19. November 2019 / 08:58 Uhr

"Da ist Dampf drin": Kocak zieht bei 96 die Zügel an, Zaungast Schatzschneider lobt

"Da ist Dampf drin": Kocak zieht bei 96 die Zügel an, Zaungast Schatzschneider lobt

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dampfende Köpfe beim Training von Hannover 96, ein zufriedener Schatzschneider als Zaungast.
Dampfende Köpfe beim Training von Hannover 96, ein zufriedener Schatzschneider als Zaungast. © Florian Petrow
Anzeige

Erstmals seit dem Abstieg schaute Sturm-Ikone Dieter Schatzschneider wieder beim Training von Hannover 96 zu. Was er sah, gefiel ihm. Der neue Trainer Kenan Kocak gibt ein hohes Tempo vor und lobt: "Alle ziehen mit."

Anzeige
Anzeige

Das Training von Hannover 96 endete gestern mit einem Countdown. Der neue Trainer Kenan Kocak ließ einen Raketenkonter nach dem anderen starten. Drei Teams, sechs gegen zwei über 60 Meter, Kotrainer Asif Saric zählte laut bis zehn und gab den Spielern Zeitdruck. Bis dahin musste abgedrückt, ein Tor erzielt werden. Kocak holt für 96 die gute alte Zehn-Sekunden-Regel wieder raus. Die Fans erinnern sich gut: Damit startete Kocaks Vorgänger Mirko Slomka in der Saison 2010/2011 Richtung Europa durch.

Eine Viertelstunde zog Kocak die Tempo-Spielform durch. Der im Regencape geschützte Zaungast Dieter Schatzschneider war begeistert. Zum ersten Mal seit dem Abstieg sah die Sturm-Ikone beim Training zu. „Da ist Feuer drin, mir gefällt es, wenn die Köpfe dampfen“, so Schatzschneider, „das ist was anderes als früher, anders als das Hintenrumgespiele nach Balleroberung.“

Im Video: Kocak scheucht die 96-Profis hin und her

Die Zehn-Sekunden-Regel: Kocak lässt Umschaltspiel üben

Spieler nach dem Training erledigt

Aber hat 96 überhaupt die Raketen im Kader für das schnelle Umschaltspiel? „Man hat in dem Training doch gesehen, was hintenraus noch möglich war, da ist Dampf drin, es steckt drin in den Jungs, sie haben es nur nicht gezeigt“, sagte Schatzschneider. Tatsächlich fielen immer mehr Tore, je länger die Spielform dauerte.

Anschließend schnauften die Spieler durch, kaputt von dem knapp zwei Stunden langen Training. Kocak hatte fast alles in eine Einheit ge­packt: Standards, Passen, Ballklatschen, Überzahlspiel auf vier Tore und die Kontersituationen. Kurze Trinkpausen, lange Belastung. Diese Intensität waren die Spieler zuletzt nicht gewohnt.

Bilder vom Training von Hannover 96 (18. November)

Cedric Teuchert wird das Blut abgetupft. Zur Galerie
Cedric Teuchert wird das Blut abgetupft. ©
Anzeige
Mehr zu Hannover 96

Kocak-Countdown bis Darmstadt läuft

Kocak lächelte entspannt nach der vierten Einheit mit seinen neuen Spielern. „Ich kann nur Positives über den Charakter der Jungs sagen. „Alle ziehen mit“, sagte er. So war es auch damals vor neun Jahren, als die Mannschaft um den heutigen Sportdirektor Jan Schlaudraff begann, mit Tempofußball Europa zu erobern. Jürgen Klopp, Ralf Rangnick und aktuell Julian Nagelsmann folgen ebenfalls der Um­schalt­phi­lo­so­phie.

Ob 96 nach der bisher schwierigen Saison in der 2. Liga auch ergebnistechnisch schnell umschalten kann, muss sich erst noch zeigen. Bis zum Darmstadt-Spiel läuft Kocaks Countdown. Noch sechs Tage. Bis dahin muss er die Spieler wieder in die Spur bringen.

Das sind die Trainer von Hannover 96 seit dem Aufstieg 2001

Am 14. November bestätigte Hannover 96 Kenan Kocak als Nachfolger von Mirko Slomka. Zur Galerie
Am 14. November bestätigte Hannover 96 Kenan Kocak als Nachfolger von Mirko Slomka. © imago/

Popo-Klatschen für die Verlierer

Dazu nutzt der 38-Jährige weiterhin das Mittel der kleinen Bestrafungen. Auch das waren die Spieler nicht ge­wohnt. Verlieren tut nämlich weh bei Kocak. Am Samstag hatte er die Verlierermannschaft zum Po-Schießen auf die Torauslinie gestellt. Gestern begann er mit einem Eckball-Dauerfeuer, in Richtung von drei Teams, die sich in Abwehr und Angriff ab­wech­sel­ten. Die Punktletzten mussten in den Liegestütz gehen. Nach Trainingsschluss gab es erneut Popo-Klatsche für die Drittplatzierten der drei Mannschaften im letzten Wettkampf. Matthias Ostrzolek, Linton Maina und Co. krabbelten den Kollegen durch die Beine, die anderen Spieler trommelten den Verlierern auf den Hintern.

Popo-Klatschen hatte es nicht einmal in Schatzschneiders aktiver Zeit gegeben. „Das mache ich, seit ich Trainer bin, das habe ich auch in Mannheim schon gemacht. Das ist so meine Art“, erklärte Kocak.

Mitmachen: #GABFAF-Adventskalender

Bundesliga-Tickets, Fußballschuhe, signierte Trikots und vieles mehr: Trage Dich hier ein und gewinne einen der 24 Preise. (mehr Infos)




Klicke hier Weiter und dann auf der nächsten Seite Absenden - und Du hast die Chance auf jeden der 24 Preise.

ANZEIGE: 50% auf alle JAKO Artikel! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN