30. März 2020 / 16:13 Uhr

Tour de France und Wimbledon: Wann fallen die letzten großen Sport-Events 2020 der Corona-Krise zum Opfer?

Tour de France und Wimbledon: Wann fallen die letzten großen Sport-Events 2020 der Corona-Krise zum Opfer?

Manuel Becker
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Tour de France und Wimbledon - zwei Traditionsveranstaltungen könnten der Corona-Krise zum Opfer fallen.
Die Tour de France und Wimbledon - zwei Traditionsveranstaltungen könnten der Corona-Krise zum Opfer fallen. © imago images/Manngold/Getty/Montage
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Von der Fußball-EM bis Olympia sind die größten Sportereignisse des Jahres wegen der Corona-Krise abgesagt worden. Einzig die Tour de France und das Tennis-Turnier Wimbledon stehen als Großereignisse noch im Kalender 2020 - doch wie lange noch?

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Noch läuft der Countdown, zählt Tage, Stunden, Minuten und Sekunden. 89 Tage sind es noch bis zum Start der Tour de France – so zumindest die (Rückwärts-) Zählweise auf der offiziellen Homepage des größten Radsportevents der Welt. Dort kann der Radsportfan auch einen "Vorgeschmack auf die Tour" sehen und Tipps, wie man sicher zu ihr kommt. Allerdings nicht sicher in Zeiten von Corona, sondern auf sicheren Reifen: Werbung von Sponsor Continental.

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Das Coronavirus? Zumindest auf der Homepage der Tour ist es noch nicht angekommen. Am 27. Juni soll das Radspektakel derzeit noch beginnen. 2019 waren 176 Fahrer am Start, begleitet von rund 450 Teammitgliedern von Helfern, Mechanikern, Assistenten. Bis zu zwölf Millionen Zuschauer standen in den vergangenen Jahren an den Straßenrändern. Im Sommer 2020 nahezu undenkbar. Während die Großereignisse dieses Sommers, Fußball-EM und Olympische Spiele, bereits verschoben worden sind, arbeiten beim dritten großen Sportereignis in diesem Sommer noch alle Verantwortlichen daran, dass die Tour startet – wenn auch wegen der Coronavirus-Pandemie im Hintergrund laut Medienberichten mit Einschränkungen für die Öffentlichkeit. Bislang ist die seit 1903 ausgetragene Tour nur in den beiden Weltkriegen abgesagt worden.

Tour de France kann möglicherweise ohne Zuschauer stattfinden

Für Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu könne die große Schleife auch ohne Zuschauer stattfinden. Jeder würde es verstehen, wenn man zu Hause bliebe, die Tour aber live im TV verfolgen könne, sagte Maracineanu am Freitag dem Radiosender France Bleu. Man müsse verantwortlich handeln. Aber noch sei es zu früh für eine finale Entscheidung.

Marc Madiot, Manager des französischen Radsportteams Groupama-FDJ, sprang der Sportministerin bei. Er sei offen für die Tour ohne Fans, sagte er der französischen Zeitung Libération. Technisch gesehen sei es für den Veranstalter wohl nicht einfach, "aber es gibt Fernsehen, und es wäre ein Symbol – ein Symbol, dass wieder etwas seinen Anfang nehme – und damit auch ein Symbol für die Wirtschaft des Radsports und für das psychische Wohlbefinden der Franzosen."

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DTB-Vizeprsident rechnet mit Wimbledon-Absage - "Froh, wenn wir im Oktober wieder spielen können"

Was den Franzosen im Sommer die Tour ist, ist den Briten Wimbledon. In dieser Woche soll eine Entscheidung darüber fallen, ob das älteste Tennisturnier der Welt in diesem Jahr stattfindet. Dirk Hordorff, Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes, geht von einer Absage Wimbledons aus. Er habe "die Nachricht bekommen, dass man ziemlich sicher damit rechnen muss, dass auch die Rasensaison nicht stattfinden kann", sagte er im tennisnet-Podcast. "Wenn wir im Oktober wieder spielen können, dann wäre ich sehr froh."

Eigentlich sollen die ersten Bälle am 29. Juni fliegen. Bis zum 7. Juni ruhen derzeit alle ATP- und WTA-Wettbewerbe. Russell Fuller, Tennisexperte der BBC, sagte im Deutschlandfunk: Selbst wenn das Turnier Ende Juni stattfinden würde, "müssten sie in einem Monat mit den Aufbauten beginnen. Dann würden eine ganze Menge Leute gleichzeitig auf dem Gelände arbeiten." Derzeit gilt in Großbritannien eine dreiwöchige Ausgehsperre.

Durch die Absage der Olympischen Spiele könnte noch ein Zeitfenster für eine Verlegung entstehen. Im Herbst ist es für das Rasensportevent allerdings nicht mehr warm genug. "Ich weiß nicht, wie lange sie das Turnier nach hinten pushen können", sagt dazu der britische Tennisprofi Jamie Murray, Bruder von Andy Murray. "Sie wollen ihr Event unbedingt durchziehen." Auch Wimbledon wurde bislang nur in den Weltkriegen abgesagt.