13. März 2020 / 17:31 Uhr

Tote Hose am Tresen! Coronavirus macht Vereinswirten ordentlich zu schaffen

Tote Hose am Tresen! Coronavirus macht Vereinswirten ordentlich zu schaffen

Pascal Mäkelburg
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Corona-Krise könnte für leere Vereinsgaststätten sorgen.
Die Corona-Krise könnte für leere Vereinsgaststätten sorgen. © dpa
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Die Corona-Krise hat die hiesige Sportregion fest im Griff. Die Städte Wolfsburg und Gifhorn haben bereits alle Sportanlagen bis einschließlich dem 19. April gesperrt. Gifhorner Vereine zogen nach und stellten für alle Sparten auch den Trainingsbetrieb ein. Viele Sportler werden in den kommenden Wochen, vielleicht Monaten, ihrem Hobby nicht mehr nachkommen können. Welche Konsequenzen hat die Krise für die Vereine und für diejenigen, dessen Existenzen vom Sport abhängig sind?

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Am Freitagmittag setzte der größte Gifhorner Sportverein, der MTV, ein klares Zeichen: „Wir stellen den Spiel- und Trainingsbetrieb für alle Sparten und alle Altersklassen bis auf Weiteres ein“, sagte Norbert Uhde, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit des MTV. „Die Entscheidung ist im Interesse aller Mitglieder gefallen. Wir wollen erst mal abwarten, wie sich die Situation entwickelt und das Risiko der Infektion minimieren“, so Uhde. Unter anderem zog der SSV Kästorf nach und stellt ebenfalls den Sportbetrieb spartenunabhängig ein.

In Wolfsburg hat die Stadt den Vereinen die Entscheidung bereits abgenommen. „Und diese ist absolut richtig“, erklärt Mohammed Rezzoug klipp und klar. Der 37-Jährige wurde gerade erst zum 1. Vorsitzenden des 1. FC Wolfsburg gewählt – und muss sofort eine Ausnahmesituation in den Griff bekommen. Er geht bei seinen Entscheidungen sehr ernst mit dem Thema Corona um: „Als Vereinschef habe ich die Verantwortung für die Gesundheit der Mitglieder, das ist wichtiger als Sport“, betont Rezzoug. Deshalb hat der 1. FC-Chef vorsorglich schon in der Vorwoche sämtliche Jugendturniere abgesagt.

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Langfristige Konsequenzen für ihre Vereine fürchten jedoch weder Rezzoug noch Uhde. Beide glauben nicht daran, dass nun Eltern ihre Kinder vom Sport abmelden oder dass Sportler selbst austreten, weil sie ja ohnehin auf unbestimmte Zeit nicht ihrem Hobby nachgehen können. „Da, denke ich, siegt die Einsicht der Menschen, dass es sich hier um sehr wichtige und notwendige Maßnahmen handelt“, so Rezzoug. Und Uhde setzt in der „außergewöhnlichen Situation auf die Treue unserer Mitglieder“.

Wirtschaftlich richtig ernste Auswirkungen könnte die Corona-Krise und der damit verbundene Sport-Stopp derweil auf die vielen Vereinswirte haben, die von dem Fernbleiben der Sportler direkt betroffen sind. „Es ist kein Geheimnis, dass wir für unser Überleben auf die Nachfrage der Sportler angewiesen sind“, spricht Nektarios Moutas, Wirt der Sportgaststätte der SV Gifhorn, für alle Vereinswirte.

Über drei Monate Winterpause seien bereits hart gewesen, aber einkalkuliert, so Moutas. Jetzt weitere Wochen und vielleicht sogar Monate ohne Sportler auszukommen, hingegen nicht. „Damit werden wir sehr zu kämpfen haben“, ahnt der Kultwirt der SVG. Trotzdem hält er die Entscheidung der Verantwortlichen für absolut richtig: „Zuerst kommt schließlich immer die Gesundheit."