28. Juli 2019 / 21:49 Uhr

Tour de France: Bernal schreibt Geschichte, Buchmann hat "Appetit auf mehr" - Ewan gewinnt Paris-Etappe

Tour de France: Bernal schreibt Geschichte, Buchmann hat "Appetit auf mehr" - Ewan gewinnt Paris-Etappe

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Egan Bernal im Gelben Trikot des Gesamtführenden fährt mit  Geraint Thomas aus Großbritannien vom Team Ineos ins Ziel von Paris. Emanuel Buchmann (Mitte) wurde Gesamtvierter.
Egan Bernal im Gelben Trikot des Gesamtführenden fährt mit Geraint Thomas aus Großbritannien vom Team Ineos ins Ziel von Paris. Emanuel Buchmann (Mitte) wurde Gesamtvierter. © BELGA, dpa/Getty Images
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Der Australier Caleb Ewan hat die abschließende Etappe der diesjährigen Tour de France gewonnen. Im Fokus stand jedoch bei der Zieleinkunft auf der Champs Élysées der Gesamtsieger Egan Bernal. Für Emanuel Buchmann war Platz vier am Ende ein Grund zum Feiern.

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Egan Bernal genehmigte sich auf seiner Tour d'Honneur gleich mal zwei Gläschen Champagner, im Schatten des Arc de Triomphe erreichte die kolumbianische Radsport-Party dann ihren Höhepunkt. Als erster Südamerikaner und noch dazu als jüngster Radprofi der Nachkriegsgeschichte gewann das Jahrhunderttalent die Tour de France. Größen wie Bernard Hinault sprechen bereits von einer neuen Zeitrechnung, die in Zukunft auch Emanuel Buchmann entscheidend mitprägen könnte. Noch war für den tapferen Ravensburger auf den Hochglanzfotos von den Champs Élysées kein Platz, ganze 25 Sekunden fehlten dem Gesamtvierten Buchmann nach fast 3400 Kilometern von Brüssel bis Paris zum Podium.

„Auf jeden Fall hat es Appetit auf mehr gemacht. Ich habe gesehen, dass ich bei den Allerbesten mitfahren kann. Ich denke, dass ich mit meiner Entwicklung noch nicht am Ende bin. Ich muss noch ein kleines Stück stärker werden, dann ist einiges möglich“, bilanzierte Buchmann, der für die beste deutsche Platzierung seit Andreas Klöden vor 13 Jahren sorgte. Aber auch der Kletterspezialist konnte nicht verhindern, dass Deutschland erstmals seit 2010 keinen Etappensieg landete. Daran änderte auch die Schlussetappe über 128 Kilometer von Rambouillet nach Paris nichts, die am Sonntag der Australier Caleb Ewan gewann.

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Während das Ineos-Team mit Egan Bernal (hinten links) und Geraint Thomas den ersten und zweiten Platz der Tour de France absichern konnte, zeigt der <b>SPORT</b>BUZZER das Zeugnis der deutschen Fahrer. Zur Galerie
Während das Ineos-Team mit Egan Bernal (hinten links) und Geraint Thomas den ersten und zweiten Platz der Tour de France absichern konnte, zeigt der SPORTBUZZER das Zeugnis der deutschen Fahrer. ©
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Gipfelstürmer Bernal erster Sieger aus Kolumbien

Das Gesamtklassement war da schon längst zementiert. Auf dem 2365 Meter hohen Gipfel in Val Thorens vollendete Bernal am Samstag sein Meisterstück. Mit 22 Jahren und 196 Tagen ist der Mann aus Zipaquira der jüngste Tour-Champion seit 1935 - und nicht wenige Experten glauben, dass noch einige Siege folgen werden. „Wenn man einmal die Tour gewonnen hat, will man immer mehr. Das ist wie eine Droge“, sagte Bernal, der seinen zweitplatzierten Teamkollegen Geraint Thomas entthronte und damit die Ineos-Dominanz mit dem siebten Sieg der britischen Mannschaft in acht Jahren bei der Tour fortsetzte.

So ertönte auf dem Prachtboulevard erstmals die kolumbianische Nationalhymne bei der 106. Auflage der Frankreich-Rundfahrt. „Ich bin sehr stolz darauf, das geschafft zu haben. Ich kann es kaum erwarten, das Trikot nach Kolumbien zu bringen“, sagte Bernal, der die Tradition der exzellenten kolumbianischen Bergspezialisten fortsetzte. Bei fünf Bergankünften war die Tour wie gemacht für das 60-Kilogramm-Leichtgewicht, das in 2650 Metern Höhe aufgewachsen ist.

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Passenderweise hatte Bernal am Freitag auf dem fast gleich hohen Col de l'Iseran das Gelbe Trikot erobert. Gerade noch rechtzeitig, ehe an einem denkwürdigen Tag heftige Wetterkapriolen und eine riesige Schlammlawine zum Abbruch der Etappe führten. An diesem Tag wurde die Grande Nation aus allen Tour-Träumen gerissen. Nicht nur dass Julian Alaphilippes Triumphfahrt in Gelb nach 14 Tagen endete, auch Bergspezialist Thibaut Pinot musste mit einer Muskelverletzung aufgeben.

So muss Frankreich auch 34 Jahre nach dem letzten Hinault-Sieg weiter auf einen Triumph beim Nationalheiligtum warten. Und der letzte französische Champion macht seinen Landsleuten wenig Hoffnung auf Besserung. Bernal könnte es weiter bringen als alle Fünffach-Sieger, meinte Hinault. Ähnlich sieht es Thomas: „Er ist dazu geboren, um schnell zu fahren.“

Der deutsche Ex-Radprofi Erik Zabel ist indes seinen Rekord los geworden. Der dreimalige Rad-Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) hat zum siebten Mal das Grüne Trikot bei der Tour de France gewonnen und damit den Rekord von Zabel (6) übertroffen.

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