27. Oktober 2021 / 17:36 Uhr

Totensonntag: Stadt verbietet Wolfsburgs Bundesliga-Fußballerinnen Fans gegen Essen

Totensonntag: Stadt verbietet Wolfsburgs Bundesliga-Fußballerinnen Fans gegen Essen

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
VfL Wolfsburg Frauen - Keine Zuschauer an Totensonntag
Da wird es ganz still an Totensonntag: Svenja Huth und die Bundesliga-Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben Zuschauerverbot an Totensonntag. Ungewöhnlich. © Boris Baschin
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Die Stadt Wolfsburg bremst die Fans des Frauenfußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg aus. Das Team muss am Totensonntag, 21. November, ohne Zuschauende auskommen. Ein ungewöhnlicher Vorgang.

Spielen erlaubt, aber ohne Fans: Die Frauen des VfL Wolfsburg dürfen das Bundesliga-Heimspiel gegen die SGS Essen am Totensonntag, 21. November (Anstoß um 18 Uhr/live auf Magenta Sport), zwar austragen – allerdings ohne Unterstützung von den Rängen des AOK-Stadions.

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In einer offenbar abgestimmten Pressemitteilung, die die Stadt und der Klub zeitgleich verbreiteten, heißt es unter anderem: "Der Totensonntag ist ein stiller Feiertag der evangelischen Kirche und durch das Niedersächsische Feiertagsgesetz besonders geschützt. ,Öffentliche Sportveranstaltungen gewerblicher Art' sind eigentlich untersagt."

Daran wurde sich in Wolfsburg bislang aber nicht gehalten. So spielte Eishockey-Erstligist Grizzyls Wolfsburg unter anderem 2017 und auch in früheren Jahren mal am Totensonntag. Üblich war: An diesen sogenannten stillen Feiertagen werden keine Torjingles und keine Musik gespielt.


In der Pressemitteilung heißt es mit Blick auf die Partie der Bundesliga-Frauen weiter: "In Absprache mit der Stadt Wolfsburg und dem Land Niedersachsen konnte jedoch erwirkt werden, dass das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit – also ohne Zuschauende – stattfinden darf."

„Nach gemeinsamen Absprachen mit dem Land Niedersachsen konnten wir für den VfL Wolfsburg eine Lösung finden, mit der das Heimspiel trotz des stillen Feiertages stattfinden kann“, erklärt Stadtrat Andreas Bauer. „Wie auch der Karfreitag ist der Totensonntag ein stiller Feiertag mit besonderen Einschränkungen. Ich bitte die Fans um Verständnis, dass ein Stadionbesuch leider nicht möglich sein wird.“

Ausgefallen waren früher keinen Profi-Spiele wegen des Totensonntags. Jetzt wird die Feiertagsregelung plötzlich streng ausgelegt. Warum, darauf gab es auf Anfrage des SPORTBUZZERS am Mittwoch keine Antwort mehr von der Stadt.

Dem VfL schmeckt die Regelung mit Sicherheit nicht. Sein Pech: Er kann nicht ausweichen. Der Spielplan ist pickepacke voll.

"Insbesondere eine Ansetzung bereits am Samstag, 20. November, stand in den Überlegungen zu möglichen Alternativen nicht zur Diskussion, da die Spielerinnen von Cheftrainer Tommy Stroot am Donnerstag, 18. November (Anstoß um 18.45 Uhr/live auf DAZN), in der UEFA Women’s Champions League auf Juventus Turin treffen und damit keine ausreichende Zeit zur Regeneration gewährleistet wäre. Auch eine Verlegung auf einen späteren Zeitpunkt ist ausgeschlossen, da bereits am darauffolgenden Montag die Abstellungsphase beginnt", so der VfL in der Mitteilung.

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„Auch wenn wir es begrüßen, das Heimspiel gegen den SGS Essen austragen zu können, bedauern wir sehr, dass wir an diesem Spieltag ohne unsere Fans auskommen müssen“, so Tim Schumacher, der für den Frauenfußball zuständige Geschäftsführer des VfL Wolfsburg. „Nach der Corona-Pause hatten wir uns gerade wieder an die Unterstützung unserer treuen Fans im AOK-Stadion gewöhnt. Maßnahmen wie eine Vorverlegung oder ein Tausch des Heimrechts waren mit Blick auf die Belastungen unseres Teams inmitten intensiver englischer Wochen leider nicht umsetzbar. Wir bedauern es wirklich sehr, dass wir im Heimspiel gegen die SGS Essen keine Fans zulassen dürfen."