18. Oktober 2020 / 11:59 Uhr

Trainer-Legende Daum fordert Rückkehr von Müller ins DFB-Team - Führungsaspekt wichtig

Trainer-Legende Daum fordert Rückkehr von Müller ins DFB-Team - Führungsaspekt wichtig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Christoph Daum sieht in der deutschen Nationalmannschaft nach wie vor einen Platz für Thomas Müller.
Christoph Daum sieht in der deutschen Nationalmannschaft nach wie vor einen Platz für Thomas Müller. © 2020 Getty Images/Montage
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Ex-Trainer Christoph Daum fordert eine Rückkehr von Thomas Müller in die deutsche Nationalmannschaft. Dabei seien die sportlichen Argumente allerdings weniger wichtig, als die Führungsqualitäten des Bayern-Stars.

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Es war wieder einmal ein Gala-Auftritt von Thomas Müller am Samstagabend beim 4:1-Sieg seines FC Bayern bei Arminia Bielefeld. Zwei Tore schoss der Bayer selbst, einen der beiden Treffer von Robert Lewandowski legte er auf. Kein Wunder, dass nach der erneut starken Partie Forderungen laut werden, dass er auch in der Nationalmannschaft wieder seinen Platz finden soll.

Der Trainer Christoph Daum forderte am Sonntag im Doppelpass jedenfalls eine Nominierung von Müller durch Bundestrainer Joachim Löw - spätestens zur EM im kommenden Jahr. "Im Angriff besteht sportlich vielleicht nicht der Handlungsbedarf. Aber der Führungsaspekt ist wichtig", sagte der ehemalige Trainer des 1. FC Köln und von Bayer Leverkusen im Sport1-Doppelpass. "Das ist ein wichtiges Argument."

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Denn zumindest in der Offensive hat das DFB-Team eine Menge Alternativen. Doch echte Führungsspieler, die auch in schwierigen Situationen auf dem Platz voran gehen, scheinen derzeit zu fehlen. "Ich vermisse die Siegermentalität", sagte Daum. "Es wird zu viel mit dem Kopf und zu wenig Herz gespielt. Das muss sich wieder ändern."

Hummels und Müller als Führungsspieler?

Doch genau diese Führungsstruktur wollte Bundestrainer Löw aufbrechen, als er neben Müller auch Mats Hummels und Jerome Boateng aus dem DFB-Team aussortiert hatte. Der DFB wollte neue und andere Spieler in die Pflicht nehmen. Joshua Kimmich vom FC Bayern ist so ein Spieler, der die Lücke füllt. In der Defensive täte ein Hummels der Mannschaft dennoch gut, meint Daum.

Sport1-Experte Stefan Effenberg hingegen glaubt nicht, dass Löw einen der drei Spieler zurückholen wird. "Die besten sollten nominiert werden. Da gehört Müller ohne Frage dazu. Aber das geht hier nicht beim DFB. Das wollen sie nicht", sagte der ehemalige Nationalspieler im Doppelpass.

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke glaubt dennoch, dass zumindest Hummels bei der EM dabei sein könnte. Der 31-Jährige, der von Bundestrainer Joachim Löw im März 2019 aussortiert worden war, habe „immer noch eine gute Chance“ dabei zu sein, sagte Watzke im ZDF-Sportstudio am Samstagabend. „Er spielt seit langer Zeit auf Topniveau.“ Je näher es auf das Turnier zugehe, desto wahrscheinlicher werde es, dass Hummels doch wieder eingeladen werde.