17. Dezember 2018 / 08:45 Uhr

VfL Wolfsburg: Yunus Malli droht gegen den VfB Stuttgart wieder der Platz auf der Bank

VfL Wolfsburg: Yunus Malli droht gegen den VfB Stuttgart wieder der Platz auf der Bank

Tim Lüddecke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Verlässt Mittelfeldspieler Yunus Malli den VfL Wolfsburg in der Winterpause?
Verlässt Mittelfeldspieler Yunus Malli den VfL Wolfsburg in der Winterpause? © imago/DeFodi
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Beim 2:0-Sieg des VfL Wolfsburg in Nürnberg spielte Yunus Malli erstmals seit dem 11. Spieltag wieder von Beginn an. Viermal Startelf in 15 Bundesligaspielen sind eigentlich zu wenig für die Ansprüche eines 24-maligen Nationalspielers – und doch rückt er womöglich wieder zurück ins zweite Glied.

Es gab da diese eine Szene vor dem Wolfsburger Treffer zum 1:0, die VfL-Coach Bruno Labbadia noch mal explizit hervorhob. Yunus Malli war in der eigenen Hälfte zum Kopfball hochgegangen, der Ball gelangte so erst zu Maximilian Arnold, der wiederum dann den Torschützen Daniel Ginczek auf die Reise schickte.

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Malli läuft zur Halbzeit die meisten Kilometer

„Das sind so Kleinigkeiten, die nicht selbstverständlich bei ihm sind“, sagte Labbadia im Anschluss an das 2:0 des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten beim 1. FC Nürnberg. Ein Tor, an dem auch Malli, der in der 79. Minute ausgewechselt wurde und schon zur Halbzeit die meisten Kilometer gelaufen war, seinen Anteil hatte.

Bilder vom Spiel der 1. Bundesliga zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg

Der Nürnberger Virgil Misidjan (links) kämpft mit Wolfsburgs Maximilian Arnold um den Ball. Zur Galerie
Der Nürnberger Virgil Misidjan (links) kämpft mit Wolfsburgs Maximilian Arnold um den Ball. ©

„Er hat sich reingebissen“, resümierte der Trainer, der den türkischen Nationalspieler aufgeboten hatte, weil es beim zuletzt in Bestform aufspielenden Admir Mehmedi nicht gereicht hatte. „Admir hat die letzten Wochen ja kaum trainiert, in dieser Woche sogar gar nicht. Mir war da das Risiko zu groß“, erklärte Labbadia.

"Yunus hat auch gut trainiert in der Woche"

Doch er betonte ebenfalls: „Yunus hat auch zu gut trainiert in der Woche. Das muss ja so sein, dass wir an die Spieler, die fit sind und gut trainieren, glauben.“ Und so begann Malli erstmals seit der 1:2-Niederlage bei Hannover 96 wieder hinter den beiden Spitzen Wout Weghorst und Daniel Ginczek, fügte sich nicht mehr als solide ins Wolfsburger Kollektiv ein, wobei es gegen die defensiv orientierten Nürnberger „kein einfaches Spiel für ihn war“, so Labbadia.

Viermal Startelf in 15 Spielen

Der 26-Jährige jedenfalls habe sich „natürlich gefreut, wieder zum Einsatz zu kommen“, wobei er sich das grundsätzlich öfter wünschen würde, „das ist ja klar, das will jeder Spieler“. Viermal Startelf in 15 Bundesligaspielen sind eigentlich zu wenig für die Ansprüche des 24-maligen Nationalspielers.

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Sucht Malli schon nach Alternativen?

Angeblich soll Malli bereits mit seinem Berater den Markt nach Alternativen sondieren. VfL-Manager Jörg Schmadtke erklärte vor der Partie bei Eurosport, dass er Spieler wie ihn („Yunus hat die Qualitäten“) nur ungern abgibt – doch ausgeschlossen sei nicht, dass Malli „im Winter kommt und sagt, dass er etwas verändern will“. Denn: „Er ist total unzufrieden, das ist doch klar.“ Der Spieler selbst gab sich nach dem Spiel in Nürnberg professionell: „Ich versuche die Dinge, die der Trainer mir mitgibt, umzusetzen und nehme den Kampf an. Ich versuche, Gas zu geben, an meinen Defiziten zu arbeiten und mich im Training anzubieten.“


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"Haben immer gesagt, dass wir an seine Fähigkeiten glauben"

Labbadia hält eigentlich große Stücke auf den kreativen Mittelfeldspieler – unter bestimmten Voraussetzungen. „Wir haben immer gesagt, dass wir an seine Fähigkeiten glauben, er muss sie nur abrufen.“ Am leichtesten fällt Malli das, wenn er Teil einer funktionierenden Mannschaft ist. Dann ist er in der Lage aufzublühen. Die Vorzeichen dafür stünden aktuell nicht schlecht.

Doch ob er sich gegen den VfB Stuttgart am Dienstagabend erneut von Beginn an präsentieren darf, wird auch davon abhängen, wie sich die Hüftprobleme von Konkurrent Mehmedi entwickeln. Am Samstag und Sonntag stand der Schweizer zweimal auf dem Trainingsplatz. Sollte er einen fitten Eindruck auf Labbadia machen, wird Malli weichen müssen.