kasten sinnvoll sein, VfL-Kooperationspartner SKN St. Pölten könnte eine Option sein.

Besonders spannend wird für Formann die neue Saison. Denn erstmals geht der 38-Jährige als Torwarttrainer mit dem VfL in der Champions League an den Start. "Eigentlich ist es für mich kein großer Unterschied", sagt Formann. "Natürlich ist die Vorfreude größer. Aber dass ich nervöser bin auf dem Platz, das wird auf keinen Fall so sein."


Philipp-Sonntagsschuss kann Tor des Monats werden

Viel besser hätte er den nicht machen können: Mit einem Sonntagsschuss in den Winkel brachte VfL-Profi Maximilian Philipp (unterschrieb einen Vertrag bis 2025) sein Team am vorletzten Spieltag der abgelaufenen Saison bei RB Leipzig mit 1:0 in Führung - nun ist der Treffer von der ARD-Sportschau zum Tor des Monats nominiert worden (hier abstimmen). Später legte der Spielmacher sogar noch einen Treffer nach. Sein Doppelpack war nicht nur schön, sondern auch wichtig. Denn das 2:2 beim Vizemeister sicherte dem VfL die Teilnahme an der Champions League in der kommenden Spielzeit. "Das war ein sehr gutes Spiel von mir, aber die Tore waren nur ein Puzzleteil des Ganzen", betont Philipp.