25. Oktober 2021 / 18:48 Uhr

Buder und Babelsberg empfangen RB: Nächstes Kapitel einer unglaublichen Geschichte

Buder und Babelsberg empfangen RB: Nächstes Kapitel einer unglaublichen Geschichte

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Trainer Jörg Buder (SVB),, SV Babelsberg 03 - 1. FC Lok Leipzig, Fußball, Regionalliga Nordost, Saison 2021/2022, Potsdam, 22.10.2021, Foto: Jan Kuppert
Freut sich auf eines der größten Spiele der Babelsberger Geschichte: Jörg Buder. © Jan Kuppert
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DFB-Pokal: In der Zweitrunden-Partie bekommt es der Regionalliga-Nordost-Vertreter mit dem Champions-League-Teilnehmer zu tun und freut sich neben einem ausverkauften Stadion auch über eine schöne Geste der Leipziger.

Vor einem der wichtigsten Spiele in der Vereinsgeschichte des SV Babelsberg 03 könnten die Gegensätze größer kaum sein. Vor 6000 Zuschauern bekommt es am Dienstag (18.30 Uhr) in der zweiten Runde des DFB-Pokals im seit Wochen ausverkauften Karl-Liebknecht-Stadion der gastgebende Regionalligist mit Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig zu tun.

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Allein ein Blick auf den Marktwert der beiden Aufgebote (laut Internetportal transfermarkt.de) spricht eine deutliche Sprache: Mit 1,22 Millionen Euro werden die Kiezkicker gelistet, mit 497,55 Millionen Euro die Roten Bullen aus der Messestadt. „Für uns wird das mit das einfachste Spiel“, weiß Babelsbergs Trainer Jörg Buder. „Wir sollten mit viel Demut an die Sache herangehen. Für den Verein und die ganze Stadt ist das eine richtig tolle Sache.“ Zusätzlich kann sich der SVB darüber freuen, dass die Sachsen auf ihren Anteil an den Zuschauereinnahmen verzichten. Den Leipzigern hätten 45 Prozent der Zuschauereinnahmen zugestanden. „Wir freuen uns, dass wir somit ein Stück weit zur Entlastung des Klubs beitragen und gleichzeitig ein positives Signal an den Amateursport senden können“, teilten die Leipziger dazu mit.

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Sportlich wäre alles andere als eine deutliche Niederlage gegen die mit Nationalspielern gespickte RB-Auswahl, die unter anderem auf ihre etatmäßige Nummer eins Peter Gulacsi verzichtet, eine Überraschung. Zweimal hat Buder die Leipziger live gesehen. Beim 6:0 in der Bundesliga gegen Hertha BSC und bei der 1:2-Niederlage in der Champions League gegen den FC Brügge. „Ich habe also einmal gesehen, wie man es machen sollte und einmal, wie nicht. Aber wir sollten die Kirche im Dorf lassen. Leipzig hat als Mannschaft richtig viel Qualität und bietet Tempofußball mit wenigen Kontakten.“ Nur hinten reinstellen und Beton anrühren wollen die Babelsberger um Torjäger und Ex-Leipziger Daniel Frahn aber nicht. „Wir behalten unsere Grundordnung bei und wollen mutig agieren“, betont Buder.


Hinter dem 52-Jährigen liegen bemerkenswerte Monate. Im Frühjahr wurde er als Co-Trainer von Predrag Uzelac installiert, den er Anfang August als Chefcoach beerbte. In seinem ersten Pflichtspiel feierte der ehemalige DDR-Junioren-Nationalspieler, der von 1994 bis 2000 Babelsberger Trikot trug, den sensationellen Erstrundensieg im DFB-Pokal gegen Greuther Fürth. In den folgenden Wochen hauchte er dem Team neues Leben ein und ließ attraktiven Fußball spielen.

„Die Jungs haben viel Selbstvertrauen getankt und sind fit, das wollen wir auch gegen RB unter Beweis stellen“, sagt Buder. Vor einem Jahr war er mit seinem Co-Trainer Lars Simon noch für die D-Junioren des Kiezclubs verantwortlich, heute geht es gegen eines der besten deuschen Teams zur Sache. „Manchmal sitzen wir nach dem Training in der Kabine und müssen schon ein bisschen schmunzeln“, gibt Buder zu und freut sich auf das nächste Kapitel einer unglaublichen Geschichte.