12. März 2021 / 19:22 Uhr

Von Trainer Herrlich bis Talent Benes: Ex-Gladbacher beim FC Augsburg gefragt

Von Trainer Herrlich bis Talent Benes: Ex-Gladbacher beim FC Augsburg gefragt

René Wenzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Augsburger mit Gladbacher Vergangenheit: (von links) Laszlo Benes, Tobias Strobl, Trainer Heiko Herrlich und André Hahn.
Augsburger mit Gladbacher Vergangenheit: (von links) Laszlo Benes, Tobias Strobl, Trainer Heiko Herrlich und André Hahn. © Getty Images/IMAGO/Revierfoto/Passion2Press/SVEN SIMON / Witters / Pool (Montage)
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Es stehen nicht nur Spieler wie Laszlo Benes, André Hahn oder auch Tobias Strobl mit einer Gladbacher Vergangenheit beim FC Augsburg unter Vertrag. Auch FCA-Trainer Heiko Herrlich kickte einst für die Fohlen - und verschwand nach großem Theater. Vor dem direkten Duell am Freitagabend blickt der SPORTBUZZER auf die früheren Borussen im Dress der Gastgeber.

Fünf Niederlagen am Stück - das gab's in Mönchengladbach lange nicht mehr. Im Spiel beim FC Augsburg soll am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) nun die Wende her. Und das gleich gegen eine Vielzahl von Ex-Borussen. Aktuell steht Laszlo Benes besonders im Fokus. Der slowakische Nationalspieler wechselte erst Anfang Februar per Leihe bis zum Sommer in die Fuggerstadt. Der offensive Mittelfeldspieler ist ballsicher, hat ein gutes Auge für seine Nebenleute und versucht oft, das Spiel zu beschleunigen. Oder wie es FCA-Trainer Heiko Herrlich ausdrückte: Benes sei ein Spielertyp, "der im Zwischenraum immer anspielbar" sei.

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Als Ratgeber in Sachen Gladbach half Benes nicht aus. "Ich muss dem Trainer keinen Tipp geben", sagte die Leihgabe vor dem Wiedersehen mit Borussia: "Ich habe extra Motivation gegen meine Teamkollegen, meine Freunde." Die Fohlen holten den Slowaken bereits im Sommer 2016 - direkt aus seiner Heimat für zwei Millionen Euro von MSK Zilina. Der Mittelfeldspieler war oft nur zweite oder dritte Wahl, glänzte dann aber bei seiner ersten Leihe in der vergangenen Saison bei Zweitligist Holstein Kiel. In Gladbach kam Benes nach seiner Rückkehr erneut kaum zum Zug. Der Transfer zum FCA folgte nach nur einem Startelf-Einsatz in der aktuellen Serie.

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"'Laci' Benes hatte bei uns etwas Verletzungspech, zudem war die Konkurrenz in der Zentrale mit Flo Neuhaus, Denis Zakaria und Chris Kramer groß. Daher hatte er es bei uns nicht so leicht. Beim FCA bekommt er mehr Spielzeit, das ist das Beste für seine Entwicklung", erklärte Gladbach-Coach Marco Rose am Donnerstag. Ähnlich wie bei dem Mittelfeldspieler sah es in den vergangenen Jahren auch bei André Hahn und Tobias Strobl aus. Hahn wechselte mit großen Erwartungen im Sommer 2014 aus Augsburg nach Gladbach, ging drei Jahre später zum Hamburger SV. Und wieder nur eine Serie später zurück zum FC Augsburg. Strobl spielte nach vier Jahren bei der Borussia nach der vergangenen Spielzeit keine Rolle mehr - es folgte der ablösefreie Wechsel zum FCA.

Bei den Fuggerstädtern ist das Trio häufiger gesetzt als noch zu Gladbacher Zeiten - am Freitagabend stehen Benes, Hahn und auch Strobl wahrscheinlich wie auch schon zuletzt bei der 1:2-Niederlage bei Hertha BSC in der Startelf. Auch für FCA-Coach Herrlich ist die Partie gegen die Fohlen eine ganz besondere. Zwischen 1993 und 1995 stand der frühere Angreifer bei Borussia unter Vertrag, ist bis heute der letzte Gladbacher Bundesliga-Torschützenkönig. Doch trotz seiner 20 Treffer in der Saison 1994/95 entfachte ein großer Zoff zwischen Herrlich, dem Klub und den Fans.

Zwischen dem Ex-Nationalspieler und den Borussia-Bossen gab es 1995 einen wochenlanger Rechtsstreit. Der damalige Manager Rolf Rüssmann gab an, den umworbenen Herrlich in keinem Fall freigeben zu wollen - der wiederum drohte sogar Karriereende, wenn er nicht gehen dürfe. Am Ende folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund für die damalige Rekordsumme von elf Millionen Mark. Bis heute ist Herrlich aufgrund dieses Theaters bei vielen Gladbach-Fans unten durch. Der "Judas" war er, "Who the f* is Herrlich?" tönte es von den Rängen. Und dann war da noch die peinliche Schwalbe als Trainer von Bayer Leverkusen im Borussia-Park im Dezember 2017...

Beim FCA ist Herrlich deutlich angesagter als am Niederrhein. Seit Mittwoch ist der 49-Jährige ein Jahr als Trainer bei den Fuggerstädtern im Amt und soll es nach Wunsch von Geschäftsführer Stefan Reuter "wegen seiner Qualitäten als Trainer und als Mensch sehr langfristig" bleiben. Voraussetzung dürfte der Klassenerhalt sein. Am Freitagabend könnte Augsburg einen großen Schritt in diese Richtung machen. Für Herrlich, Benes und Co. würde ein Sieg gegen den Ex-Klub viel bedeuten. Und im Kampf um den Liga-Verbleib richtig gut tun.