11. Juli 2019 / 08:04 Uhr

Radstars Buchmann und Schachmann im SPORTBUZZER-Interview: "Sind echte Einheit"

Radstars Buchmann und Schachmann im SPORTBUZZER-Interview: "Sind echte Einheit"

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Emanuel Buchmann (links) und Maximilian Schachmann reden im exklusiven SPORTBUZZER-Interview über ihre Ziele bei der Frankreich-Rundfahrt.
Emanuel Buchmann (links) und Maximilian Schachmann reden im exklusiven SPORTBUZZER-Interview über ihre Ziele bei der Frankreich-Rundfahrt. © imago images / Sirotti
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Die deutschen Radstars und Bora-hansgrohe-Teamkollegen Emanuel Buchmann und Maximilian Schachmann sind bereit für den großen Wurf. Im exklusiven SPORTBUZZER-Doppelinterview sprechen sie über ihre großen Ziele bei der Tour de France.

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Emanuel Buchmann (26) und Maximilian Schachmann (25) sind aktuell die besten deutschen Radfahrer. Am Donnerstag geht die Tour de France in die Berge – damit endet auch für das Duo des deutschen Teams Bora-hansgrohe das Vorgeplänkel, das sie am Mittwoch mit einem Etappensieg für Teamkollege Peter Sagan krönten. Die Hoffnungsträger im SPORTBUZZER-Doppelinterview.

Sie stehen für die neue deutsche Radgeneration. Spüren Sie Druck?

Buchmann: Nein. Aber aufgrund unserer Leistungen sehen uns die Leute anders. Max und ich hatten eine sehr gute Saison. Max war bei den Klassikern immer weit vorn, ist Deutscher Meister geworden, und ich habe eine paar gute Ergebnisse geliefert. Die Aufmerksamkeit ist dadurch größer geworden.

Schachmann: Unter Druck werde ich nicht besser, deshalb bleibe ich entspannt. Ich habe bei uns im Team bei der Tour ohnehin eine klare Rolle, versuche meine Kapitäne bestmöglich zu unterstützen – und sollte ich selbst eine Chance auf einen Etappensieg bekommen, will ich die natürlich nutzen.

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Herr Buchmann, im letzten Jahr haben Sie bei der Tour ausgesetzt. Was hat sich seit 2017 verändert?

Buchmann: Ich bin sportlich und menschlich reifer. Ich weiß, wie es ist, als Kapitän eine dreiwöchige Rundfahrt zu bestreiten. Letztes Jahr bei der Vuelta war ich der Mann fürs Gesamtklassement, dieses Jahr erstmals bei der Tour.

Was bedeutet es, als Kapitän eine Rundfahrt zu bestreiten?

Buchmann: Es ist etwas ganz anderes, allein schon vom Training her. 2017 war das Training so aufgebaut, dass ich meine Höchstform schon vor der Tour hatte und als reiner Helfer für Rafal Majka fungierte. Als er aus der Tour aussteigen musste, war ich plötzlich der Kapitän. Das ist mental eine ganz andere Sache – und auch körperlich war ich damals eben nicht so drauf wie jetzt.

SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring (von links) mit Maximilian Schachmann und Emanuel Buchmann
SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring (von links) mit Maximilian Schachmann und Emanuel Buchmann ©
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"Da entsteht eine ganz andere Bindung"

Inwiefern?

Buchmann: Die Teamkollegen wissen seit Beginn der Saison, dass sie bei der Tour alles für mich geben werden. Da entsteht eine ganz andere Bindung. Wir haben ein super Team und ich komme mit allen Jungs sehr gut klar. Die wissen, dass ich gut drauf bin und ich denke, dass sie deshalb auch gern für mich arbeiten.

Schachmann: Das stimmt. Ich weiß, dass ich für einen Kapitän fahre, der seine Sache enorm ernst nimmt und in bester Form am Start ist. Das ist nicht immer selbstverständlich.

Was erhoffen Sie sich von Max als Helfer, Herr Buchmann?

Buchmann: Er ist gut drauf! Das hat er bei der deutschen Meisterschaft gezeigt. Vor allem in den Bergen erhoffe ich mir, dass er mich unterstützen kann, weil er die Berge schnell hochfährt. Er sollte nach Möglichkeit lange an meiner Seite bleiben, um auch mal ein Loch zuzufahren.

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Wie sehen Sie Ihre Rolle, Herr Schachmann?
Schachmann: Es ist meine erste Tour. In den Bergen muss ich einfach die Beine haben, alles andere hilft nichts. Ich muss Peter Sagan in den flacheren Etappen unterstützen – und ansonsten Kraft sparen. Ich will möglichst lange bei Emanuel dabei bleiben. Aber ich habe bei dieser Tour die Erlaubnis, auch Fehler machen zu dürfen. Ich soll lernen.

Buchmann: Ich habe mir die drei Etappen in den Alpen genau angeguckt. Die sind extrem schwer, und es wird genau darauf ankommen, dann noch ein paar Körner im Tank zu haben. Ich hoffe, dass das Team mir viel Arbeit abnehmen kann.

Max trägt das Meistertrikot. Wie wichtig ist es für Bora-hansgrohe, den deutschen Meister zu stellen?

Buchmann: Als deutsches Team will man natürlich auch das Meistertrikot präsentieren – vor allem bei der Tour de France.

Schachmann: Geplant war das sicher nicht (lacht). Als ich die Strecke am Sachsenring gesehen hatte, dachte ich schon, dass sie mir entgegenkommen würde. Es lief für uns als Team sehr gut. Das Deutschland-Trikot hier in Frankreich zu tragen – das macht mich stolz.

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"Er ist niemand mit Starallüren"

Warum funktioniert das Team so gut?

Schachmann: Wir sind menschlich eine sehr gut harmonierende Truppe, halten zusammen. Der gegenseitige Respekt vom größten Star bis zum Helfer ist da. Das passt wunderbar, niemand hat Allüren. Wir sind eine echte Einheit. Das Team hat sich vorgenommen, das beste und erfolgreichste Team der Welt zu werden, und das ist bei jedem im Hinterkopf – vom Trainer über den Physio bis hin zu uns Fahrern. Es wird immer an Kleinigkeiten gearbeitet, und diese Puzzleteile ergeben das erfolgreiche Gebilde.

Der Star ist dennoch Peter Sagan.

Buchmann: Er ist ein sehr lockerer Typ und arbeitet für das Team. Letztes Jahr hat er bei der Vuelta sogar Flaschen für mich geholt. Er verbreitet immer gute Stimmung oder dreht im Bus auch mal die Musik auf. Er ist niemand, der Starallüren hat.

Schachmann: Er ist ein normales Teammitglied. Er versucht, seine Erfahrung an uns weiterzugeben, damit wir an manchen Situationen nicht scheitern. Er ist ein guter Ratgeber, wenn es darum geht, mit der großen Aufmerksamkeit, die uns manchmal entgegenschlägt, klarzukommen. Peter ist immer offen und nimmt sich die Zeit für uns.

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