22. Februar 2020 / 14:29 Uhr

Trainer Benjamin Ullrich auf Abschiedstournee: Kriegt die SG 05 Ronnenberg die Kurve?

Trainer Benjamin Ullrich auf Abschiedstournee: Kriegt die SG 05 Ronnenberg die Kurve?

Tobias Kurz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ronnenbergs Trainer Benjamin Ullrich steht vor seiner letzten Halbserie bei der SG 05.
Ronnenbergs Trainer Benjamin Ullrich steht vor seiner letzten Halbserie bei der SG 05. © deisterpics/Stefan Zwing
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Die SG 05 Ronnenberg spielt in der Kreisliga 3 eigentlich immer oben mit. In dieser Spielzeit stecken die Calenberger allerdings überraschend im Abstiegskampf - und das ausgerechnet in der Abschiedssaison des langjährigen Trainers Benjamin Ullrich, der auf eine versöhnliche Kehrtwende in der Rückserie hofft.

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Es ist fast schon Tradition: Jahr für Jahr spielt die SG 05 Ronnenberg um den Aufstieg in der Kreisliga 3 mit. Gereicht hat es zuletzt 2010, doch nach nur einer Saison stieg man damals wieder aus der Bezirksliga ab. Es folgten in den Kreisliga-Jahren darauf: einmal Platz zwei, zweimal Platz drei, zweimal Platz vier, einmal Platz sechs und zweimal Platz acht.

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"Wir sind auch überrascht, dass wir da unten stehen"

Der Blick auf die aktuelle Tabelle befremdet daher, denn die Ronnenberger finden sich in dieser Spielzeit mit nur 18 Punkten aus 15 Spielen im Abstiegskampf wieder. „Wir sind auch überrascht, dass wir da unten stehen“, gibt Trainer Benjamin Ullrich zu, der keine eindeutige Erklärung für die schwache Bilanz hat. „Es kam vieles zusammen.“

Sturmduo wurde schmerzlich vermisst

Zum einen fehlten Leistungsträger wie Robin von Freeden (Schambeinentzündung) und Antonio Petrovic (Muskelfaserriss und Knieprobleme) fast die komplette Hinrunde verletzt – beide sind im Angriff kaum zu ersetzen. Das erklärt die magere Ausbeute von nur 24 erzielten Toren, Mittelfeldakteur Tahir Aslan (fünf Tore) ist der treffsicherste Ronnenberger.

„Uns ist außerdem das komplette Spielglück abhanden gekommen“, hadert Ullrich. „Und umso häufiger du verlierst, desto weniger Spaß macht es. Dann spielt der Kopf mit.“ Für den SG-Coach ist die bislang schwächste Saison der letzten 13 Jahre besonders bitter – denn es ist seine letzte in Ronnenberg. Im Sommer wird Ullrich Trainer des Bezirksligisten SpVgg Niedersachsen Döhren, nach sechs Jahren an der Seitenlinie der Calenberger. Umso wichtiger ist ihm eine Trendwende in der zweiten Halbserie, die gleichzeitig seine Abschiedstournee ist. „Ich möchte einen guten Abschluss haben und auf keinen Fall verbrannte Erde hinterlassen.“

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Ullrich erkennt Kampfgeist im Team

Die Devise ist also klar: „Es gilt, so schnell wie möglich Punkte zu sammeln und unten raus zu kommen.“ Dass das klappt, davon ist Ullrich überzeugt. Im Team spürt er die Bereitschaft, die Fehler der Hinserie auszubügeln. „Ich merke, dass die Jungs sich reinhauen, vielleicht denken sie auch ein wenig an mich.“ Die Trainerfrage habe sich nämlich nie gestellt, auch in der Krise nicht. „Als noch nicht klar war, dass ich im Sommer gehe, habe ich die Mannschaft gefragt, ob ein neuer Impuls helfen könnte. Da gab es ein klares Veto“, berichtet Ullrich.

"Man merkt, dass sich etwas abnutzt"

Das Binnenverhältnis stimmt also – warum dann der Abschied? „Nach so langer Zeit merkt man doch, dass sich etwas abnutzt, dass man sich ein wenig im Kreis dreht“, sagt Ullrich, der aber dankbar ist: „Ronnenberg war meine erste Station als Cheftrainer, ich habe hier einiges mitgenommen.“ Die Nachfolge auf der Trainerposition ist noch nicht geklärt, mit Ullrich hören auch dessen Assistenten Martin Gschmack und Niklas Werner auf.